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Polizei

13.11.2017

Wildsau macht Türkheim unsicher

Symbolfoto
Bild: dpa

Eine Schülerin wurde erschreckt und in der Oberjägerstraße ein Zaun beschädigt

Eine Wildsau hat in Türkheim Passanten erschreckt und einen Gartenzaun beschädigt. Peter Heckel, Vorsitzender der Jäger-Kreisgruppe Mindelheim, warnt jedoch davor, solche Situationen auf die leichte Schulter zu nehmen: Wenn tatsächlich eine Wildsau in einem von Menschen bewohnten Gebiet auftauche, dann muss davon ausgegangen werden, dass das Tier sich in Panik befindet und entsprechend reagiert.

Sein Rat: Wer in der Stadt einem Wildschwein begegnet, sollte Ruhe bewahren, sich verstecken und dem Tier die Möglichkeit geben, zu verschwinden. Keiner sollte da auch versuchen, den Helden zu spielen, warnt Heckel, denn das könne „wirklich gefährlich“ sein, so der Jäger. Aggressive Wildschweine können Menschen ersthaft verletzten, so ein Tier kann immerhin bis zu 150 Kilogramm schwer sein und männliche Tiere, sogenannte Keiler, haben lange Stoßzähne, auch Hauer genannt. Wie die Polizei erst gestern mitteilte, wurde bereits am Freitagmorgen gegen 8.20 Uhr im Bereich der Mittelschule in Türkheim mindestens ein Wildschwein gesichtet. Eine Schülerin der Mittelschule hatte ein Tier über den Schulhof rennen sehen. Es sei laut Polizei auch nicht auszuschließen, dass es vielleicht sogar mehrere Tiere waren.

Da war der Jagdinstinkt der Beamten geweckt, die sich auch sachkundige Unterstützung holten: neben einer Polizeistreife machten sich auch zwei Jagdpächter auf die Fährte der Wildsau.

Doch das schlaue Schwein war längst verduftet, ohne zunächst eine Spur zu hinterlassen. Die Beamten und Jäger vermuten jetzt, dass sich das Schwein in den Auwald geflüchtet haben könnte. Am Wochenende meldete sich dann auch ein Hausbesitzer, der einen beschädigten Gartenzaun meldete. Dass das Schwein ausgerechnet in der Oberjägerstraße wütete, war ganz bestimmt nur ein Zufall, wie ein Polizeisprecher auf Anfrage der MZ versicherte. Die genaue Schadenshöhe sei auch noch nicht bekannt.

Häufiger als in einer Stadt könne man in Wald und Flur auf Wildschweine treffen – aber auch das sei sehr selten. „Die Tiere haben einen sehr guten Geruchs- und Hörsinn und fliehen in den allermeisten Fällen eher, bevor es zu einer Konfrontation kommt.“ Nur wenn ein Wildschwein keinen Ausweg sieht, wird es eng. Gefährlich kann es auch werden, wenn man auf ein weibliches Wildschwein (Bache) trifft, das seine Jungen verteidigt. „Davonlaufen wäre aber das Dümmste – Wildschweine sind weitaus schneller als Menschen. Um sich Zeit zu verschaffen, kann auch ein lauter Schrei helfen – die Tiere sind sehr lärmempfindlich“, sagt Heckel. Ansonsten ist es sinnvoll, sich vor oder hinter einem Holzstück zu verstecken: „Ein Schwein wird niemals in Richtung eines Baumes rennen.“ (mz)

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