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Irsingen

31.01.2019

Winter extrem: Abtauchen im eiskalten Wertachstausee

Die „Crazy Frogs“ sind ganz offensichtlich hart gesotten und abgehärtet: Regelmäßig gehen sie im eiskalten Wasser des Wertachstausees schwimmen – und das auch noch ganz freiwillig. Markus Santjohanser, Christian Böhm, Angelika Nitsche, Peter Winkler, Dagmar Hahn, Eugen Müller und René Sommer (von links.) genießen das erfrischende Bad offensichtlich sehr.
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Die „Crazy Frogs“ sind ganz offensichtlich hart gesotten und abgehärtet: Regelmäßig gehen sie im eiskalten Wasser des Wertachstausees schwimmen – und das auch noch ganz freiwillig. Markus Santjohanser, Christian Böhm, Angelika Nitsche, Peter Winkler, Dagmar Hahn, Eugen Müller und René Sommer (von links.) genießen das erfrischende Bad offensichtlich sehr.
Bild: Karin Donath

Plus Die „Crazy Frogs“ machen ihrem Namen alle Ehre und gehen regelmäßig im zugefrorenen See schwimmen. Dazu brauchen sie einen Vorschlaghammer.

„Verrückt, die sind komplett verrückt“, so der Kommentar dreier zufällig vorbeikommenden Spaziergänger, die am Wörishofer Stausee ein nicht ganz alltägliches Geschehen beobachten konnten.

Zwei Frauen und fünf Männer, einer davon mit einem Vorschlaghammer bewaffnet, stiegen bei der Anlegestelle der Segelboote zum See hinunter und begannen sich bei sehr frischem Wind und einer Lufttemperatur von vier Grad langsam aus ihren dicken Winterkleidern zu schälen.

Eiswasserschwimmen in der Donau war das Ziel - jetzt geht's regelmäßig in den Wertachstausee

Es sind die „Crazy Frogs“, die hier offensichtlich ihren Spaß haben, während der unbeteiligte Zuschauer mit den Zähnen klappert und die Wintermütze fester über die Ohren zieht. Begonnen hat alles – wie so viele verrückte Ideen – mit einer Wette vor drei Jahren. „Wir saßen mit einem Freund aus Burghausen zusammen“, erzählt Angelika Nitsche. „Es ging darum, dass wir es nicht schaffen, in Burghausen bei den Stadtmeisterschaften im Eisschwimmen teilzunehmen.“

Die Wette wurde gewonnen und aus Spaß wurde Leidenschaft. Bei den Stadtmeisterschaften in diesem Jahr wurde Peter Winkler Erster in seiner Altersklasse, außerdem gab es noch eine Silber- und eine Bronzemedaille für die Schwimmer aus dem Unterallgäu. Winkler braucht für die 50 Meter Brust etwa 54 Sekunden. Insgesamt vier Frauen und sechs Männer aus Irsingen, Rammingen, Türkheim und Bad Wörishofen zwischen 20 und 58 Jahren gehören zu den „verrückten Fröschen“, heute sind sieben zum Stausee gekommen.

Hier wird regelmäßig von September bis April trainiert – konsequent einmal in der Woche. „Sobald das Freibad zumacht, kommen wir hier her“, erklärt Markus Santjohanser. Und wenn die Eisfläche das Schwimmen nicht möglich macht, dann wird eben mit dem Hammer ein Loch ins Eis gehackt und man taucht ab – der eine kürzer, der andere länger.

Davon können sich nun auch die wenigen Spaziergänger, die sich bei dem Eiswind rausgetraut haben überzeugen: nur mit Badehose und Bikini steigen die sieben tatsächlich in das zwei Grad kalte Wasser und haben offensichtlich auch noch Spaß. Unvorstellbar!

Wie gewöhnt man sich eigentlich an die eisigen Temperaturen? „Einfach nicht mit Schwimmen aufhören“, so die lapidare Antwort. „Es wird allmählich immer kälter, und der Körper stellt sich darauf ein.“ Und das Ganze hat einen positiven Nebeneffekt: „Seit ich das mache hatte ich keine Erkältung mehr“, freut sich Peter Wagner.

Ein eiskaltes Vergnügen, das auch noch gut für die Gesundheit ist. Nicht nur für Türkheimer...

Pfarrer Kneipp lässt grüßen und hätte vermutlich seine helle Freude an den „Crazy Frogs“. Abhärtung ist für diese ein angenehmer Nebeneffekt, im Vordergrund steht für die lustige Gruppe aber nicht der gesundheitliche Aspekt, sondern tatsächlich nur der Spaß.

„Auch der Freundeskreis, der uns anfänglich für bekloppt hielt, hat sich mittlerweile an unser außergewöhnliches Hobby gewöhnt“, erzählt Nitsche. Falls jemand Lust verspüren sollte mitzumachen, kann er sich gerne bei Peter Winkler melden.

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