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Pfaffenhausen

10.09.2019

Wie ein Pfarrer von Pfaffenhausen aus Uganda hilft

Pfarrer Henry Sserwaniko Nganda hilft gerade in der Pfarreiengemeinschaft Pfaffenhausen aus und hält am Mittwoch, 11. September, einen Vortrag über seine Heimat Uganda, wo er verschiedene Schulen betreibt.
Bild: ug

Ein Pfarrer aus Uganda macht Urlaub in Pfaffenhausen und wirbt für seine Hilfsprojekte. Vor allem Kinder profitieren von seinem Engagement.

Er spricht gut Deutsch, denn Pfarrer Henry Sserwaniko Nganda aus Uganda hat an der Universität Landau bei Koblenz studiert und auch promoviert. Zum zweiten Mal übernimmt er gerade die Urlaubsvertretung in der Pfarreiengemeinschaft Pfaffenhausen. Die Region kennt er schon gut, denn von 2003 bis 2005 war er Kaplan in Ottobeuren. Geboren als dreizehntes von vierzehn Kindern musste er miterleben, wie vier seiner Geschwister an Aids starben. Diese Erfahrung hat ihn dazu bewegt Aids zum Thema seiner Doktorarbeit zu machen und ein Hilfsprojekt für Aids-Waisen ins Leben zu rufen, mit Kinderkrippe, Kindergarten, Schule und Internat. Heute sind in den Cosna-Schools 850 Kinder untergebracht. 30 Prozent sind Waisenkinder, die die Einrichtung umsonst besuchen können, für 70 Prozent der Kinder wird Schulgeld bezahlt, sonst wäre das Projekt nicht finanzierbar. Den Kindern Bildung zu ermöglichen ist dem Pfarrer ein wesentliches Anliegen, denn nur so haben sie eine Chance auf ein besseres Leben.

Drei Monate am Stück bleiben die Kinder im Internat. Heimweh haben sie aber nicht lange, wie der Priester erklärt, denn hier dürfen sie in einem Bett schlafen, nicht wie zuhause häufig auf dem Boden, sie bekommen jeden Tag zu Essen und sie müssen nicht auf dem Feld arbeiten, sondern können lernen und mit anderen Kindern spielen. „Auch der Umweltschutz ist uns dabei wichtig und wir pflanzen Bäume“, erzählt der Priester.

Pfarrer Henry Sserwaniko Ngada aus Uganda hält Vortrag in Pfaffenhausen

Henry Sserwaniko Nganda hat seine Pfarrei in Uganda von Null aufgebaut, heute gehören 22 Gemeinden dazu und inzwischen arbeiten drei Priester dort, um alle Aufgaben bewältigen zu können. Weil es inzwischen so viele Gläubige sind, wird eine große Kirche gebaut. Auch für dieses Bauprojekt ist Henry Sserwaniko zuständig. Und in der Pfarrei gibt es eine zweite, weiterführende Schule mit etwa 300 Schülern. Fast 100 Menschen arbeiten in den beiden Schulprojekten und verdienen dort ihren Lebensunterhalt. Zeit für Pausen bleibt Henry Sserwaniko bei dieser Fülle an Aufgaben und den notwendigen Fahrten zwischen den Schulen und der Kirchenbaustelle nicht und so ist er froh, wenn Pfarrer Josef Beyrer zurück ist, noch ein paar Tage „richtigen Urlaub“ im Unterallgäu zu verbringen.

Über sein Heimatland Uganda und seine Bildungsprojekte referiert Pfarrer Henry Sserwaniko Nganda am Mittwoch, 11. September, ab 20 Uhr im Begegnungs- und Pfarrgemeindezentrum in der Marktgrafstraße 6 in Pfaffenhausen. Informationen über das private Schulprojekt in Uganda gibt es im Internet unter www.cosnaschools.com.

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