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14.02.2018

Würgen die gestiegenen Saalmieten den Fasching ab?

Petra Mayer-Büchele

Das Unterallgäuer Minigardetreffen und der Hofball stehen auf der Kippe. Warum das so ist – und was Bürgermeister Gruschka dazu sagt

Der Ausblick klingt düster: „Wenn kein Wunder geschieht oder unerwartet ein Sponsor einspringt, wird es das Treffen der Unterallgäuer Minigraden im Kursaal bald nicht mehr geben“, fürchtet Petra Mayer-Büchele. Die Präsidentin des Faschingsvereins „Kneippilonia“, die seit Jahren die große Show der kleinen Gardinchen organisiert klagt: „Die hohe Saalmiete ist für unseren Verein allein mit den Eintrittsgeldern nicht mehr zu stemmen“. Die Kneippilonia zahle „jedes Jahr drauf und das nicht zu knapp“. Vor fünf Jahren noch habe man für den Kursaal ein Drittel der heutigen Miete bezahlt.

Ein Minus-Geschäft ist für die Kneippilonia auch der Hofball, der heuer wohl letztmals im Kursaal über die Bühne ging. Man suche Alternativen. Doch die Frontfrau der Kneippilonia ist sich im Klaren darüber: „Es ist schwierig in Wörishofen einen Saal für 200 bis 300 Personen zu finden“. Die Budelonia hat aus der Mietmisere bereits die Konsequenzen gezogen und ist nach Wiedergeltingen „ausgewandert“.

Fred Beilhack, der 20 Jahre das Treffen der Großen Garde ausrichtete, sagt: „Seit drei Jahren steigende Saalmieten und Mehrkosten für Technik, Dekoration und Hausmeister. Und nicht zu vergessen: Die Kurhaus-Gastronomie ist verpachtet. Um kein Minus bei den Gardetreffen zu machen und die Eintrittsgelder nicht erhöhen zu müssen, hätten die Vereine viel an Eigenleistung erbracht. „Sonst hätte das bisher eh nicht funktioniert“, ist Beilhack überzeugt.

Bürgermeister Paul Gruschka äußert Verständnis für die Sorgen der Kneippilonia, die sich auch als Anwältin für alle Wörishofener Vereine sieht. So will sich der Rathauschef dafür einsetzen, dass man bei den Minigarde-Treffen ebenso wie beim Fest der Großen Garden verfährt. Will heißen: Stadt und Landkreis teilen sich die Kosten für die Saalmiete im Kurhaus. Grundsätzlich gibt Gruschka jedoch zu bedenken: „Die Stadt hat den Kursaal an einen Gastronomie-Betrieb verpachtet und kann folglich den nicht dazu bewegen, den Vereinen die Bewirtung zu überlassen, was für diese in früheren Jahren immer eine gute Einkommensquelle war.“ Und was die Höhe der Saalmiete angehe, so sei diese vom Stadtrat festgesetzt worden. Den Vereinen würden aber Sonderkonditionen eingeräumt. Man habe damals auf „Betreiben des Kurbetriebes die Gebühren erhöht“, sagt dazu Zweiter Bürgermeister Stefan Welzel. Die Vereine hätten es ohnehin schon „mehr als schwer“. Man müsse sich unterhalten. „Es muss hier eine Lösung möglich sein.“ Wenn ein „Verein mit einem Zuschussantrag auf mich zukommt, helfe ich gerne“, versicherte auch Bürgermeister Gruschka. (iss, m.he)

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