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Unterallgäu

09.10.2020

Wird das Unterallgäu Corona-Risikogebiet - und was heißt das für Bürger?

Im Unterallgäu steigen die Corona-Fallzahlen derzeit rasant an. Ab kommender Woche gibt es an manchen Schulen daher eine Maskenpflicht.
Bild: Benedikt Siegert (Symbol)

Das Gesundheitsamt vermeldet am Donnerstag zwei weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus. Das Unterallgäu ist kurz davor, Risikogebiet zu werden. Es gibt bereits erste Maßnahmen.

Der Landkreis Unterallgäu bereitet sich darauf vor, dass der kritische Wert an Corona-Neuinfektionen bald überschritten wird: 17 neue Fälle alleine am Donnerstag ließen die 7-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner auf 44,72 ansteigen. Ab einer Inzidenz von 50 gilt ein Landkreis oder eine kreisfreie Stadt als Risikogebiet. Bereits ab Samstag gelten erste Maßnahmen.

Update Freitag, 9. Oktober, 15.15 Uhr:

Noch gilt das Unterallgäu nicht als Corona-Risikogebiet. Nachdem am Freitag nur vier neue Fälle gemeldet wurden, liegt die 7-Tage-Inzidenz mit 44,7 weiter knapp unter dem Warnwert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner. Derzeit sind somit 69 Unterallgäuer nachweislich mit dem Coronavirus infiziert. Insgesamt wurden seit Mitte März 531 Bürger positiv getestet. 20 von ihnen sind verstorben, 442 gelten als genesen.

Am Donnerstag gab das Landratsamt Detail zu den beiden jüngsten Todesfällen bekannt. Dabei handelt es sich demnach um einen 83-Jährigen, der positiv auf das Virus getestet worden war, sowie eine 73-Jährige, die sich bereits seit Längerem in stationärer Behandlung befand.

Wird das Unterallgäu ein Risikogebiet? Das Landratsamt informiert über mögliche Folgen

Eva Büchele, Sprecherin des Landratsamts Unterallgäu, sagt auf Nachfrage, das Gesundheitsamt versuche gerade die Infektionsgeschehen einzudämmen. "Wir gehen auf die 50 zu." Schulen und Kitas seien nach derzeitigem Stand nicht betroffen, es seien aber noch nicht alle Tests ausgewertet. "Bei den neuen Infektionen handelt es sich zum Teil um Personen, die sich vermutlich auf Veranstaltungen und Festen angesteckt haben", erklärt Büchele. Aber es gebe im Unterallgäu auch Corona-Fälle ohne einen derartigen Hintergrund.

Der sogenannte Frühwarnwert von 35 Neuinfektionen wurde bereits vergangenen Mittwoch überschritten. Das Landratsamt Unterallgäu erlässt deshalb eine Allgemeinverfügung, die eine weitere Ausbreitung des Virus verhindern soll, und bereitet sich gleichzeitig auf die Überschreitung des kritischen Wertes von 50 Neuinfektionen in sieben Tagen vor.

Diese Corona-Regeln gelten ab Samstag im Unterallgäu

Ab Samstag gilt:

  • An Feiern in öffentlichen oder angemieteten Räumen dürfen maximal 50 Personen teilnehmen.
  • Zudem wird dringend empfohlen, in privaten Räumen die Gästezahl auf maximal 25 zu begrenzen.
  • In Kindertagesstätten gilt: Gruppen müssen funktionell getrennt werden, wo es organisatorisch möglich ist, die Erzieherinnen müssen Mund-Nasen-Bedeckung tragen.
  • Schüler an weiterführenden Schulen und Berufsschulen müssen Mund-Nasen-Schutz tragen. Nur wer durchgängig im Klassenverband unterrichtet wird, darf an seinem Platz die Maske abnehmen.

Das passiert, wenn das Unterallgäu zum Corona-Risikogebiet wird

Wird jedoch der kritische Wert von 50 Neuinfektionen in sieben Tagen überschritten, müssen sich die Bürger auf folgende Regeln vorbereiten:

  • Im öffentlichen Raum dürfen sich maximal zwei Hausstände, nahe Angehörige oder Gruppen bis fünf Personen gemeinsam aufhalten. Das gilt auch für Zusammenkünfte in privat genutzten Räumen oder auf privaten Grundstücken.
  • Bei Veranstaltungen und privaten Feiern in öffentlichen oder angemieteten Räumen ist - wie bisher - ein Hygienekonzept erforderlich. Dann dürfen maximal 25 Personen zusammenkommen, im Freien können es bis zu 50 Personen sein.

Landrat Alex Eder sagt: „Es ist wichtig, die Ausbreitung des Virus einzudämmen, wo immer dies mit vertretbaren Einschränkungen und guter Aussicht auf Erfolg möglich ist. " Auch um bezüglich der Nachverfolgung der Infektionsketten das System nicht zum Erliegen zu bringen, seien Einschränkungen beim derzeitigen sehr dynamischen Geschehen leider unausweichlich. "Ich hätte mir allerdings gewünscht, gezielt auf das Geschehen vor Ort abgestimmte Maßnahmen ergreifen zu können und nicht an starre Werte verpflichtend gebunden zu sein. Das lassen jedoch die Vorgaben der Staatsregierung nicht zu. Hier sind mir die Hände gebunden.“

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