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01.07.2010

Winter: Neuer Supermarkt wird Altstadt stärken

Mindelheim Die Nahversorgung des Mindelheimer Nordens mit Gütern des täglichen Bedarfs könnte auch ohne einen Neubau auf der Obstwiese sichergestellt werden. Das sagte auf Anfrage der MZ Hausbesitzer Hermann Schmid. Ihm gehört das Gebäude, in dem bis vor zwei Jahren noch der Feneberg untergebracht war.

Schmid versichert, er habe einen Interessenten für das Gebäude, der schon in zwei Monaten mit dem Verkauf von Lebensmitteln starten könnte. "Ein Bäcker und Metzger wären vorgesehen." Auch Obst und Gemüse würden verkauft. Allerdings würde der Lebensmitteleinzelhändler nur dann einsteigen, wenn der Supermarkt auf der Obstwiese nicht verwirklicht würde.

Das alte Feneberg-Gebäude hat laut Schmid eine Verkaufsfläche von 800 Quadratmetern plus 200 Quadratmeter Nebenfläche. Die großen Konzerne des Einzelhandels legten wert auf Verkaufsflächen von 1600 Quadratmetern aufwärts.

Interesse an größeren Verkaufsflächen hat aber auch der Investor. Je größer, desto mehr Pachtzins kann erwirtschaftet werden und desto länger laufen die Verträge.

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Bürgermeister Dr. Stephan Winter sagte, er sei von Schmid über einen Interessenten für das leer stehende Feneberg-Gebäude informiert worden. Wer der Interessent sei, wisse er aber nicht.

Die Stadt sei an einer dauerhaften und nachhaltigen Versorgungslösung für die Bevölkerung interessiert. Seit acht Jahren bekomme er permanent mit, wie sehr sich die Menschen im Norden Mindelheims ein nahe gelegenes Geschäft wünschten.

Winter ist davon überzeugt, dass die Stadt über die 800 Quadratmeter Verkaufsfläche hinausgehen müsse. Vor drei Jahren sei sie auch dem Discounter Lidl an der Allgäuer Straße in dieser Frage entgegen gekommen. Dieser hatte mit 800 Quadratmetern begonnen und war damit nicht mehr ausgekommen.

Obwohl also vor zwei Jahren bereits klar war, dass Supermärkte heutzutage mehr Verkaufsflächen benötigen, hat der Stadtrat im Jahr 2008 die Verkaufsfläche für die Obstwiese auf 800 Quadratmeter gedeckelt. Heute sagt Winter, über diese Größe werde deutlich hinausgegangen werden.

Warum der Stadtrat 2008 lediglich 800 Quadratmeter zulassen wollte, begründete Winter mit Wahltaktik. Im Vorfeld einer Kommunalwahl mochten Winter und die CSU-Fraktion nicht das Risiko eines Bürgerentscheides eingehen, räumte er offen ein. Das Kalkül war aufgegangen. Die CSU holte bei der Wahl wieder zehn Sitze, obwohl politische Schwergewichte wie Rita Steber, Ludwig Gilg und Dr. Manfred Schmid nicht mehr angetreten waren.

Heute lässt Winter erkennen, dass auch schon damals nicht daran gedacht war, sich auf die 800 Quadratmeter beschränken zu lassen. Der Bürgermeister sagt, er wolle nicht, dass der neue Supermarkt schon in zwei, drei Jahren wieder leer steht.

Auch Dr. Manfred Heider hatte im Einzelhandelsgutachten für Mindelheim bereits eine Verkaufsfläche für die Obstwiese von mehr als 800 Quadratmetern für möglich gehalten. "Und damals bestand noch der Feneberg mit 800 Quadratmetern." Macht zusammen also in etwa die 1800 Quadratmeter wie von Investor Peter Pletschacher gewünscht.

Noch nicht festgelegt sei das Sortiment. Eine eigene Drogerie werde es nicht geben. Zahnbürsten, -pasta, Damenbinden und Hygieneartikel würden aber verkauft. Ob dies bereits eine Gefahr für einen der wichtigsten Magneten der Altstadt, den Müller-Markt, darstellt, soll Gutachter Dr. Heider klären. Mit der denkbar knappen Mehrheit von einer Stimme hat ihn der Stadtrat beauftragt, eine Beurteilung zu erstellen.

Heider soll auch die Folgen für alle anderen Geschäfte der Altstadt abschätzen. Bürgermeister Winter ist schon jetzt sicher, dass der Supermarkt nicht nur den Geschäften in unmittelbarer Nähe gut tun werde, sondern auch jenen in der Altstadt. An der Allgäuer Straße bekomme man alles. Wer also mit dem Auto hinausfahre, werde nicht noch in die Altstadt fahren. Anders werde dies bei der Obstwiese sein, sagt Winter. "Hier besteht eine Blickbeziehung zur Altstadt." (jsto)

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