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Jugendaustausch

15.04.2015

Zur Belohnung nach Kirchheim

Eine Jugendgruppe aus Neuhaus am Rennweg war wieder zu Gast in Kirchheim und wurden dort herzlich empfangen. Manche haben sogar extra Urlaub genommen um auch das fünfte Mal dabei zu sein, wenn Bernd Haubenreißer (hinten links) und Sabrina Brunner (hinten rechts) mit den Jugendlichen vier tolle Tage geplant haben.
Bild: Frieß

Der Besuch der Thüringer Jugendlichen war ein Höhepunkt im Programm des Jugendzentrums

Sie hängen aus dem Fenster, sind völlig gespannt und freuen sich unendlich. Die Jugendlichen des Jugendzentrums (JuZe) haben schon die Tische gedeckt, und alles hergerichtet. Dank Mobiltelefon, weiß ihre Leiterin Sabrina Brunner, dass die Jugendlichen aus Thüringen samt Leiter Bernd Haubenreißer im Zeitplan liegen und jederzeit mit ihrem Kleinbus ankommen werden. Somit ist die Videokamera, die extra den diesjährigen Besuch mit illustrieren soll, schon gezückt.

Mit lautem Hupen fährt der blaue Kleinbus in den Hof des JuZe und Fahrer Bernd und die Mädchen werden herzlich umarmt und begrüßt. Viele der Kirchheimer sind schon seit Beginn des Austauschs dabei. Zwei der Älteren, die schon in der Lehre sind, haben sich extra dafür frei genommen.

„Die Tage wenn wir nach Neuhaus fahren oder wenn die Neuhauser da sind, sind seit Jahren das Highlight im Kalender des JuZe“, bestätigt Sabrina. „Da wir ja nie alle mitnehmen können, haben wir Leiter eine gewisse Auswahl getroffen. Wer sich nicht gut aufführt oder Mist baut, der darf dann eben auch nicht mit. Die Fahrt nach Kirchheim ist bei den Mädels, die ich dabei habe, eine Art Belohnung. Dafür, dass sie sich das ganze Jahr angestrengt haben“, scherzt er. Dass dieses Jahr sechs Mädchen nach Bayern fahren durften, liegt daran, dass bei den letzten Begegnungen fast nur Jungs zu Besuch waren. Soviel Gerechtigkeit muss sein.

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Begonnen hat dieser innerdeutsche Austausch im Jahr 2011. Als sich die Kirchheimer bei einem Projekt namens „Hin und weg“ angemeldet hatten. Seither sind die Jugendlichen der beiden Gemeinden aufs herzlichste verbandelt. Im JuZe gibt es eine ganze Wand, die mit den Gastgeschenken und Zeitungsartikeln behängt ist, ein eigenes Büchlein mit vielen Fotos gibt es auch schon. „Den Kontakt halten wir auch über Facebook und What’s App. Da sind die Jungs und Mädels immer auf dem Laufenden, was gerade passiert. Trotzdem telefonieren wir manchmal hier vom JuZe aus ins andere Jugendzentrum und sprechen alle miteinander“, berichtet Sabrina, „das ist auch immer wieder sehr lustig, trotz der ganzen Texterei auf dem Handy.“

Beim Besuch der Thüringer geht es dieses Jahr in ein Freizeitbad und in den Skyline Park, der der Jugendgruppe quasi als finanzielle Unterstützung mit dem Eintrittsgeld entgegenkommt. „Dieser Austausch ist darauf angewiesen, dass wir Sponsoren finden. Es gibt eigentlich keine Töpfe für innerdeutsche Begegnungsmaßnahmen, da die Jugendförderung immer nur im eigenen Bundesland greift. Auch einen europäischen Austausch kann man sehr gut mit Fördergeldern aus verschiedenen Töpfen bezuschussen, aber wir sind anscheinend eine totale Ausnahme“, erklärt der thüringische Leiter. „Klar haben wir hier den Kreisjugendring der die Tage mitfinanziert, das ist aber nur ein Teil. Die Kinder und Jugendlichen basteln deshalb fleißig jedes Jahr und verkaufen die Sachen auf dem Kirchheimer Frühlingsmarkt“, erklärt Sabrina. Außerdem werden auch privat Sponsoren gesucht, die diesen Ost-West-Austausch bezuschussen. Doch am Geld soll es in den nächsten Jahren hoffentlich nicht scheitern.

Das nächste Treffen wird schon geplant

Die beiden Leiter sind sich einig, dass diese Freundschaft zwischen Kirchheim und Neuhaus noch lange, lange halten soll. Aber wie das Ganze funktioniert, wenn sie persönlich mal wegfallen würden oder die Chemie zwischen den nachfolgenden Generationen nicht mehr stimmt, das mag sich momentan keiner von beiden vorstellen. Der nächste Austausch ist jedenfalls schon in Planung und Platz auf dem Gastgeschenk, der Holzbank, ist dafür ja auch schon vorhanden.Die Jugendlichen aus Neuhaus sind jedenfalls schon eine halbe Stunde nach Ankunft trotz neuer Gesichter voll integriert und beschäftigt. Sie spielen Tischtennis oder Billard und scheinen sich über Zukunftssorgen wenig Gedanken zu machen und momentan stimmt die Chemie. Wie schön! (fman)

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