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Stadtentwicklung

21.03.2019

Wie bleiben die Stadtteile lebenswert?

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Der markante Kirchturm prägt die Ansicht von Stockheim. Hier geht es um die Frage, ob der Ort eine Dorferneuerung bekommen soll.

Der Stadtrat will auf Antrag der Grünen wissen, wie ein Entwicklungskonzept für alle Dörfer aussehen könnte. Es geht dabei nicht um Dorferneuerungen, sondern um „pfiffige Ideen“

Über die Möglichkeiten einer Dorferneuerung für Stockheim wurde unlängst auf Antrag der CSU diskutiert. Die Grünen fordern im Anschluss daran nun ein Konzept für alle Stadtteile. „Keine Dorferneuerungen für alle“, wie die Fraktionsvorsitzende Doris Hofer klarstellte. Aber ein Entwicklungskonzept, das aufzeige, wie man die Dörfer lebenswert halten könne.

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„Wir möchten, dass unsere Ortsteile dörflich bleiben und nicht Siedlung werden“, sagte Hofer im Stadtrat. Es gebe größtenteils noch Kindergärten, allerdings keine eigenen Schulen mehr. Auch hätten schon jetzt nicht mehr alle Ortsteile eigene Geschäfte. Man müsse nun die noch vorhandenen Strukturen „stärken und erhalten“, findet Hofer. „Wir brauchen dazu pfiffige Ideen und müssen wissen, wo wir hinschauen müssen.“

Nicht alle im Rat waren sofort Feuer und Flamme für diese Idee. Claus Thiessen (FDP) sagte sofort, er sei dagegen. Er kritisierte, dass immer dann, wenn Fördermittel im Raum stehen, zuerst teils hohe Kosten auf die Stadt zukämen. Auch Thomas Vögele (FW) sah den Vorstoß kritisch. „Um zu wissen, was in den Dörfern los ist, muss man halt mal hinschauen“, beschied er. „Die Ratsvertreter aus den Ortsteilen sollten eigentlich wissen, was los ist.“

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Vögele erinnerte an die Neue Mitte Gartenstadt. „Der Städteplaner hat uns hier nichts gebracht außer hohen Kosten“, kritisierte Vögele. „Ich bin dabei, etwas zu machen. Aber was, das wird schwierig.“ Wolfgang Hützler, der Vorsitzende der Freien Wähler im Rat, glaubt, dass es nicht möglich sein werde, ein einziges Konzept für alle Ortsteile zu schaffen. Er empfahl, es in einem Stadtteil „gründlich anzugehen“, und die gemachten Erfahrungen für die anderen Dörfer zu nutzen. „Dorferneuerungen sind immer einzeln zu behandeln“, sagte er. Doris Hofer erinnerte deshalb daran, dass es den Grünen eben nicht um Dorferneuerungen ging.

Bei der CSU stieß sie mit diesem Ansatz auf Gegenliebe. „Das passt wunderbar zum Leitbild der Stadt“, befand der Fraktionsvorsitzende Stefan Welzel. „Fakt ist, dass ein Wandel stattfindet. Es ist gut, wenn wir hier vorausschauen“, so Welzel. Er empfahl, die Bürger zu motivieren, eigenen Ideen einzubringen. „Der Antrag kostet erst einmal überhaupt nichts.“ Bürgermeister Paul Gruschka (FW) wiederum sagte in seiner Stellungnahme, solche Anträge würden „sehr wohl Kosten verursachen“, denn es gehe irgendwann ja weiter. Gruschka erinnerte daran, dass die Stadt für die Dorferneuerung in Schlingen bislang auch rund eine Million Euro selbst bezahlen musste, da sei das Projekt Dorfgemeinschaftshaus noch gar nicht dabei. „Der Antrag ist schön, aber nicht notwendig“, befand Gruschka. Es gebe keine Ausführungen zur Finanzierbarkeit und zudem zu viele Pflichtaufgaben für die Stadt in nächster Zeit.

Doris Hofer wiederum sagte, es gehe bei dem Antrag ja auch darum, zu erfahren, mit welchen Kosten man unter Umständen rechnen müsse. Und Konrad Hölzle (CSU) befand, dass man eben „miteinander reden“ müsse. „Und daran fehlt es bei uns im Stadtrat gewaltig.“ Er selbst habe eine Dorferneuerung für Stockheim ins Spiel gebracht, weil es dafür Signale aus der Bevölkerung gegeben habe. „Wir wollen die Bürger dort informieren“, sagte Hölzle. Auch bei der Neuen Mitte Gartenstadt habe man zuvor „die Bevölkerung mitgenommen.“ Der Platz sollte bekanntlich der Belebung des größten Stadtteiles dienen. „Damals hieß es, die Leute wollen die Neue Mitte“, erinnerte Hölzle. Den Antrag der Grünen nannte er einen „hervorragenden Vorschlag, denn nur mit Aktion kommen wir weiter.“ Gegen fünf Stimmen beschloss die Ratsrunde am Ende, dass die Verwaltung über die Möglichkeiten eines Entwicklungskonzeptes samt Kosten und Fördermitteln berichten soll.

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