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Inklusion im Unterallgäu

29.04.2016

Wie behindertengerecht sind Unterallgäuer Schulen?

Die Jugendlichen des Juze Kirchheim testeten, wie es ist, blind oder auf den Rollstuhl angewiesen zu sein.
Bild: Sabrina Ringwald

Bei Sanierungen wird auf Barrierefreiheit geachtet. Wie gut kommt man mit einem Rollstuhl durch die Schulen in der Region?

Immer häufiger wird bei Schulsanierungen auch auf die Belange von Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen Rücksicht genommen – Stichwort Inklusion. Beispielsweise hat das Joseph-Bernhart-Gymnasium in Türkheim vor Kurzem einen Treppenlift angebracht, um körperlich behinderte Schüler auch auf die Zwischenstockwerke befördern zu können. Auch bei der Sanierung der Kirchheimer Schule darf ein Aufzug nicht fehlen. Doch wie sieht es bei anderen Schulen aus? Sind sie wirklich behindertengerecht?

Das Maristenkolleg in Mindelheim ist bereits seit seinem Bau in den 60er und 70er Jahren barrierefrei. Aufzüge verbinden jedes Stockwerk, daher ist ein Treppenlift wie in Türkheim nicht nötig. Auch Rampen sind vorhanden. „Man kann mit dem Rollstuhl eigentlich überall hinkommen“, sagt Schulleiter Gottfried Wesseli. Für Hörbehinderte besitzt das Maristenkolleg sogar ein eigenes Klassenzimmer, das vor einigen Jahren mit speziellen Wänden ausgerüstet wurde. Als einziges Defizit nennt Wesseli den Fachtrakt über der Aula, der noch nicht barrierefrei ausgestattet ist.

Elisabeth Fuß vom staatlichen Schulamt des Landkreises und zuständig für die Grund- und Mittelschulen im Unterallgäu sieht bei vielen, aber noch nicht allen Einrichtungen die Barrierefreiheit gewährleistet. Wenn allerdings Baumaßnahmen getroffen werden, würde grundsätzlich darauf geachtet, dass in diesem Zuge diese Schulen auch behindertengerecht werden. Sollten Vorkehrungen in einer Schule noch nicht getroffen worden sein, achte man darauf, dass behinderte Kinder im Erdgeschoss unterrichtet werden. Insgesamt gäbe es im Moment aber wenige Kinder mit körperlich motorischen Schwierigkeiten, an den Mittelschulen genau eines und an den Grundschulen drei, so Fuß.

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Leiterin Rosa Ritter sieht die Maria-Ward-Realschule in Mindelheim in dieser Frage gut aufgestellt: „Es sind Aufzüge und eine Außenrampe vorhanden, in der Schule ist alles mit dem Rollstuhl zu erreichen.“ Derzeit besuche aber keine körperlich behinderte Schülerin die Schule.

Das Joseph-Bernhart-Gymnasium ist nach den jüngsten Renovierungsmaßnahmen nun ebenfalls entsprechend ausgerüstet. Aktuell sei aber auch in Türkheim kein körperlich behinderter Schüler. „Die Schule hat in der Frage der Barrierefreiheit keine Defizite mehr“, so Konrektor Hartmut Luther. Ein Klassenzimmer für Hörbehinderte fehle aber noch.

Übrigens bestehen vom Freistaat keine Vorgaben für „inklusive“ Schulen. Allerdings gilt die bayerische Bauordnung – was heißt, dass auf Barrierefreiheit zu achten ist.

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