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Mindelheim

08.04.2019

Wolfgang Krebs und sein Auftritt vor den Flugsauriern von Grob

„Geh zu – bleib da“ heißt das aktuelle Programm, das Wolfgang Krebs vor mehr als 400 Besuchern im Mindelheimer Forum zeigte und damit für große Erheiterung sorgte.
Bild: Tina Schlegel

Der Kabarettist zeigt im Mindelheimer Forum seine Verwandlungskünste und spart nicht an bösen Seitenhieben.

Es gibt Sätze und Versprecher von Politikern, die werden geradezu geflügelte Worte. Die „Zehn-Minuten-Rede“ Stoibers über die Verbindung raus zum Münchner Flughafen gehört dazu. Kein Wunder, dass sie Eingang in zahlreiche Parodien gefunden hat. Auch der Kaufbeurer Kabarettist Wolfgang Krebs spielt mit diesen „Zehn Minuten“ – allerdings bedient er sich nicht nur der Wörter, sondern schlüpft auch in die Figur Stoibers, täuschend ähnlich in Stimmklang und -farbe, in Gestik und Betonung und mit einer fabelhaften Vermischung von Klamauk und Inhalten, die just zur Person passen könnten.

„Die Schatten werfen die Ereignisse hinterher“, sagt er, stutzt, „na gut, ich bin jetzt kein Physiker …“ Dafür aber sei er ein „Witzplätzchen“, das sich über den noch immer unterschätzten Vormarsch der Chinesen mokiert, weil die eben nicht mehr mit Bambushütchen am Straßenrand sitzen, zu dritt, mit Cello – oder war es Kontrabass? –, sondern uns längst überholen. „Wenn das so weitergeht, dann füttert uns ein chinesischer Roboter in ein paar Jahren den Schweinebraten süß-sauer mit Stäbchen. Und nur mit viel Glück hat er uns vorher die dritten Zähne eingesetzt.“

Der rote Faden von Wolfgang Krebs ist auch in Mindelheim die Landflucht

„Geh zu – bleib da“ heißt sein aktuelles Programm über den bayerischen CSU-Sumpf, in dem der rote Faden jedoch die Landflucht ist. Gegen die wettert er in seinen unterschiedlichen Auftritten, denn Krebs ist nicht nur ein perfekter Imitator Edmund Stoibers, auch zahlreiche weitere wie etwa Horst Seehofer, Hubert Aiwanger, Markus Söder und König Ludwig zaubert er auf die Bühne.

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Lustig wolle er sein, sagt er eingangs, aber mit ernstem Hintergrund, denn: „Wir Bayern sterben aus, vor allem auf dem Land, weil die Leute lieber in der Stadt aussterben.“ Tja, ein Schelm, der dabei zynisch denkt, es könnte auch mit den Politikern … Nicht doch, die geben freilich alles, Bayern über den grünen Klee zu loben. Auch die Abgase in der Großstadt seien schlichtweg dafür gut, um die Überalterung zu verhindern.

Für große Erheiterung sorgte Krebs mit Stoibers Begrüßungen der Maristinnen, Frundsberger und Grobianer

Über 400 Gäste im zusammengeführten großen und kleinen Saal im Forum verfolgten begeistert die Verwandlungskünste von Wolfgang Krebs, der immer wieder schöne, böse Seitenhiebe einbaute. Als Aiwanger sagt er zum Beispiel: „Wenn du bereits auf dem Schoß des Gegenübers sitzt, dann kann er dich nicht mehr über den Tisch ziehen.“

Für große Erheiterung sorgten auch die unterschiedlich „verpatzten“ Begrüßungen Edmund Stoibers. Von „Liebe Maristinnen und Marionetten“ über „liebe Frundsberger und alle übrigen Grobianer“ hinzu „liebe Flugsaurier von Grob“ stolperte Krebs als Stoiber bravourös durch alles, was in Mindelheim so ansässig ist.

Manchmal wisse er selbst nicht mehr genau wie seine Stimme klingt, scherzt Krebs, als er ohne Verkleidung auf die Bühne kommt. Aber man kann ihn beruhigen: Auch als „Wolfgang Krebs“ ist er ein großes Vergnügen.

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