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27.06.2009

"Wir können es schaffen, wenn wir auf kluge Ideen setzen"

Mindelheim (jsto) - Er war gerade mit der Schule durch, da packte ihn das Fernweh. Eine Weltreise sollte es sein, dachte sich der junge Schweizer Louis Palmer, aber bitteschön nicht mit einem stinkenden Auto, das nur die Welt verschmutzt.

Das war die Geburtsstunde für ein Projekt, das seinesgleichen sucht: eine Reise rund um die Welt in einem vollkommen umweltfreundlichen Solarmobil. Studenten bauten ihm dann sein einmaliges Gefährt, mit dem er sich dann tatsächlich auf den Weg machte. 53 451 Kilometer waren es am Ende, die Palmer mit seinem "Solartaxi" abgespult hat - von Syrien bis Saudi Arabien, von Indien bis Korea und China, von Neuseeland, Australien bis in die USA.

Der Mindelheimer Busunternehmer Wolfgang Steber hatte im Internet von der abenteuerlichen Fahrt gelesen, und da lud er Palmer kurzerhand in die Frundsbergstadt ein. Schließlich ist auch er überzeugt, dass gegen den Klimawandel dringend gehandelt werden müsse. Und Schwester Lisa ist als Unternehmerin der Solarbranche ohnehin eng verbunden.

Noch vor ein paar Tagen war Palmer mit seinem Sonnenfahrzeug auf der französischen Insel Reunion im Indischen Ozean unterwegs. Via Paris und per Lkw fand das Gefährt dann seinen Weg nach Mindelheim - allerdings wegen Papierkram beim Zoll erst um einen Tag verspätet.

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Palmer war natürlich nicht aus Jux und Tollerei unterwegs in der Welt. Ihm ging es darum, möglichst viele Menschen mit einer Botschaft zu erreichen, die da lautet: Wir können es schaffen, wir können die Welt retten, wenn wir auf kluge Ideen setzen. "Ich habe die Hoffnung aufgegeben", sagt er, "dass es ohne mich geht".

Die Solartechnik ist eine solche kluge Idee, Biosprit weniger. Werden auf einem Hektar Land Solarzellen aufgestellt, kann ein Solarmobil damit im Jahr 2,5 Millionen Kilometer bewegt werden, sagt Palmer. Dieselbe Fläche mit Mais bebaut bringe gerade einmal die Menge Biodiesel, die für 36 000 Kilometer reicht.

Die Reise, wie sie Palmer schildert, hielt einiges an Überraschungen parat. So habe ihn China positiv überrascht, weil sich die Menschen dort bemühten, etwas gegen den Klimawandel zu unternehmen. Nahezu jedes Haus sei dort mit Solarzellen ausgerüstet. Positiv überrascht war er auch von den USA. Auch dort sei er hochwillkommener Gesprächspartner gewesen. Nicht zuletzt seien die USA führend bei Elektroautos. Woanders habe er dagegen viel Blablabla gehört. Am Ende seiner Reise durch 38 Länder war das Solarauto in einem guten Zustand. Und weil er Millionen von Menschen dank intensiver Medienbegleitung erreicht hat, war es um die Stimmung nicht minder gut bestellt. Das Ziel wach zu rütteln hatte Palmer erreicht.

Im Mindelheimer Forum gab es begeisterten Beifall von rund 70 Interessierten.

www.solartaxi.com

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