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Gemeinderat

15.11.2017

Zerstörung der Waldwege kommt Rammingen teuer

Soll die Allgemeinheit für Schäden aufkommen? Bürgermeister sucht Gespräch. Scheich darf bauen

Im Sommer dieses Jahres wagten sich anscheinend große Baumbearbeitungsmaschinen trotz schlechten Wetters auf die aufgeweichten Waldwege rund um Rammingen. Besonders getroffen habe dies, so Bürgermeister Anton Schwele, den Waldweg ab der B 18 in Richtung Norden, der nun eigentlich unbefahrbar sei. Im Gemeinderat gab es eine längere Diskussion, wer nun für die Instandsetzung des Weges aufkommen soll.

Bürgermeister Anton Schwele informierte zunächst die Räte. Der besagte Waldweg sei absolut kaputt. Es würden keine Schönheitsoperationen mehr helfen, sondern nur eine Komplettsanierung. Normalerweise komme für den einfachen Unterhalt der Wege die Jagdgenosschenschaft auf, die aber in diesem Fall überfordert sei. Somit falle dies eigentlich in die Verantwortung der Forstbetriebsgemeinschaft. Die habe aber fast 80 Mitglieder, die alle unter einen Hut zu bringen, sei eine große Herausforderung.

Er habe auch Ursachenforschung betrieben. Der zuständige Förster habe die Aufräumungsarbeiten trotz schlechten Wetters damit begründet, es habe wegen des Borkenkäfer-Befalles keinen Aufschub geduldet. Das befallene Holz habe man schnellsten abtransportieren müssen.

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Schwele erklärte weiter, dass die Sanierung 78 000 Euro koste würde, nach Abzug der Zuschüsse würde die Gemeinde auf rund 32 000 Euro sitzen bleiben. Allerdings hätte man dann auch einen sechs Meter breiten Weg.

Da mussten einige Gemeinderäte erst einmal tief durchatmen. Hans Schindele fand als erster Worte und zeigte sich gar nicht einverstanden. Wie solle man dies den Bürgern erklären, im Ort würden sie zu Verbesserungsmaßnahmen finanziell mit herangezogen, und draußen im Wald solle die Gemeinde für einen Weg, der mehr oder weniger mutwillig zerstört wurde, bezahlen? Bei einem solchen Wetter dürfe man mit diesen Geräten nicht herumfahren.

Christian Reiber warnte vor einem falschen Signal. In anderen Kommunen werde bei schlechtem Wetter nicht gefahren. Und Manuel Rauscher sagte, dass das Gerücht umgehe, „wenn nirgendwo mehr was geht, dann probieren wir es in Rammingen.“

In der weiteren Debatte stellte sich heraus, dass wohl nur drei Waldbesitzer davon profitiert hätten. Georg Schmid meinte, dass die Kommune das Gespräch mit der Forstbetriebsgemeinschaft suchen solle und nachfragen, wie diese sich eine Reparatur vorstellen könnte. Volker Schwarz meinte, dass man erwarten könne, dass die Waldwege in den ursprünglichen Zustand wieder hergestellt werden. Der Bürgermeister wird jetzt Kontakt mit der FBG aufnehmen.

Rammingen wird nun bald einen prominenten Mitbürger haben. Wie mehrfach berichtet, hat das Areal der Boxler-Villa ein Scheich aus Katar erworben. Im Rahmen einer Bauvoranfrage wurde das Bauvorhaben im Rat schon einmal diskutiert. Die bestehende Villa hat einen Anbau nach Osten. Nun soll nach Westen der gleiche Anbau entstehen. Weiter soll das gleiche Gebäude wie die Villa (ohne Anbauten) spiegelbildlich im Süden entstehen. Später soll noch eine Brücke über den Wörthbach gebaut werden. In einem Gespräch mit dem Architekten konnte Bürgermeister Anton Schwele die strittigen Fragen lösen.

Gemeinderat Georg Schmid wies allerdings auf die schwierigen Platzverhältnisse in der Friedhofstraße hin. Man sollte erreichen, dass Anlieferer und Besucher auf dem Grundstück parken. Schwele meinte, sollte es Probleme geben, dann könne die Gemeinde Parkverbote ausweisen.

Und um allen Problemen aus dem Weg zu gehen, soll nach Worten von Schwele in den Bauantrag aufgenommen werden, dass der Bauherr Immissionen von den bestehenden Gewerbebetrieben und von der Landwirtschaft hinzunehmen habe. Der Gemeinderat erteilte das gemeindliche Einvernehmen und befreite den Bauherren von einigen Vorschriften wie Dachneigung und Baugrenzen.

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