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Mindelheim

25.01.2019

Wie Radler trauerndem Vater helfen wollen

Vor zehn Jahren wurde Franieck (vorne links) herzlich in Peru aufgenommen. Die Familie ist nun von einem schweren Schicksalsschlag getroffen.
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Vor zehn Jahren wurde Franieck (vorne links) herzlich in Peru aufgenommen. Die Familie ist nun von einem schweren Schicksalsschlag getroffen.
Bild: Franieck

Vor 20 Jahren erfuhr der Mindelheimer Weltenbummler Jürgen Franieck große Gastfreundschaft in Peru. Jetzt ist eine Familie in großer Not.

So mancher Leser der Mindelheimer Zeitung wird sich noch gut an ihn erinnern. Vor 20 Jahren schwang sich Jürgen Franieck auf sein Fahrrad und ist losgeradelt. Das für sich genommen wäre noch nicht der besonderen Erwähnung wert. Aber weil sein Ausflug fünf Jahre gedauert hat und er die halbe Welt mit dem Rad erkundet hat, berichtete die Lokalzeitung regelmäßig über den Abenteurer.

Vier Wochen lang war der Mindelheimer Gast bei Luis, dem Fahrradnarr

Längst ist Franieck wieder zurück in Mindelheim, glücklich verheiratet mit einer Südamerikanerin. Seine große Reise hat ihm unvergessliche Eindrücke beschert. Und so manche Begegnung bewahrt er tief in seinem Herzen auf. Zahllose Menschen hat Franieck auf seiner Reise kennengelernt. Darunter war auch Luis, ein Fahrradnarr, wie es keinen zweiten in Südamerika gibt.

Auf seiner Route durch Südamerika haben ihm Radler von einer „Casa de Ciclista“ erzählt, einem Haus der Radler. Da müsse er hinfahren, dort werden alle Radler aus aller Welt freundlich aufgenommen. Jürgen Franieck ist neugierig geworden und nach Peru in die Nähe von Trujllo an der Küste geradelt.

Und tatsächlich: Die Geschichten über Luis Ramirez waren nicht übertrieben. Sein ganzes Leben dreht sich ums Radfahren. Er fährt selbst Radrennen, ist aber bitterarm. Er hat nie mehr Geld als für einen Monat, das er in einer alten Dose Lagerfett aufbewahrt. Nicht einmal einen Kühlschrank hat er, erinnert sich Franieck. Vier Wochen war der Mindelheimer Gast bei Luis. Das war einem Unfall geschuldet, bei dem sich Jürgen Franiek verletzt hatte. Beim Abschied „sind wir Freunde fürs Leben geworden“, sagt Franieck heute.

Radfahrer aus aller Welt spendierten dem Peruaner eine Reise zur Tour de France

Sie haben ihre Verbindung über all die Jahre gepflegt. Da Luis ein großer Fan der Tour de France ist, haben viele seiner Gäste zusammengelegt und ihm eine Reise nach Frankreich geschenkt. Sogar seinem Buben gab er den Namen Lance, weil er den Radfahrer Lance Armstrong so bewundert hat.

Vor wenigen Tagen dann das Unfassbare: Der zwölfjährige Lance, der auch Radrennen fährt, ist frontal von einem Auto erfasst worden. Vor den Augen seiner Schwester und seines Vaters ist der Junge gestorben. Die Nachricht hat sich bei all jenen, die je Gast bei Luis waren, wie ein Lauffeuer rund um den Globus verbreitet. Und auch bei Jürgen Franiek in Mindelheim hat sich große Betroffenheit breit gemacht. „Diesen unerträglichen Schmerz können wir ihm leider nicht nehmen und auch der kleine Lance wird nicht zurückkommen“, sagt er. Aber die Radler wollen dem trauernden Vater unter die Arme greifen.

Ein bekannter Fahrradweltenbummler aus Spanien, der Kindern in Kinderhospizen und Krankenhäusern als Fahrradclown (Biciclown) ein Lachen schenkt, setzt sich für die Familie Ramirez ein. Diese war nicht einmal in der Lage, die Kosten für die Beerdigung aufzubringen.

Nachdem Franieck als Mindelheimer Weltenbummler so gut und lange bei Luis und seiner Familie aufgenommen worden war, will er versuchen, der Familie zu helfen. Er selbst hat als Briefzusteller selbst nicht viel. Franiek hat ein Spendenkonto eingerichtet und bittet alle, die können um eine kleine Gabe. „Das bin ich der Familie schuldig.“

Deutsches Spendenkonto: Hilfe für Lance. IBAN DE59 731600000304 137809

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