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Tussenhausen

18.11.2018

Zaisertshofener warten auf schnelles Internet

In der Mehrzweckhalle in Tussenhausen stand Bürgermeister Johannes Ruf dem Publikum Rede und Antwort.
Bild: lekkü

Breitbandausbau, Verkehr, Baugebiete – bei der Bürgerversammlung in Tussenhausen werden viele Themen angesprochen.

Langsam aber sicher geht es voran: Seit über einem Jahr zieht sich der Breitbandausbau in Tussenhausen und seinen Ortsteilen. Auf der Bürgerversammlung in Tussenhausen konnte Bürgermeister Johannes Ruf kleine Erfolge vermelden – aber auch Schwierigkeiten.

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Der einzige Ortsteil, der bereits voll „buchbar“ sein sollte, ist Mattsies. Aber selbst dort gibt es laut Johannes Ruf Schwierigkeiten: Viele Bürger hätten immer noch kein schnelles Internet – als das Problem an den zuständigen Telekom-Mitarbeiter weitergegeben wird, muss dieser selbst die Hotline der Telefongesellschaft wählen: „Und dann heißt es: ,Der Auftrag wurde entweder nicht gegeben oder verbummelt’“, erzählt der Bürgermeister in seiner Ansprache. In Tussenhausen werde die Glasfaser aktuell eingeblasen. „Weiß man denn, wann das fertig ist?“, ruft jemand aus dem Publikum. „Es ist schwierig, ein Zeitfenster in Erfahrung zu bringen“, antwortet Johannes Ruf.

Wann kommt das schnelle Internet für Zaisertshofen?

Am längsten warten jedoch die Zaisertshofener: Erst vor circa einem Monat kam der Förderbescheid vom Bund und die Gemeinde konnte den Kooperationsvertrag unterschreiben. „Aber die Frage bleibt: Wann kommt die Telekom? Wann wird eingeblasen?“, sagt Johannes Ruf und schiebt gleich hinterher: „Uns waren die Hände gebunden.“

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Der Breitbandausbau zählt zu den größten Investitionen in den vergangenen Jahren: Rund 271723 Euro musste die Gemeinde zahlen. Ein weiteres Projekt, in das viel investiert wurde, war das Brandschutzkonzept der Grundschule: Mittlerweile ist die Sanierung, die 151347 Euro gekostet hat, abgeschlossen. Am meisten gab die Gemeinde im Jahr 2017 jedoch für den Erwerb von Grundstücken und Gebäuden aus: insgesamt 447802 Euro.

Neue Bauplätze für junge Familien in Tussenhausen

„Wir wollen möglichst schnell, jungen Familien Bauplätze zur Verfügung stellen“, betont der Bürgermeister. Aber auch innerorts soll der Ausbau vorangetrieben werden: „Wir wollen die Flächen innerorts nutzen, das heißt, Altes abreißen und Neues bauen.“ Was mit der ehemaligen Krone und der Schächer-Halle geschehen soll, nach denen sich ein Bürger erkundigt hatte, will der Gemeinderat im nächsten Jahr entscheiden.

In den vergangenen Jahren wurde außerhalb und innerhalb der Ortskerne viel Neues gebaut: „Das neue Sportheim in Zaisertshofen, die Fundushalle in Tussenhausen, die Sanierung des Sportheims und der Theaterbühne in Tussenhausen“, zählte Johannes Ruf auf und lobte dabei auch das Engagement der Vereine. Das neue Vereinsheim des Theatervereins über der Bühne sei ein gelungenes Beispiel, was die Gemeinde mit Vereinen erschaffen kann. Aber nicht alle Bürger konnten nur Positives an der neuen Bühne sehen – gleich zu Anfang der Diskussion gab es Kritik:

Kritik: Das neue Vereinsheim des Theatervereins Tussenhausen sei nicht behindertengerecht

