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10.03.2009

Zahl der Übernachtungen sinkt weiter

Bad Wörishofen Die Zahl der in der Stadt getätigten Übernachtungen ist im vergangenen Jahr unter die Marke von 800 000 gefallen. Mit 766 496 Übernachtungen wurde im Vergleich der vergangenen 17 Jahre ein neuer Tiefstand erreicht. Auch die Zahl derer, die in der Stadt übernachtet haben, ist leicht gesunken. Das Niveau ist mit 103 581 gezählten Ankünften aber immer noch weitaus höher als in den Jahren 1991 bis 2004, wo jeweils unter 100 000 Ankünfte registriert wurden.

Kurdirektor Alexander von Hohenegg sieht den Grund für den neuerlichen Rückgang bei den Übernachtungen vor allem im Wegfall jener Gäste, die noch eine klassische Kneippkur absolvieren. Diese treuen "Kneippianer" kommen vielfach seit Jahrzehnten nach Bad Wörishofen und kuren hier drei Wochen lang. Für jeden dieser Gäste, die nicht mehr nach Bad Wörishofen kommen können, müsste es gelingen, vier neue Gäste in die Stadt zu locken, verdeutlicht der Kurdirektor. Nur dann könne die Zahl der Übernachtungen stabil gehalten werden. Aktuell verbringen Gäste in Bad Wörishofen durchschnittlich 7,4 Tage.

Als weiteren Grund führt von Hohenegg den Wegfall des beliebten Ulrichsheimes an. Der Sozialverband VdK, dem das Haus gehörte, will an der Stelle bekanntlich ein neues Medical-Wellness-Hotel bauen. Das Ulrichsheim wurde abgebrochen. Bis heute liegt die Baugrube aber brach. Dabei habe die Stadt mit dem Ulrichsheim auch zwei Prozent Übernachtungen verloren, sagt von Hohenegg: "Ich hoffe, dass die so schnell wie möglich bauen." Gehört habe er vom VdK allerdings schon lange nichts mehr.

Um sicherzustellen, dass Zahlen zu Ankünften und Übernachtungen nicht im digitalen Nirgendwo verschwunden sind, will die Stadt noch einen Datenabgleich zwischen ihren und den Systemen der Hotels vornehmen. Man erwarte sich dadurch "ergänzende Zahlen", hieß es.

Zahl der Übernachtungen sinkt weiter

Innerhalb der Beherbergungsbranche gibt es einige Unterschiede, was die Auslastung angeht. Wie die Stadt mitteilt, legten die Sanatorien im Vergleich zu 2007 um drei Prozent bei den Übernachtungen zu. Die Gasthöfe verbesserten ihr Ergebnis sogar um sechs Prozent. Die kleineren Kurpensionen haben dagegen einen Rückgang von etwa zehn Prozent bei den Übernachtungen zu verzeichnen, die Kurhotels sechs Prozent. Verschoben hat sich auch das Reiseverhalten der Gäste: Die Ankunftszahlen während der Wintermonate sind im Vergleich zu 2007 höher, während die Sommermonate vergleichsweise schlechter ausfielen. Lediglich der August fiel besser aus als im Vorjahr.

Von den 766 496 Übernachtungen kamen 43 461 aus dem Ausland, davon die meisten aus der Schweiz und Österreich, teilt die Stadt mit. "Aus beiden Ländern konnte ein deutlicher Zuwachs an Gästen erzielt werden", heißt es.

Entsprechend werden die Länder beackert. Auf insgesamt 13 Reisemessen und -märkten war die Stadt nach Auskunft von Hoheneggs in diesem Jahr bereits vertreten, unter anderem in Zürich, Bern, Basel und St. Gallen. Bad Wörishofen müsse 2009 seine Position mit "einem konzentrierten Einsatz" wieder stärken, sagt von Hohenegg. "Es kann uns nicht befriedigen, dass wir dieses Ergebnis mit anderen bayerischen Kurorten teilen." Ein erstes Ziel müsse es sein, den Dreitagesgast zum Fünftagesgast zu machen, der irgendwann auch mal zwei Wochen bleibt.

Im Rathaus hofft man für das laufende Jahr auf eine Belebung des innerdeutschen Tourismus - auch befördert durch die Wirtschaftskrise. "Anerkannte Quellen prognostizieren eine Verbesserung des Ergebnisses für inländische Reiseziele in diesem Jahr", teilt die Stadt mit.

Zur Verbesserung der touristischen Situation soll bekanntlich die Bayern Tourismus Marketing GmbH mit ihrem Konzept "Kneipp in motion" beitragen. Geschäftsführerin Sybille Wiedenmann lässt sich in einer Pressemitteilung der Stadt mit dem Satz zitieren, man werde "bei einer konsequenten Umsetzung von Kneipp in motion und vor allen Dingen einer parallel verlaufenden Produktentwicklung und -optimierung mittelfristig Erfolge vorweisen können." Gemeinsam mit dem Stadtrat und den Partnern der Service- und Marketing GmbH habe man ein zukunftsträchtiges Konzept entwickelt. Zeit zum Zurücklehnen gebe es nicht. Allen müsse klar sein, dass "das Ziel nur gemeinsam erreicht werden kann und auch nicht morgen." Kritik könne konstruktiv sein, Kritik um der Kritik willen helfe der Stadt aber "in keiner Weise weiter".

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