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20,2 Prozent der Bevölkerung mindestens einmal gegen Coronavirus geimpft
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Türkheim

17.01.2021

Wie kam das Coronavirus ins Türkheimer Seniorenheim St. Martin?

Die äußere Ruhe trügt. Im Seniorenheim in Türkheim hat sich zuletzt das Coronavirus massiv ausgebreitet.
Foto: scaa

Plus Ursachenforschung im Türkheimer Seniorenheim. Ein dritter Infizierter musste ins Krankenhaus gebracht werden

Wie konnte es passieren, dass sich im Türkheimer Kreis-Seniorenheim St. Martin das Coronavirus ausbreiten konnte? Dieser Frage geht derzeit das Gesundheitsamt in enger Zusammenarbeit mit der Heimleitung nach. Auf Anfrage der MZ musste Pressesprecherin Eva Büchele einräumen: „Der Ursprung des Ausbruchs lässt sich nur schwer ermitteln.“ Gerüchte, eine Einzelperson habe das Virus eingeschleppt, wollte das Landratsamt nicht bestätigen: „Davon ist uns nichts bekannt“.

Trotz Sicherheitsvorkehrungen kam es zum Corona-Ausbruch im Altenheim

Ein Besuch in der Einrichtung war nur mit negativem Corona-Test und FFP2-Maske möglich und dann auch nur zu den festen Besuchszeiten. „Die Bewohner haben, wenn sie die Einrichtung verlassen haben, FFP2-Masken zur Verfügung gestellt bekommen“, betont Büchele. Und rüstige Bewohner des Türkheimer Seniorenheims würden ja „schließlich auch spazieren und selbst zum Einkaufen gehen“. Somit konnten sie sich auch außerhalb der Seniorenwohnanlage St. Martin des Landkreises „nach Vorgabe der aktuell geltenden bayerischen Infektionsschutzverordnung mit Familienangehörigen treffen“, so Pressesprecherin Eva Büchele.

Heimleiter Stefan Drexel sagt dazu: „Wir sind eine offene Einrichtung! Wenn sich Bewohner außerhalb der Einrichtung bewegen, müssen wir uns auf deren Verantwortungsbewusstsein und das Verantwortungsbewusstsein der Angehörigen verlassen.“

Am Donnerstag hatte eine dritte Person sicherheitshalber ins Krankenhaus gebracht werden müssen. Vier der 18 betroffenen Mitarbeiter konnten inzwischen ihre Arbeit wieder aufnehmen.

Viele neue Fälle bei Reihentestung: So geht es den Betroffenen

Bei den 250 durchgeführten Corona-Reihentests vom Montag wurden weitere Infektionen festgestellt, insgesamt wurden dabei laut Landratsamt 48 Bewohner und 18 Mitarbeiter positiv getestet. Drei bis vier Bewohner haben unterdessen stärkere Symptome entwickelt. Die anderen Betroffenen zeigten laut Landratsamt bislang keine oder milde Symptome.

Das Besuchsverbot für das gesamte Haus besteht weiter. Für den Schutz von Mitarbeitern und Heimbewohnern werde gesorgt, sagt Pressesprecherin Eva Büchele auf Anfrage der MZ.

Das Personal habe bereits vor dem Ausbruch mit FFP2-Masken gearbeitet. Inzwischen gehören laut Landratsamt auch Schutzkittel und Schutzbrillen zur standardmäßigen Ausrüstung. Büchele: „Natürlich werden die positiv getesteten Personen isoliert, aber auch die anderen Bewohner sollten sich möglichst in ihren Zimmern aufhalten.“ Die Mahlzeiten würden daher ins Zimmer gebracht.

Besuchsverbot für Angehörige

„Gemeinsame Aktivitäten und Besuche von Angehörigen sind momentan nicht möglich“, bedauert die Pressesprecherin. Trotzdem dürften die Bewohner ihre Zimmer verlassen, aber lediglich „um sich zu bewegen“. Kontakte zu anderen Bewohnern fänden nicht statt. Und alle positiv getesteten Heimbewohner „bleiben natürlich in ihren Zimmern“, so Büchele.

Die Versorgung der Bewohner sei uneingeschränkt gewährleistet: „Die Hauswirtschaft, die Pflege- und Betreuungskräfte arbeiten ganz normal und das Essen wird ins Zimmer gebracht.“ Angehörige und Besucher werden derzeit nicht ins Heim gelassen, für das gesamte Gebäude wurde ein Betretungsverbot erlassen, das nach wie vor gilt. Dennoch könnten Angehörige Dinge für die Bewohner im Heim abgeben - zum Beispiel Schokolade oder andere besondere Wünsche.

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