Newsticker

Wegen Corona: CDU-Spitze verschiebt Parteitag zur Vorsitzendenwahl ins nächste Jahr
  1. Startseite
  2. Lokales (Mindelheim)
  3. Zeitgeschichte aus Durniwanc

Museumstag

18.05.2012

Zeitgeschichte aus Durniwanc

Die Mitglieder des Heimatdienstes Josef Seeger, Norbert Dolp, Josef Krumm und Brigitte Seitz (von links) im bürgerlichen Esszimmer. Auch eine alte Schaukelente von 1940 ist im Dirlewanger Heimathaus zu finden.
Bild: müsa

Im Heimathaus „Taverne“ in Dirlewang werden Schmuckstücke aus der Vergangenheit gezeigt

Dirlewang Ein schauriges Gefühl läuft einem über den Rücken, wenn man den Raum betritt, in dem zwei Totenschädel in einer Glasvitrine zu sehen sind. Was den beiden Männern wohl damals widerfahren ist? Geschrieben steht, dass sie tödliche Verletzungen durch Schwerthiebe erhielten. Viele Relikte aus vergangenen Zeiten sind im Heimathaus „Taverne“ in Dirlewang zu bestaunen. Schon Römer und Alemannen haben in der Region gesiedelt und ihre Spuren hinterlassen.

Der Heimatdienst Dirlewang unter Vorsitz von Norbert Dolp, Werner Gingele und Josef Seeger sowie dem Ehrenvorsitzenden Alfred Walter pflegt schon lange die lebendige Geschichte Dirlewangs. Erstmals urkundlich erwähnt wurde „Durniwanc“ im Jahr 919. Erst um 1588 wandelte sich der Ortsname zu „Dürlewang“.

Zum Internationalen Museumstag am Sonntag, 20. Mai, hat sich der Heimatdienst nun etwas Besonderes einfallen lassen. Unter dem Motto „Historisches Handwerk und Kunst“ können Besucher das Museum von 13 bis 17 Uhr besichtigen und Handwerkern über die Schulter schauen. Mitarbeiter der Zimmerei Lutz haben extra ein Feldkreuz gefertigt und werden dies auf historische Art zusammenbauen. Das Kreuz spendet die Firma dem Heimatverein.

Für das leibliche Wohl wird bestens gesorgt und eine Tanzlmusik sorgt für passende Töne. Auch ein buntes Kinderprogramm ist geplant. Mit dieser Aktion wollen die Verantwortlichen zeigen, dass das Museum, das schon 1930 von Stefan Fröhlich gegründet wurde, mit der Zeit geht.

Wenn man die Treppe zum ersten Stock hinaufsteigt, kann man die Nostalgie förmlich spüren. Zahlreiche Bilder des Dirlewanger Malers Ernst Bollhagen zieren die Wände. Eine musikalische Ecke hat dort einen Platz gefunden, genauso wie die Spieluhr aus dem Jahr 1910. Um dieses imposante Stück spielen zu lassen, müssen zuerst große Blechscheiben mit Stanzungen eingelegt und der Apparat aufgezogen werden. Die Metallplatten sind wahrlich riesig im Vergleich zu heutigen CDs und nur mit Körpereinsatz kann man die Uhr zum Klingen bringen.

Wunderbar bemalte Schränke der verschiedensten Stilarten stehen neben ländlichen Einrichtungsgegenständen. Die Auswahl reicht über Töpfe, Pfannen und Töpferwaren bis hin zu einer alten Schaukelente. Eine stattliche Sammlung an Waffen kann man ebenso finden, wie eine Auswahl religiöser Kunst.

Unterm Dach befindet sich der bäuerliche Trakt, wo viele landwirtschaftliche Werkzeuge zu sehen sind. Eine alte Honigschleuder, Spinnräder, Mistgabeln, ein Holzpflug oder verschiedene Dachziegel demonstrieren den Wandel der Zeit. Werkzeuge aus verschiedenen Handwerksberufen lassen nur ahnen, wie mühselig früher so manche Prozedur gewesen sein muss.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren