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Braustadl

14.11.2014

Wirtshausmusi vom Feinsten

Zum Saisonabschluss im Braustadl ein ganz besonderes musikalisches Schmankerl – Knedl & Kraut alias Toni Bartl, Juri Lex und Daniel Neuner sorgten für eine volle Wirtshausbude.
Bild: Maria Schmid

„Knedl & Kraut“ hatten die Lacher auf ihrer Seite

„Knedl & Kraut – „die lachlederne Wirtshausmusi“ – hielt, was der Veranstalter versprochen hatte. Toni Bartl, Juri Lex und Daniel Neuner sorgten nicht nur für Muskelkater am Zwerchfell, sie waren auch ein grandios musikalisch komödiantischer Abschluss der durchweg großartigen Veranstaltungen dieser Saison im Braustadl. „So einen rührigen Veranstalter wie den Tscharlie Hemmer habe er noch nicht erlebt“, betonte Bartl. Das von ihm entworfene und selbst gebaute Wirtshaus hatte genau die richtige Größe für die Bühne im Braustadl. Lediglich das bekannte Häuserl mit Herz, das zum Abschluss des Abends seine Geheimnisse mit Knalleffekt offenbarte, stand etwas abseits.

Vom Gymnasiallehrer zum besten Musiker Bayerns

Die Wirtshausstube war bayerisch traditionell eingerichtet mit Eckbank und Tisch, mit einem Geweih, an der die lange Bassgitarre ihren Platz fand. Der Zusatztisch mit bunter Kanne und einem Strauß Edelweiß entpuppte sich als Cajon (Kistentrommel), auf dem Juri Lex die jeweils richtige Schlagkraft entwickelte. Eigentlich heißt er ja Jürgen Johann Lex, war Gymnasiallehrer für Biologie und Chemie und ist „einer der besten Musiker Bayerns“. Das sagt Hannes Ringelstetter über ihn. Bewiesen hat er das nicht nur am Cajon, sondern auch an der Tuba, Gitarre, der Steirischen in verschiedenen Größen, der Zither und seiner Geige.

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Haben Sie daheim einen hohlen Spazierstock? Vielleicht können Sie ihn auch in eine Querflöte umarbeiten? Juri jedenfalls brillierte an dieser Flöte, begleitet von Toni Bartl und Daniel Neuner. Der Daniel sei ein echter Bayer, sagte Bartl. Und wieso trägt ein echter Bayer einen solchen Vornamen? Nun, das sei damals passiert, als Daniels Eltern den 2340 Meter hohen „Daniel“, den höchsten Gipfel der Ammergauer Berge, erstiegen. Als sie herunterkamen, seien sie, ohne es zu wissen, schon zu dritt gewesen. Und so habe er halt den Vornamen Daniel erhalten. Diesem Daniel Neuner blitzte der Schalk nur so aus den Augen. Er ist ein sprachliches und gesangliches Naturtalent. Nicht nur was die Schnelligkeit betrifft, sondern auch die Stimmlagen, die er rasant von normal, zu tief und hoher Kopfstimme wechseln kann. Vom Spiel mit Suppenlöffeln, der Maultrommel oder den bayerischen Kastagnetten ganz zu schweigen. Toni Bartl erklärte, diese Alpenkastagnetten seien aus zwei verschiedenen Baumarten gemacht, der Kirsche und der Erdbeere. Na ja, die Lacher der Gäste hatte er so wieder einmal auf seiner Seite.

Er selbst jedenfalls beherrscht nicht nur die Steirische perfekt, sondern ließ auch einen Fuchsschwanz die Titelmelodie aus dem Film Doktor Schiwago singen. Das war ein „einschneidendes“ Erlebnis. Außerdem spielt er auf seiner diatonischen Harmonika gleichzeitig drei Melodien. Darin war er 1996 Weltmeister. Ein lustiges Lied nach dem anderen erklang, ob die Ballade vom „Dorfschulmeisterlein“ oder das Liebeslied mit der Pointe, dass es sich um eine Lederhose handelt. Für „Das Wamperl“ war Daniel Neuner prädestiniert. Er kann sich halt gar nicht an die Kneippkur gewöhnen. Für ihn wird sie immer wieder zur Kneiptour. Alle drei Akteure sangen überzeugend „Im Wirtshaus bin i wia z’ Haus“.

Und was war nun in dem Häuserl mit dem ausgeschnittenen Herz? Eine Spatengeige mit zwei Saiten und Bogen und eine elektrische Heugabelgitarre. Bei der Zugabe drückte Toni Bartl regelrecht „auf die Tuben“. Er hatte leere Tuben mit Filzstifthülsen versehen und zum Musikinstrument umgebaut. Das war für Bartl ein Leichtes und für das Publikum wieder einmal eine große Freude. So viel Spaß, ohne nur einmal unter die Gürtellinie zu gehen – einfach großartig. Auf die Frage, ob sie wieder im Braustadl auftreten würden, kam ein klares „Ja“. (sid)

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