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Umweltschutz im Unterallgäu

19.11.2017

Wie aus einem Tetrapak eine Pizzaschachtel wird

In großen automatischen Anlagen wird der Inhalt der gelben Säcke sortiert. Dabei werden zum Beispiel Kunststoffe, Metalle und auch Tetrapaks getrennt.
Bild: Wagner

Gestern begann die Europäische Woche der Abfallvermeidung. Sie steht unter dem Motto: „Gib Dingen ein zweites Leben“

Verpackungsflut, Wegwerfgesellschaft, vorweihnachtlicher Kaufrausch: Häufig wird unser Alltag vom Konsum bestimmt und dabei jede Menge Müll produziert. Gegen diesen Trend machen sich jedes Jahr viele Menschen stark: Während der Europäischen Woche der Abfallvermeidung entwickeln sie Ideen zur Abfallvermeidung, organisieren Tauschbörsen oder sammeln Müll in der Natur. Die Aktionswoche läuft bis Sonntag, 26. November. Das Motto lautet diesmal „Gib Dingen ein zweites Leben“.

Auch die Kommunale Abfallwirtschaft des Landkreises und die Mindelheimer Zeitung beschäftigen sich in dieser Woche mit diesem Thenma und geben Tipps rund um Müllvermeidung und Wiederverwertung. Zum Auftakt geht es um Wertstoffe und die Frage „Wie sieht ihr zweites Leben aus?“

Der Großteil der am Wertstoffhof gesammelten Materialien wird stofflich verwertet, das heißt, es wird zu neuen Produkten aufbereitet. Im Gegensatz dazu steht die „thermische Verwertung“, was nichts anderes als Verbrennung bedeutet.

Aus Altholz werden Pressspanplatten

Zum Beispiel werden aus Altholz neue Pressspanmöbel, Gartenabfälle werden zu Komposterde verarbeitet und aus Altpapier und Altmetall wird neues Papier beziehungsweise neuer Stahl gewonnen.

Auch die Verpackungen aus dem Gelben Sack werden möglichst stofflich verwertet.

Beispielsweise wird aus den Tetrapaks Papier oder Wellpappe hergestellt. Die langen und reißfesten Zellulosefasern sind hierfür gut geeignet.

Die Reise eines ausgedienten Tetrapaks beginnt im Gelben Sack. In diesem wird er zum Wertstoffhof und von dort zur Sortieranlage gebracht. In der Sortieranlage wird der Inhalt des Gelben Sacks automatisch sortiert. Die Tetrapaks werden eigens erfasst, zu Ballen gepresst und zu einer Papierfabrik transportiert.

Papier, Metall und Kunststoff lösen sich voneinander

Dort werden die Tetrapaks zuerst geschreddert und danach in eine Siebtrommel gegeben. Durch die Zugabe von warmem Wasser lösen sich die Papierfasern von der Aluminium- oder Kunststoffschicht und der Kunststoffdeckel wird abgetrennt. Der Papierfaserbrei wird durch kleine Löcher in den Trommelwänden abgeschwemmt und landet auf einem flachen Sieb. Bei über 100 Grad Celsius werden die Fasern getrocknet und zu sogenanntem Wellpappenrohpapier verarbeitet. Dieses wird für neue Verpackungen wie Schuh- oder Pizzakartons verwendet.

Aus so einem Schuhkarton kann anschließend sechs weitere Male Karton hergestellt werden, denn Papierfasern können bis zu sieben Mal wiederverwertet werden. Wird der Karton also wieder zum Wertstoffhof gebracht, beginnt die Reise in ein neues Leben von vorn. 

 Bei Fragen zur Abfallentsorgung gibt die Abfallwirtschaftsberatung des Landkreises Unterallgäu Auskunft unter Telefon 08261/995-367 und -467. Weitere Informationen findet man auch im Internet unter der Adresse www.unterallgaeu.de/abfall.

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