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10.03.2009

Willi sein oder Willi nicht sein, das ist hier die Frage

Kirchheim Im ausverkauften Kirchheimer Adlersaal saß das Publikum bei der Premiere dicht an dicht. Kaum hob sich der Vorhang über der Komödie "Einer für alles", gab's die ersten Lacher, und so ging es drei Stunden lang weiter: Es wurde schallend gelacht, gekichert, gequietscht, gekreischt, und die Zuschauer erlebten die Handlung so unmittelbar mit, dass auch immer wieder Ächzen und Stöhnen zu hören waren, wenn es gar zu arg wurde da oben auf der Bühne.

Hinreißende Regieeinfälle, hoch motiviertes Ensemble

Der Theaterverein Kirchheim bescherte seinem Publikum eine Sternstunde des Laientheaters mit hinreißenden Regieeinfällen, einem talentierten, hoch motivierten Ensemble und einer rasanten, bis ins Detail ausgefeilten Inszenierung.

Da blitzen die Dialoge, da fliegen die Fetzen, da herrscht Spannung von Anfang bis Ende. Regisseur Dr. Christian K. Jungmaier und sein Ensemble haben mit der Boulevard-Komödie von Ray Cooney und Tony Hilton einen Volltreffer gelandet.

Willi sein oder Willi nicht sein, das ist hier die Frage

Allzu viel sollte über den Inhalt nicht ausgeplaudert werden, um künftigen Besuchern nicht den Spaß zu verderben. Hier nur so viel: Ort der Handlung ist der elegante Salon auf dem Landsitz des betuchten Fabrikbesitzers Johann Hartburg (Gerhard Reichle), der zwar im Rollstuhl sitzt, sich aber deshalb von ausgedehntem Cognac- und Zigarrengenuss nicht abhalten lässt. Mit dem "ganzen Kunstquatsch" seiner flotten, malenden Tochter Ines (Anja Freisinger) hat er dafür umso weniger am Hut.

Ganz anders seine schwärmerische Schwester Emmy (Magdalena Dannhart), die sich porträtieren lässt - mit mehr als zweifelhaftem Erfolg. Als "Maler" treten auf: der dämliche, aber in seiner Naivität überaus liebenswerte Willi Nussbaum (Tobias Dannhart) und dessen halbseidener Freund Charly (Werner Wallner).

Alles dreht sich um 100 000 Euro, mit denen Hartburg Willi beglücken will, um eine alte Schuld an seinem verstorbenen Freund, Willis Vater, abzutragen. Allerdings ist damit die Bedingung verbunden, dass dieser keine weiteren Nachkommen hinterlassen hat.

Verwirrung entsteht, als ein gewisser Helmut Nussbaum, allem Anschein nach Willis Zwillingsbruder, auftaucht ... Wer ist wer?! Das wird zur zentralen Frage.

Der faule, schlitzohrige Hausdiener Josef (Hans Hampp) will dabei sein ganz privates Schäfchen ins Trockene bringen. Für weiteres Durcheinander sorgen Willis Ehefrau (Conny Scheifele), der Mitgiftjäger Boris (Rupert Dannhart) und ein papierener Rechtsanwalt (Karl Scheifele). Das kompliziert einzustudierende Stück erfordert von den Mitwirkenden höchste Konzentration. Alle Spieler glänzen in ihren Rollen. Besonders hervorgehoben zu werden verdient (neben dem gewohnt souveränen Hans Hampp) Tobias Dannhart, der von Akt zu Akt ungehemmter und damit überzeugender agiert. Absolut gekonnt springt er zwischen unterschiedlichen Dialekten hin und her.

Eine wunderbare Neuentdeckung im Team ist der sichtlich theatererfahrene Werner Wallner; insbesondere den nuancierten mimischen Ausdruck beherrscht er bewundernswert, von wütend über ratlos, von verblüfft bis schmeichelnd, von listig bis drohend.

Fazit: Dieses Stück ist ein Muss für jeden Theaterliebhaber!

Termine Weitere Aufführungen gibt es am Samstag und Sonntag, 14. und 15. sowie 21. und 22. März, jeweils 19.30 Uhr. Vorverkauf unter Telefon 08266/442 ab 18 Uhr.

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