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Mindelheim

12.01.2020

Wie musikalisch geht es in der Beethovenstraße zu?

Ludwig van Beethoven wäre heuer 250 Jahre alt geworden. In Mindelheim ist eine Straße zu Ehren des Komponisten benannt.
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Ludwig van Beethoven wäre heuer 250 Jahre alt geworden. In Mindelheim ist eine Straße zu Ehren des Komponisten benannt.
Bild: Mauritius images/Karl Stieler

Plus Ludwig van Beethoven wäre heuer 250 Jahre alt geworden. Wir haben uns in der Mindelheimer Beethovenstraße umgehört, wie musikalisch die Menschen dort sind.

Für so manchen Musik-Genießer sind sie das unübertroffene Dreigestirn am Komponistenhimmel: Wolfgang Amadeus Mozart, Joseph Haydn und Ludwig van Beethoven. Der Bonner Beethoven feiert dieses Jahr einen runden Geburtstag. Es ist sein 250. Weltweit werden 2020 Sänger und Musiker das musikalische Erbe des großen Komponisten in Sonderkonzerten pflegen. Wie aber steht es in Mindelheim um die Beethoven-Begeisterung? Wir haben uns umgehört in einer Straße, die seit mehr als 80 Jahren den Namen des Komponisten trägt, in der Beethovenstraße im Mindelheimer Musikerviertel.

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Mozart, Haydn, Beethoven – jeder der drei Komponisten hat in der Unterallgäuer Kreisstadt seine eigene Straße. Sie liegen alle dicht beieinander im sogenannten Musiker-Viertel. Das Haus von Ingeborg und Andreas Herb liegt an der Schnittstelle zwischen Mozart- und Beethovenstraße, aber noch in der Mozartstraße. Insofern ist es nur konsequent, dass Ingeborg Herb mehr Mozart zuneigt. Ihr Vater Karl Paletta war ein großer Mozart-Verehrer, und diese Leidenschaft teilt seine Tochter.

Klassische Musik gehört für Familie Herb aus Mindelheim zum Leben wie essen und trinken

Paletta war viele Jahre bis 1975 Musiklehrer in Mindelheim, hat den Kirchenchor und das Kammerorchester geleitet und Orgel gespielt. Eine kleine Nachtmusik, kleinere Symphonien und Divertimenti hat das Kammerorchester aufgeführt. Das war auch dem Umstand geschuldet, dass einiges von Mozart einfach leichter zu spielen ist. Ingeborg Herb spielt Bratsche in der Neuen Schwäbischen Sinfonie. Und da stand voriges Jahr die 6. Symphonie von Beethoven auf dem Programm. Heuer soll es die 7. werden, beides anspruchsvolle Werke für Streicher und Bläser.

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Musik spielt im Hause Herb eine große Rolle, wenn auch das Radio nicht so oft läuft. Sie haben ein Opern-Abo in München und auch ein Konzert-Abo für den Herkulessaal, wo das glänzende Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks auftritt. Klassische Musik gehört für Ingeborg Herb zum Leben genauso dazu wie essen und trinken.

In der Mindelheimer Beethovenstraße gibt es auch Volksmusikliebhaber

Auch Sabine und Karl Hölzle leben in der Beethovenstraße, das allerdings erst seit einem halben Jahr. Auch sie hören gerne Musik, aber weniger Beethoven. Schlager und Volksmusik lieben sie. Und wenn die Stadtkapelle Mindelheim öffentlich auftritt, sind sie nicht nur deshalb begeisterte Zuhörer, weil einer ihrer Söhne mitspielt. Musik gehört zum Leben dazu, sagt Sabine Hölzle, die mit ihrem Mann die Bäckerei an der Kaufbeurer Straße betreibt.

In ihrer Kindheit hat sie selbst noch Akkordeon gespielt. Danach war dafür nicht mehr viel Platz im arbeitsreichen Leben der Familie Hölzle. Karl Hölzle steht sechs Tage die Woche um 1 Uhr nachts in der Backstube. Aber er beklagt sich nicht. Im Gegenteil. „Mir hat das immer Spaß gemacht.“ Er freut sich auch, dass einer seiner Söhne den Betrieb weiterführen will.

Und noch ein Volksmusikliebhaber lebt in der Beethovenstraße. Peter Daus, der am liebsten Ernst Mosch und die Egerländer Musikanten hört. Der frühere kaufmännische Angestellte, der inzwischen Rentner ist, hat auch mal Akkordeon erlernt. Und ihm fällt noch eine Zeile aus einem Volkslied ein: „Gesundheit ist das größte Glück der Erde“. Und bis der „Gabelsepp“ kommt, scherzt Peter Daus, will er das Leben genießen – mit Musik.

Vermutlich hätte es Beethoven im Festzelt krachen lassen

Am Ende der Straße ist die 82-jährige Ingeborg Bayer zuhause. Mit Stones und Beatles „habe ich nichts am Hut“. Aber Beethoven und Mozart hört sie gerne, wann immer sie das Radio aufdreht. Ein Instrument hat sie leider nie erlernen können, weil dafür in ihrer Familie nie genug Geld vorhanden war. Hackbrett, Ziehharmonika oder Klavier hätte sie gerne erlernt.

Ingeborg Bayer ist ein leutseliger Mensch. Im Jagdhof in Schlingen hat sie früher bedient. Und so fühlt sie sich besonders wohl, wenn irgendwo mal ein Festzelt steht und eine Blaskapelle für Stimmung sorgt. „Ich bin in der Früh die erste und abends die letzte“, sagt sie lachend. Beethoven hätte es dort bestimmt auch krachen lassen.

Mehr über Ludwig van Beethoven und seine Werke erfahren Sie hier:

Das muss man von Beethoven kennen

Wie tickte Ludwig van Beethoven?

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