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Tussenhausen

12.07.2019

Wie Tussenhausen investiert und Schulden abbaut

In der Gemeinde Tussenhausen stehen derzeit gleich mehrere große Projekte an.
Bild: Andreas Langer

Bauen, Feuerwehr, Internet: Die Marktgemeinde Tussenhausen plant gleich mehrere große Projekte. Das kostet. Warum die Gemeinde trotzdem Schulden abbaut.

Die Investitionen steigen, die Schulden sinken: Die Marktgemeinde Tussenhausen ist für die großen Vorhaben in ihren Ortsteilen gerüstet. Der Haushalt, den der Gemeinderat jetzt beschlossen hat, sieht an gleich mehreren Stellen kostspielige Projekte vor.

Bauen und Wohnen: Rund eine Million Euro nimmt die Marktgemeinde 2019 in die Hand, um Bauland zu kaufen und zu erschließen. In den Ortsteilen Tussenhausen, Zaisertshofen und Mattsies sollen so 75 bis 80 Bauplätze entstehen. Ein gut 20.000 Quadratmeter großes Baugebiet soll in Mattsies angrenzend an den Schleifweg entstehen, ein weiteres, deutlich kleineres im nördlichen Teil von Zaisertshofen. Bis heute liegen die Entwürfe der Bebauungspläne im Rathaus aus. Zwei weitere Baugebiete in Tussenhausen und Zaisertshofen sind noch in Planung.

Doch obwohl noch unklar ist, wie die Bebauungspläne letztendlich aussehen werden, steht bereits fest, wer die besten Chancen auf einen der begehrten Bauplätze hat. Nach monatelangen Beratungen hat der Marktgemeinderat ein Punktesystem festgelegt, nach dem die einzelnen Flächen verkauft werden sollen. Wichtigster Faktor sind demnach die Jahre, die ein Bewerber seinen Hauptwohnsitz in der Gemeinde gemeldet hat. Auch spielt eine Rolle, ob und wie lange ein Bewerber in Tussenhausen, Mattsies oder Zaisertshofen gearbeitet hat. Weitere Faktoren sind Kinder, pflegebedürftige oder schwerbehinderte Haushaltsmitglieder sowie ehrenamtliches Engagement. Hierbei wird insbesondere der Dienst in einer Freiwilligen Feuerwehr berücksichtigt. Bis die Bauplätze tatsächlich zum Verkauf freigegeben werden, dauert es noch. Nach Angaben von Bürgermeister Ruf haben sich trotzdem bereits 120 Interessenten gemeldet.

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Feuerwehr: „Die Feuerwehr ist für uns eine der wichtigsten Pflichtaufgaben“, sagt Bürgermeister Johannes Ruf. Besonders für die Freiwillige Feuerwehr in Mattsies sieht der Haushalt größere Investitionen vor. Für das neue Feuerwehrhaus dort sind Kosten in Höhe von 950.000 Euro veranschlagt. „Im kommenden Jahr soll dann auch ein Feuerwehrauto folgen, wie der Gemeinderat in einer vorherigen Sitzung beschloss. Demnach soll ein Mittleres Löschfahrzeug (MLF) angeschafft werden. Bürgermeister Johannes Ruf sagt mit Verweis auf das aktuelle Tragkraftspritzenfahrzeug (TSF) aus dem Jahr 1981: „Es ist höchste Eisenbahn, dass da etwas Neues kommt.“

Die Feuerwehren in den anderen Ortsteilen sieht Ruf gut ausgerüstet. Einzig das Tussenhausener Feuerwehrhaus steht derzeit auf dem Prüfstand. Ein Grundstück, auf dem die ehemalige Schächer-Halle steht, hat die Gemeinde zu diesem Zweck bereits gekauft. Denkbar ist aber auch, dass der aktuelle Standort bestehen bleibt.

Breitbandausbau: In der Versorgung mit schnellem Internet klafft zwischen den Ortsteilen nach wie vor eine große Lücke. Während in ganz Mattsies bereits Glasfaser-Verbindungen zur Verfügung stehen, müssen die Bewohner von Zaisertshofen noch komplett auf Highspeed-Internet verzichten. Auch in Tussenhausen sind viele Haushalte noch ohne Anschluss.

Der Grund für diese Unterschiede liegt in verschiedenen Förderprogrammen von Bund und Ländern, die jeweils unterschiedliche Vorgaben mit sich bringen. Bis spätestens 2021 soll aber die ganze Gemeinde mit Internet aus der Glasfaser versorgt sein. „Wir geben Vollgas“, verspricht Bürgermeister Ruf. In Zahlen bedeutet das: Für den Breitbandausbau investiert die Gemeinde dieses Jahr 680.000 Euro.

Schulden: Obwohl die Einnahmen aus der Grundsteuer um rund eine Million auf 720.000 Euro sinken, kann die Gemeinde die Pro-Kopf-Verschuldung von 274 auf 266 Euro drücken. Insgesamt liegt der Schuldenstand bei 812.000 Euro. Hauptverantwortlich für die gute finanzielle Situation sind Polster aus der Vergangenheit: Insgesamt rund 4,7 Millionen Euro aus Rücklagen wurden im Vermögenshaushalt, der die Investitionen der Gemeinde umfasst, eingeplant. Er umfasst in diesem Jahr wie der Verwaltungshaushalt, in dem laufende Ausgaben und Einnahmen aufgeführt werden, rund 6,1 Millionen Euro.

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