Newsticker
RKI-Chef Wieler: "Wird noch schwieriger, das Virus im Zaum zu halten"
  1. Startseite
  2. Lokales (Mindelheim)
  3. Wollen sich Handel und Molkereien profilieren?

Landwirtschaft

22.01.2019

Wollen sich Handel und Molkereien profilieren?

BBV-Geschäftsführer Helmut Mader (von links, Thomas Brutscher vom Verein Renergie Allgäu und BBV-Kreisobmann Martin Schorer informierten über Perspektiven in der Landwirtschaft und auf dem Energiesektor.
Bild: Josef Diebolder

Der Unterallgäuer Bauernverband kritisiert, dass die Anbindehaltung mit Abzügen beim Milchgeld bestraft wird

In zwei Regionalversammlungen, darunter eine in Nassenbeuren, hat der Unterallgäuer Bauernverband über Perspektiven in der Landwirtschaft und auf dem Energiesektor informiert. Dabei blickte er auch auf die Preisentwicklungen des abgelaufenen Jahres. Ständig wechselnde Marktverhältnisse spiegelten sich demnach in den Einkommen wider. So betonte BBV-Kreisobmann Martin Schorer, „miteinander durch schwierige Zeiten“ zu gehen. „Wir müssen gut und günstig produzieren“, folgert er aus den Marktzahlen. Die Landwirtschaft verliere mit dem Brexit ein landwirtschaftsfreundliches EU-Mitglied, so Schorer. Er befürchte auch für die Region Einbußen.

Nach einem Erlöstal 2015 und 2016 hätten sich die Gewinne der bayerischen Bauern wieder normalisiert. Aktuell wollten sich Handel und Molkereien profilieren, indem sie die Anbindehaltung ankreiden. Rund die Hälfte der Milcherzeuger in Bayern setze auf die seit Jahrhunderten bewährte Haltungsform und bekomme dafür künftig Abzüge beim Milchgeld. Dabei sei die Milch von Kühen aus Anbindehaltung genauso gut wie die von Kühen, die in einem Laufstall gehalten werden. „Das ist für mich unterste Schublade, das hier mit dem Tierwohl zu verbinden. Ein Tier, das nicht ordentlich gehalten wird, leistet auch nichts. Wenn es der Kuh gut geht, geht es auch der Bauernfamilie gut. Wir Landwirte machen so gute Produkte wie nie“, betonte Schorer.

Daneben ging er auf Blühflächen und Blühstreifen an Feldrändern ein, mit denen bereits im vergangenen Sommer etliche Landwirte nicht nur das Auge des Betrachters erfreuten, sondern auch Nahrung und Unterschlupf für Insekten boten. Auch im kommenden Jahr soll es wieder „blühende Rahmen“ um Maisfelder geben. Entsprechende Hinweisschilder und Saatgut erhalten die Landwirte beim Bauernverband.

Von der neuen „Stoffstrombilanz“ berichtete anschließend BBV-Geschäftsführer Helmut Mader. Sie betreffe Tierhalter mit mehr als 2,5 Großvieheinheiten je Hektar, wenn sie Wirtschaftsdünger austauschen. Viehlose Betriebe könnten Gülle bis zum Grenzwert von 170 Kilo Stickstoff je Hektar aufnehmen.

Weil bei Biogaserzeugern die Einspeisevergütungen 20 Jahre nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz sinken, sprach sich Thomas Brutscher vom Verein „Renergie Allgäu“ dafür aus, den Strom selbst zu vermarkten. Die selbst erzeugte Energie könne entweder selbst verbraucht werden, oder über eine Strombörse, einen Terminmarkt oder gleich an den Endverbraucher eingespeist werden. Schon jetzt müssten alle Anlagen über 100 KW direkt vermarkten. Auch die Fotovoltaikbetreiber müssten künftig ihren Strom selbst vermarkten. (jd)

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren