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Konzert

05.10.2018

Wie die Zauberflöte auf der Gitarre klingt

Madlen Kanzler aus Erfurt war zu Gast im Bürgersaal Tussenhausen. <b>Foto: tisch</b>
Bild: tisch

Madlen Kanzler zeigte in Tussenhausen die ganze Bandbreite der Gitarrenmusik

Tussenhausen Bereits zum zweiten Mal spielte die Erfurter Gitarristin Madlen Kanzler im Bürgersaal in Tussenhausen. Den Kontakt hergestellt haben Edith Lehner und Norbert Neunzling vom Duo Saitenspuren. Kanzler hatte zwei Gitarren und Stücke ganz unterschiedlicher Komponisten im Gepäck.

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Den Anfang machten Arien aus Mozarts „Zauberflöte“, die Fernando Sor für Gitarren bearbeitet hat. Dafür spielte sie auf einer Gitarre von 1820.

Kanzler erzählte zwischendurch über die Instrumente, so zum Beispiel über dieses Modell, das einen französischen Korpus, aber einen englischen Kopf habe. Ein zierliches Instrument mit einem feinen, sehr zarten Klang, der die Stimme der Arien wunderbar zur Entfaltung brachte.

Wie die Zauberflöte auf der Gitarre klingt

Anschließend wechselte sie zu einem neueren, spanischen Modell und wechselte auch zu entsprechend moderner Musik – hin zu dem italienischen Filmmusik-Komponisten Mario Castelnuovo-Tedesco (1895 - 1968), von dem sie drei Stücke von dessen „24 Caprichos de Goya“ spielte. Besonders schön war hier das Stück mit dem Titel „Keiner kennt sich“, von rasantem Tempo indessen war die „Tarantella“, ein süditalienischer Tanz, den man angeblich tanzen sollte, wenn man von der Tarantel gebissen wurde.

Kanzler, die klassische Gitarre studiert und mit dem Konzertexamen abgeschlossen hat, zeigte außerdem noch mit zwei Stücken zum Thema Stille, die aber zu ganz unterschiedlichen Zeiten geschrieben wurden, wie verschieden sich Komponisten mit einem Thema auseinandergesetzt haben: das erste Stück von Fernando Sor (1778-1839), „Caprice Le Calme“ auf der kleineren Gitarre von 1820, anschließend auf der jüngeren Gitarre „La Calma“, das dritte Stück aus der Sammlung ‘Collectici Intim’ von Vicente Asencio (1908-1979).

Beeindruckend und gewiss für die meisten im Publikum der Höhepunkt des Abends: Das letzte Stück des Konzerts, ein Werk von dem italienischen Gitarristen und Komponisten Carlo Domeniconi (geboren 1947), das durchzogen ist von türkisch-maurischen Einschlägen und einen vollkommen anderen Klang in den Saal brachte.

Das war ungeheuer kraftvoll, gleichzeitig verführend schön und betörend anmutig, was sie da ihrer Gitarre entlockte.

Mit einer ganz eigenen Dynamik und Melodie sowie Klangfarbe entführte das Stück geradezu in eine andere Welt. (tisch)

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