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Erziehung

22.12.2015

Wo Geister tanzen und der Biber meckert

Vincent (links) und Timo spielen mit ihren Müttern „Logi-Geister“. Wo muss man noch Zahnräder einfügen, damit sich alle Gespenster drehen?
Bild: Kindergarten

Im Kindergarten Oberrieden hatten alle viel Spaß. Einige Spiele kamen dabei besonders gut an

Sehen, was das eigene Kind im Kindergarten erlebt, das konnten die Eltern vor Kurzem in Oberrieden – dabei wurden die Spiele der „KiTa-Spielothek“ vorgestellt. Die Spielothek ist eine Initiative des Vereins „Mehr Zeit für Kinder“, für die sich der Kindergarten beworben hatte. Seit 2010 wurden 3000 Kindergärten und 1000 Krippen mit einem Paket der Sponsoren Ravensburger, Bruder, Zapf Creation und Schleich ausgestattet.

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Die Spielsachen haben Pädagogen und Wissenschaftler des ZNL TransferZentrums für Neurowissenschaften und Lernen in Ulm auf ihre Förderaspekte hin getestet und für gut befunden. Neben den bekannten Bruder-Fahrzeugen finden sich darin Puppen, Puzzle, ein Tiptoi-Stift und viele Aktions- und Lernspiele. Perfekt für den Kindergarten Oberrieden: Jeder Tag beginnt hier ohnehin mit Spielen in kleinen Gruppen. „Viele Kinder würden von sich aus sonst nur selten mitspielen. Vor allem die Jungs würden morgens in die Bauecke sitzen und am liebsten nicht mehr herauskommen“, sagt Leiterin Silke Lutze.

Die zentrale Rolle, die der Kindergarten Lernspielen einräumt, kommt nicht von ungefähr: Auch der bekannte Hirnforscher Manfred Spitzer, der das ZNL TransferZentrum für Neurowissenschaften und Lernen leitet, weist auf die Bedeutung für die Entwicklung hin: „Kinder unterscheiden nicht zwischen Lernen und Spielen. Sie lernen beim Spielen. Das Spielen trägt wesentlich zur Persönlichkeitsentfaltung bei.“

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Das gemeinsame Spiel mit Eltern und Erziehern dient der sprachlichen, emotionalen und sozialen Entwicklung. Kinder würden am Vorbild lernen, Eltern können Stärken und Talenten ihres Kindes erkennen und durch die gemeinsam verbrachte Zeit die Bindung stärken.

Die Adventszeit bot sich in Oberrieden nun an, um die Eltern zum weihnachtlichen Frühstück, Plätzchenbacken und Spielen in den Kindergarten einzuladen. Die Vorschulkinder hatten sogar extra ein Theaterstück einstudiert. Wie groß das Interesse der Eltern am Kindergartenalltag ist, zeigt die Resonanz: Bis auf wenige Ausnahmen haben sich bei allen Kindern ein oder sogar beide Elternteile Zeit genommen.

„Es ist wirklich sehr gut angekommen und es war sehr interessant zu sehen, wie Morgenkreis und die anderen vormittäglichen Aktivitäten ablaufen“, freut sich Elternbeiratsmitglied Gabi Berka. Sie hat mit ihrem Sohn viel „Uno“ und „Make ’n’ Break Junior“ gespielt. In seiner Gruppe sei vor allem das Brettspiel „Wir spielen einkaufen“ gut angekommen. Ausgestattet mit einem vollen Geldbeutel können sich Kinder dabei auf eine Einkaufstour begeben. Sie müssen die Preise der benötigten Lebensmittel und ihr Budget im Auge behalten.

Nebenan in der Mäusegruppe meckert Billy Biber, wenn der Stapel mit Holzstämmen einstürzt; großen Anklang findet das Spiel „Logi-Geister“. Nach Vorlage einer Bauplankarte werden Zahnräder mit den Geistern auf ihren vorgegebenen Platz in den Spielplan gesteckt. Anschließend wird gewürfelt. Durch geschicktes Platzieren weiterer Zahnräder können immer mehr Geister gedreht werden. Ziel des Spiels ist es, dass die Geisterbahn funktioniert und sich alle Geister drehen. Viele Eltern schätzen besonders, dass bei vielen Spielen auch Varianten mit höherem Schwierigkeitsgrad für größere Kinder möglich sind. Hier lohne sich dann auch die Anschaffung zu Hause eher.

Für die Kleinsten gibt es in Oberrieden die Spielesammlung „Mein erster Spieleschatz“ von Haba. Irene Müller-Weißenhorn, Mutter zweier Kindergartenkinder, ist vor allem vom Würfel, der nicht wie üblich bis sechs Punkte, sondern nur maximal drei Punkte zeigt, begeistert. „Das kannte ich so noch nicht, aber ich find es toll zum Zählenlernen“, meint sie. Überhaupt fand auch sie den Eltern-Vormittag im Kindergarten schön und aufschlussreich.

Aufgrund der positiven Reaktionen wurde beim Elternabend dann auch beschlossen, dass es bald wieder eine Hospitationswoche geben soll, um das gemeinsame Spiel von Kindern und Eltern zu fördern.

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