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Mindelheim

11.09.2019

Willkommen im Mindelheimer Schwingerclub!

Akrobatisch und schwungvoll sind die Darbietungen der Mindelheimer Fahnenschwinger. Ihr nächster Auftritt ist bei der Mindelheimer Altstadtnacht am 13. September. Am Samstag, 21. September, laden sie zudem zu einem Schnuppertraining ein, denn der Verein sucht neue Mitglieder.
Bild: Issing

Mit Schwung und Spaß sind die Fahnenschwinger aus Mindelheim am Werk. Wegen Personalsorgen sucht der Verein mit einem Schnuppertraining neue Mitglieder.

„Manche lernen es ganz schnell, andere nie“, weiß Siegfried Schuster aus Erfahrung. Der Trainer der Mindelheimer Fahnenschwinger trifft sich einmal pro Woche mit Schwingern und Trommlern des Vereins in der Brenner-Turnhalle, um mit ihnen Figuren und Übungen für Auftritte bei historischen Festen und Veranstaltungen in ganz Deutschland. Auch bei der Altstadtnacht am kommenden Freitag, 13. September, wird Schusters „Schwingerclub“ am Marienplatz einmal mehr eine schwungvolle Show mit Figuren wie „Kreisen“ und „Feuerwerk“ zeigen.

Derzeit plagen den 1976 zum Frundsbergfest gegründeten Verein große Nachwuchssorgen. Neue Mitstreiter werden händeringend gesucht. Junge Leute zwischen 16 und 18 Jahren, die mal beim Training der Fahnenschwinger reinschnuppern wollen, haben dazu am Samstag, 21. September, um 17 Uhr in der Brenner-Turnhalle Gelegenheit. Bei einem „Willkommenstraining“ werden dort erste Handgriffe vermittelt.

Bei den Fahnenschwingern in Mindelheim kommt es auf Kraft und Technik an

Wer den Fahnenschwingern beim Training zuschaut, bemerkt schnell, dass dieser uralte Volkssport, bei dem es auf ein Drittel Kraft und zwei Drittel Technik ankommt, von der Dynamik lebt. Fahnenstab und Stoff lassen sich leicht in Bewegung setzen, wenn man besondere physikalische Eigenschaften zu nutzen weiß. Dann öffnet sich die Fahne, entfaltet sich, zeigt ihre Farben und schießt pfeilschnell durch die Luft. „Die Lust an Fahne und Schwung macht diese Sportart aus“, so der Trainer.

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Eine wichtige Rolle spielen Choreografien. „Die haben wir alle selbst ausgedacht und auch unsere Übungen und Figuren basieren auf eigenen Ideen“, sagt Schuster voll Stolz. Geschwungen wird bei den Proben mit roten und weißen Fahnen, während bei Veranstaltungen in Mindelheim ausschließlich schwarz-gelb zu sehen ist.

Exakt auf die Übungen der Schwinger muss auch der Trommelwirbel abgestimmt sein, was den Musikern viel Taktgefühl abverlangt.

Weil Holzstäbe beim Training schon öfters zu Bruch gegangen sind, entschied man sich für Eigenentwicklungen. „Wir gießen die Griffe der Fahnen selbst und die Stäbe aus Fiberglas werden nach unseren Wünschen gefertigt“, informiert der Trainer.

Die Fahnenschwinger treten bei der Mindelheimer Altstadtnacht auf

Eine Fahne, deren Bleigriff die Balance zum Tuch herstellen muss, wiegt bis zu 1,2 Kilo. Beim Werfen und Auffangen strahlen die Schwinger eine bewunderswerte Ruhe aus. Sie sind sich bewusst, dass jede noch so kleine hastige Bewegung ihre Kunst zunichtemacht. Und eine Kunst ist es tatsächlich, verschiedene Schwünge sowohl mit der rechten, wie auch der linken Hand auszuführen.

Als gäbe es nichts Einfacheres in der Welt, wirbeln beim Training Martin Ledermann und Nina Heidorn, die erste Frau im Schwingerteam, mit flatternden Fahnen durch die Turnhalle. Was den Aktiven gemeinsam ist: „Der Spaß an der Bewegung und an einer Sportart, die nicht jeder ausübt“.

Die 18. Mindelheimer Altstadtnacht findet am Freitag, 13. September, von 18 bis 23 Uhr statt. Die Fahnenschwinger treten um 18.30 Uhr auf dem Marienplatz auf.

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