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Bad Wörishofen

12.07.2019

Wörishofer Wirtschaftsschule will eine fünfte Klasse

Schulzentrum Berufliche Schulen Wirtschaftsschule BOS FOS Bad Wörishofen
Bild: Harald Klofat

Wie entwickeln sich die Schulen in Bad Wörishofen? Zumindest in der Wirtschaftsschule soll es bald eine fünfte Klasse geben. Doch es gibt auch Kritik.

Der Übertritt in eine sechste Klasse der Wirtschaftsschule wurde heuer gerade erst beschlossen, da blickt man in Bad Wörishofen schon aufs nächste Ziel. Die Verbandsversammlung des Zweckverbandes Berufliche Schulen gab in der jüngsten Sitzung grünes Licht auf Einführung einer 5. Klasse, sollte das Kultusministerium für diese Erweiterung den Weg frei machen.

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Während die einen darin eine Stabilisierung der Wirtschaftsschule sehen, gab es auch kritische Stimmen, man untergrabe damit die Mittelschule.

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Scharfe Kritik am neuen Schulmodell

Insgesamt nahm das Gremium unter Vorsitz von Landrat Hans-Joachim Weirather gerne zur Kenntnis, dass sich die Schülerzahlen stabilisieren und somit der Fortbestand von Wirtschaftsschule, Hotelfachschule und sowie Fachober- und Berufsoberschule in Bad Wörishofen gesichert sind. Im laufenden Schuljahr besuchten 407 Schüler in 24 Klassen die verschiedenen Zweige der beruflichen Schulen. Schulleiter Oberstudiendirektor Johannes Storch informierte die Verbandsräte über die aktuelle Situation. In der zweiklassigen Wirtschaftsschule gebe es 39 Anmeldungen, so dass wieder zwei Eingangsklassen gebildet werden könnten.

Eine sechste Klasse wird es nun erstmals in Bad Wörishofen geben

In der fünfklassigen Wirtschaftsschule beginne man erstmals mit einer sechsten Eingangsklasse. Storch bedankte sich bei den Verbandsräten, dass der Zweckverband der Schule eine Blankvollmacht erteilt habe, sich für die sechste Eingangsklasse zu bewerben, falls das Kultusministerium nachfrage. Dies führe dazu, dass man im Schuljahr 20/21 zwei siebte oder eine sehr große 7. Klasse haben werde. Storch machte deutlich, dass der wegweisende Beschluss des Gremiums eine rasche Zusage ans Kultusministerium möglich gemacht habe.

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Ohne Umweg an die Wirtschaftsschule

Und da nun über eine fünfte Klasse nachgedacht werde, bitte er um das gleiche Verfahren: Der Zweckverband solle das Einverständnis erklären, dass sich Wörishofen im Bedarfsfall schnell bewerben könne. Storch ging auf die laufende öffentliche Diskussion ein. Die Entscheidung des Kultusministeriums, die 6. Klasse zum Regelfall zu machen, sei bei den Vertretern der Mittelschule auf Widerstand gestoßen. Der Vorwurf, dass diese Ausweitung die Mittelschule gefährde, sei allerdings nicht belegbar, findet Storch. Der Schulleiter wörtlich: „Es muss im Interesse aller Schularten sein, unseren Schülern ein vielfältiges schulisches Angebot zu machen“.

Aus Elternumfragen wisse man, dass zu viele Schullaufbahnentscheidungen Jahr für Jahr nachträglich korrigiert werden müssen. Die Eltern erwarteten das Angebot der Wirtschaftsschule in der 5. Klasse, dort wo auch alle anderen Schularten, die zum Mittleren Schulabschluss führen, ihr Angebot machen. Dass dies bei den Wirtschaftsschulen bisher nicht möglich war, bezeichnete Storch als „nicht fair“.

Eine Äußerung des Schulleiters löst eine lebhafte Diskussion aus

Dieses Statement löste bei den Räten eine lebhafte Diskussion aus. Heidi Zacher meinte, dieser Beschlussvorschlag löse bei ihr gemischte Gefühle aus. Sowohl Mittelschule als auch Wirtschafsschule hätte ihre Berechtigung. Eine Ausweitung des Angebotes könne ihrer Meinung nach die Mittelschule schon „untergraben“ Jürgen Thiemann sah das Problem am bayerischen Schulsystem mit der Selektierung in der vierten Grundschulklasse, seiner Meinung nach ein viel zu früher Zeitpunkt.

Sebastian Seemüler sprach sich dafür aus, das Profil der Wirtschaftsschule zu stärken. Und Wörishofens Zweiter Bürgermeister Stefan Welzel sah dies Sache aus einem anderen Blickwinkel: Es gehe auch darum diese Schule zukunftsfähig zu machen. Und er erinnerte an die sechsklassige Realschule als echte Konkurrenz. So entschied sich der Zweckverband einstimmig für die Einführung einer fünften Klasse. Wie Storch weiter erklärte, liegen Für die Hotelfachschule im kommenden Jahr 18 Anmeldungen vor. Wie im vergangenen Jahr, werde man eine erste und eine zweite Klasse anbieten.

Alle bayerischen Hotelfachschulen hätten ein schwieriges Umfeld. Wörishofen habe aber den Vorteil, eine Kooperation mit der Hochschule Kempten anbieten zu können. Eine weitere Kooperation gebe es seit Frühjahr dieses Jahres mit der Fernhochschule Riedlingen.

Nach den Anmeldungen könne man in der jeweils Fachoberschule zwei Eingangsklassen bilden. Sowohl für die Bereiche Soziales als auch Wirtschaft gebe es 37 Anmeldungen.

Allerdings die Zahl der Anmeldungen für alle vier Klassen sei um 33 niedriger als letztes Jahr. Es gebe aber auch in der Umgebung mehr Angebote. In den 12. Klassen gebe es wieder in den beiden Bereichen zwei Klassen. Für die Berufsoberschule liegen Storch 20 Anmeldungen vor. Es werde eine Mischklasse gebildet, kündigte er an.

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