Eine Bürgerin kritisierte, dass der Zugang zum Vereinsheim nicht behindertengerecht sei. Aktuell gibt es nur eine Treppe zu den Räumen. „Wir haben das versucht, aber die Sanierung im Bestand hat das schwierig gemacht – aber es stimmt, wir hätten besser drauf achten müssen“, räumte Johannes Ruf ein und ergänzte: „Vielleicht lässt sich im Nachgang etwas retten.“

Mehrere Bürger sprachen sich für eine Straßenbeleuchtung am Sportplatz in Tussenhausen aus. Johannes Ruf erklärte, dass der Gemeinderat bereits bei der LEW ein Angebot eingeholt habe, das sei aber mit 30000 Euro für zehn Masten „nichts gewesen“. Auch von Zaisertshofener Seite kam die Kritik, dass die Beleuchtung am Sportplatz in Zaisertshofen zu schlecht sei. „Wir brauchen ja keine zehn Masten, aber ausreichende Beleuchtung, dass ein Fußgänger erkennbar ist“, betonte ein Bürger.

Die fehlende Beleuchtung am Zaisertshofener Sportplatz wird kritisiert

Die Beleuchtung am Zaisertshofener Sportplatz sei aber nur mit entsprechender Geschwindigkeitsbegrenzung für Autofahrer sinnvoll, kam es aus dem Publikum. „Ja, die Geschwindigkeitsbegrenzung wird aufgestellt: Vom Ortsausgang Zaisertshofen bis zum Sportplatz sind auf beiden Seiten 50 Kilometer pro Stunde erlaubt“, berichtete der Bürgermeister. Außerdem gelte hinter dem Sportplatz für eine gewisse Strecke noch das Tempolimit 70 Kilometer pro Stunde. Eine weitere Bürgerin fragte, ob man sich nicht ein Beispiel an der Gemeinde Pforzen nehmen könne: „Da gilt Tempolimit 30 für große Fahrzeuge.“ Ruf versprach, sich dahingehend zu erkundigen.

Mehrere Bürger kritisierten, dass vor einem Anwesen in der Angelberger Straße immer mehrere Lieferwagen stünden. „Da kommt niemand mehr gescheit durch, auch das Fahrzeug zum Schneeräumen nicht.“ Der Bürgermeister bestätigte das Problem und erzählte, dass er bereits zweimal versucht habe, mit dem Anwohner zu sprechen: „Wir haben auch das Landratsamt und die Polizei verständigt, aber das Parken ist laut Gesetz innerorts nicht verboten.“ Dem Einwand, dass es auf dem Grundstück außerdem aussehe wie auf einer „Müllhalde“, entgegnete Ruf mit: „Die Gemeinde hat kein Recht, auf Privatgrund einzudringen.“ Er sehe das Problem, sei aber mit seinem Latein am Ende.

Nicht ganz aktuell: die Website der Gemeinde Tussenhausen

„Wenn ich auf die Website der Gemeinde schau, finde ich als aktuellste Gemeinderatsitzung eine vom Februar“, monierte ein Bürger. Es würde ihn freuen, wenn man die Termine aktueller halten könnte.

Aufgrund der vielen Kinder, die mittlerweile in der Sonnenstraße wohnen, fragte ein Anwohner, ob diese Straße in Zukunft verkehrsberuhigter Bereich sein könnte.

Braucht Tussenhausen ein Seniorenkonzept?

Eine Bürgerin fragte, wieso es keine aktuellen Untersuchungen des Trinkwassers im Internet gebe. Das Missverständnis war schnell geklärt: Dafür ist die Gemeinde Rammingen zuständig und auf deren Website sind auch die Untersuchungsergebnisse zu finden.

Auch die Seniorenbeauftragte muss ältere Bürger im Zweifelsfall nach Rammingen verweisen. Ob es in Zukunft seniorengerechtes Wohnen in Tussenhausen gibt, hänge mit dem Erwerb der neuen Gebäude zusammen, erklärte Ruf.

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