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Kunst

03.11.2018

„Wo immer du hinsiehst, findest du Inspiration“

Türkheims Bürgermeister Christian Kähler und Lucia Maier bei der Eröffnung ihrer Ausstellung.
Bild: scaa

Die Bilder von Lucia Maier sind noch bis Sonntag im kleinen Schloss in Türkheim zu sehen

Es ist nicht ihre erste Ausstellung im Kleinen Schloss in Türkheim: Schon vor fünf Jahren war Lucia Maier dort mit ihren Bildern vertreten, zusammen mit ihrer Malkollegin Nina Schmid. Also ein Heimspiel? Aber nicht nur, denn viele neue Bilder sind diesmal dabei.

Lucia Maier ist Malerin, Künstlerin, und auch die Bezeichnung „Malweib“, zurückgehend auf die Gruppe der Münchner Malweiber, hält sie für nicht verkehrt. Sie ist Autodidaktin, und das ist schon etwas ganz Besonderes.

Wenn man vor ihren großformatigen Werken steht, will man es kaum glauben, dass sie erst vor zehn Jahren so richtig mit dem Malen angefangen hat.

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Und dieser Anfang klingt nach Schicksal. Sie, ihr Mann und die beiden Jungs bekamen vom Bruder Aquarell- und Ölfarben zum Ausprobieren, weil der mit dem Malen aufgehört hatte. Für Lucia Maier muss das wie eine Offenbarung gewesen sein: Sie lebte fortan ihre Liebe zu Farben und Formen, zu eigenen Kompositionen. Angefangen hat es mit abstrakter Gestaltung, das gegenständliche Malen kam später. Auf die Frage, ob sie ihre Begabung erst anhand geschenkter Farben entdeckt habe, sagt sie: „Ich war immer schon kreativ, seit ich denken kann.“

Lucia Maier stammt aus dem Allgäu und lebt mit ihrem Mann in Mindelheim. Die Kinder sind erwachsen, und es passt, dass ein Sohn an der „Akademie der Bildenden Künste“ studiert.

Lucia Maier selbst hat ein einziges Mal einen Malkurs belegt. Zu Ausstellungen wird sie öfters angefragt, in diesem Jahr schon von der Internationalen Galerie in Hamburg. Unter anderem konnte man auch in Udine im italienischen Friaul ihre Bilder bewundern, und viel italienische Atmosphäre findet sich in ihren Ansichten von Venedig. Fast alle ihre Städte-Porträts – seien sie von New York, London oder Berlin – leben mit und von den dargestellten Personen, die die besonderen Stimmungen der sehr unterschiedlichen Orte ausdrücken: Großstadtflair, Geräusche, Lärm, Hektik teilen sich so dem Betrachter mit.

Lucia Maier arbeitet mit Acryl-Farben, im Stehen vor großer Leinwand im heimischen Wohnzimmer. „Die Leinwände wurden immer größer“, erinnert sie sich. Sie nimmt Aufträge von Firmen und Privatpersonen an. Und es sei nicht immer leicht, sagt sie, wenn die Vorstellungen der Kunden und die eigenen Gestaltungs-Ideen auseinandergingen. Für ihre Stadtansichten und Porträts nimmt sie eigene und fremde Fotos als Idee. Die Perspektiven dürfen dann schon mal gewagt sein. Ein klassisches Stillleben wirkt plötzlich verfremdet. Auch ihre Personen findet sie so oder ähnlich auf Fotos. Und die Stimmungen hat sie ja selbst auf ihren Reisen erfahren.

Der Dynamik von Rittern in voller Rüstung zu Pferd, die mit hochgestreckten Lanzen in langer Reihe auf den Betrachter zustürmen, kann man sich kaum entziehen. Die Mittelalter- Motive und Porträts haben Impressionen vom Mindelheimer Frundsbergfest als Vorlage, waren dieses Jahr schon in Mindelheim ausgestellt und sind jetzt hier wieder zu entdecken. „Armbrust, Feuerwaffen - das ist alles ziemlich martialisch“, meint sie, „aber es ist mir dann doch gelungen.“

Zur Eröffnung ihrer Ausstellung ist der große Kreis der Mindelheimer Kunst-Fans angereist. Für Live-Musik und das leibliche Wohl ist an diesem Abend gesorgt. Maurizia Febronia, die einst hier wohnte, hätte sich sicher über so viele Gäste und die ausgelassene Stimmung gewundert. „Zehn Jahre sind ein Anlass zu feiern“, sagt Lucia Maier in einer kleinen Ansprache, „und das kann man nicht alleine!“ Und sie freue sich über die Bestätigung und Anerkennung, die sie hier erfahre. Das Motto für ihr weiteres Schaffen: „Wo immer du hinsiehst, findest du Inspiration.“

Die Ausstellung „Acryl-Attack“ von Lucia Maier im kleinen Schloss in Türkheim ist noch bis Sonntag, bis 4. November zu sehen. Am heutigen Samstag, 3. November, von 11 bis 22 Uhr und morgen, Sonntag, 4. November von 11 bis 17 Uhr. Die Hälfte der Verkaufserlöse spendet die Künstlerin dem Kinderhospiz St. Nikolaus in Bad Grönenbach.

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