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Rammingen

11.05.2020

Zwei Stellvertreter für Rammingens Bürgermeister und ein Streit

Mit Manuel Rauscher (rechts) als Zweiter Bürgermeister und Christian Reiber als Dritter stehen dem Ramminger Bürgermeister Anton Schwele nun zwei Stellvertreter aus den Reihen der UWG/FWG zur Seite. Ulrike Degenhart von der Bürgerliste fand keine Mehrheit.
Bild: Regine Pätz

Plus Manuel Rauscher und Christian Reiber werden mit deutlicher Mehrheit gewählt, Ulrike Degenhart scheitert krachend. Und schon wird in Rammingen wieder gestritten.

Eine fast schon greifbare Stille lag über dem Aufenthaltsraum der Freiwilligen Feuerwehr, wo aus Corona bedingten Gründen die konstituierende Sitzung des Ramminger Gemeinderats stattfand. Bis zu Beginn um 20 Uhr sollte kein einziges Wort gesprochen werden, weder von den Räten untereinander, noch unter den Zuschauern. Verständlich, sollte doch die bevorstehende Wahl des stellvertretenden Bürgermeisters für Rammingen eine Art Zäsur darstellen - wofür Rätin Ulrike Degenhart (Bürgerliste) bereits geraume Zeit zuvor ihren Anspruch kundgetan hatte. Ruhig blieb es aber nicht lang - in Rammingen wurde gleich wieder munter drauflos gestritten.

Degenhart selbst war es dann auch, die gleich zu Beginn der Sitzung den Tagespunkt zur Festlegung der Zahl weiterer Bürgermeister auf Antrag vorgezogen wissen wollte, dem auch stattgegeben wurde. Für die nächsten sechs Jahre wird Bürgermeister Anton Schwele nun zwei Stellvertreter an seiner Seite haben.

Wer sollte Zweiter Bürgermeister in Rammingen werden?

Schnell waren auch die möglichen Kandidaten für das Amt des Stellvertreters aufgerufen. Schwele selbst schlug dazu Manuel Rauscher (UWG) vor, betonte dabei dessen Kompetenz und Umsichtigkeit bei der Mitgestaltung kommunaler Aufgaben. Unterstützung für diesen Vorschlag erhielt Rauscher weiter durch Kollege Georg Schmid, der zudem den Wählerauftrag darin erkennen könne, hatte Rauscher doch die meisten Stimmen von den Ramminger Bürgern erhalten. Thomas Kerler (Bürgerliste) schlug – wenig überraschend – Kollegin Ulrike Degenhart vor.

In eigenen Worten untermauerte die Rätin schließlich ihren Willen, fortan als Schweles Stellvertreterin fungieren zu wollen. Vorausgegangen sei dem ein Brief, den sie vor dem Sitzungsabend an ihre Gremiumskollegen versendet hatte, wie sie selbst verriet. Darin habe sie betont, sich als kompetent für dieses Amt zu halten. Auch würde eine Frau an der Spitze „dem Ort nicht schaden“. Und schließlich wäre es „das Signal für einen guten Start, mir das Vertrauen zu geben“.

Auch ein Brief war in der Ramminger Sitzung ein Thema

Genau diesem Brief sei es geschuldet, dass er ein wenig Zweifel an den hehren Motiven Degenharts hätte, erklärte anschließend Herausforderer Manuel Rauscher. Er habe sich zunächst sehr über diesen Brief gefreut, sagte er, sich jedoch nach dem ersten, noch positiven Satz schnell persönlich scharf angegangen gefühlt.

Denn, wie sich an diesem Abend herausstellen sollte, hatte Ulrike Degenhart in der möglichen Wahl Rauschers ein „G’schmäckle“ erkennen wollen, gehört dieser doch als Gemeindemitarbeiter bereits zur Verwaltung Rammingens dazu. Sich jetzt, hinter seinem Rücken, bei der Verwaltungsgemeinschaft (VG) über ihn zu erkundigen, sei „erniedrigend“. Noch dazu habe ihn Degenhart vor zwei Jahren durch ihre Stimme im Rat ja selbst eingestellt, erinnerte Rauscher.

Unterlegen: Ulrike Degenhart

Publik geworden war Degenharts Vorbehalt durch eine Mail, die die Rätin an Amtsleiter Thomas Barth geschickt hatte. Der wiederum hatte sie, der VG-Geschäftsordnung entsprechend, an Bürgermeister Anton Schwele weitergeleitet, der nun ebenfalls Kenntnis vom „G’schmäckle“-Verdacht bekam und dies an diesem Sitzungsabend auch bestätigte.

„Und wieder wird vorab etwas unterstellt“, konstatierte Schwele, „diesen Mist haben wir im Gremium seit sechs Jahren!“. Weiter hätte dann wohl auch die Bayerische Verfassung „a G’schmäckle“, die solche personellen Begebenheiten ganz klar regle, ärgerte sich Schwele.

Die Debatte wurde hitziger, als Manuel Rauscher sich durchsetzte

Noch etwas hitziger wurde die Debatte schließlich, als sich Manuel Rauscher in geheimer Wahl mit acht von 13 Stimmen als Zweiter Bürgermeister durchsetzte; auf Degenhart waren vier Stimmen, auf Georg Schmid eine gefallen.

Dass mit zwei vertretenen Wählerlisten auch beide Bürgermeister-Stellvertreter abgebildet sein sollten, forderte Ulrike Degenhart. Offensichtlich enttäuscht, aber auch verärgert drohte sie, ihr Mandat niederzulegen, sollte sie auch für das Amt des Dritten Bürgermeisters nicht zum Zuge kommen. Sie kämpfe doch um nicht weniger als „einen echten Neuanfang“, rief sie, erntete aber ob ihres „Erpressungsversuchs“, wie es Ratskollege Georg Schmid betitelte, deutliches Unverständnis.

Tatsächlich sollte es am nun Zweiten Bürgermeister Manuel Rauscher liegen, Degenhart von ihrem Rücktrittsgesinnen abzubringen. Ihr Vorgehen sei „sehr enttäuschend und eine Art Messer-auf-die-Brust-setzen“, sagte er. Lieber solle Degenhart die kommenden sechs Jahre nutzen, um sich und die Bürgerliste neu aufzustellen. Auch die Vorwürfe der Rätin, die UWG/FWG hätte einen schmutzigen Wahlkampf betrieben, lehnte Rauscher entschieden ab. „Seit 15. März hat niemand aus unserer Liste etwas dergleichen unternommen“, sagte er, „dafür kam viel von euch!“

Auch in der Wahl des Dritten Bürgermeisters blieb es spannend

Noch einmal sollte es spannend werden, als in geheimer Wahl der Posten des Dritten Bürgermeisters vergeben werden sollte. Vorausgegangen war die Nominierung von Christian Reiber für die UWG/FWG - und noch einmal Degenhart für die Bürgerliste.

Als schließlich das Ergebnis vorlag, das acht von 13 Stimmen für Reiber bestätigte und nur drei für Ulrike Degenhart (eine Stimme für Alfred Waltenberger, eine ungültig), war alles entschieden - und das Gremium hatte klar und deutlich votiert.

Hier erfahren Sie mehr über die Kommunalpolitik in Rammingen:

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