1. Startseite
  2. Lokales (Mindelheim)
  3. Zwei gute Geister im Dirlewanger Museum

Heimathaus

28.09.2018

Zwei gute Geister im Dirlewanger Museum

Malermeister Karl Dechmann schwingt auch mit 80 Jahren noch den Pinsel bei diversen Malerarbeiten im Museum und auch sonst ist er immer eine helfende Hand bei allem, was ansteht.
2 Bilder
Malermeister Karl Dechmann schwingt auch mit 80 Jahren noch den Pinsel bei diversen Malerarbeiten im Museum und auch sonst ist er immer eine helfende Hand bei allem, was ansteht.

Die Sanierung des Heimathauses in Dirlewang kommt gut voran.

Derzeit steht die Eingangstür des Dirlewanger Heimatmuseums „Taverne“ öfter mal offen und Neugierige können einen kurzen Blick ins Innere erhaschen. Denn seit über vier Jahren wird es umfangreich saniert (Lesen Sie dazu auch: Rundum ansehnlich ) und ist geschlossen. Dieser Mammutaufgabe hat sich der Heimatdienst verschrieben, der schon seit 1930 die Relikte aus früherer Zeit hegt und pflegt, die seit 1938 im Heimatmuseum aufbewahrt werden. Stefan Fröhlich und Josef Striebel haben damals den Verein aus der Taufe gehoben. „Ihnen ist viel zu verdanken, aber nach dem Tod von Stefan Fröhlich ist der Verein in einen tiefen Schlaf gefallen“, berichtet Alfred Walter, Ehrenvorsitzender des Heimatdienstes. Als 1975 das Jahr der Denkmalpflege war, wurde der Verein wiederbelebt. Damals bestand das Heimatmuseum aus zwei Räumen, mittlerweile sind es sechs Zimmer und ein großer Dachboden.

Weiterlesen mit dem Plus+ Paket

Dieser Inhalt ist älter als 30 Tage und steht daher nur Abonnenten mit einem Plus+ Abo zur Verfügung.
Jetzt ab 0,99 € testen

3000 Arbeitsstunden haben die Mitglieder in Dirlewang bisher geleistet

Als die Renovierung vor vier Jahren begann, hat niemand geahnt, welches Ausmaß sie annehmen würde. Ungefähr 3000 Arbeitsstunden haben die Mitglieder bisher geleistet und ein Ende ist nicht abzusehen.

Dass es ohne die Hilfe von Alfred Walter und Karl Dechmann ein schwierigeres Unterfangen geworden wäre, da sind sich die Mitglieder sicher. Denn die beiden rüstigen Rentner helfen bei allem, was gerade ansteht. Dass sie schon 80 Jahre alt sind, fällt dabei definitiv nicht auf. Malermeister Karl Dechmann hatte über 40 Jahre sein eigenes Geschäft und als ihn damals Bürgermeister Alois Mayer bat, bei der Sanierung zu helfen, war er sofort dabei. „Ich habe mich schon immer für die alten Sachen interessiert, da war es klar, dass ich helfe.“ Seitdem vergeht fast kein Tag, an dem Dechmann nicht mit Pinsel und Spachtel im Museum steht.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Alfred Walter engagiert sich schon das halbe Leben lang für das Heimatmuseum in Dirlewang

Ebenso immer im Haus ist Alfred Walter. Er ist das „Gehirn“ des Heimatmuseums (Lesen Sie auch: Er bewahrt die Geschichte seines Dorfes )und engagiert sich schon sein halbes Leben. Er möchte nicht gern als Ortschronist betitelt werden, doch wenn man die Ordner und Sammlungen des pensionierten Lehrers kennt, weiß man erst, mit welcher Hingabe er diese erstellt hat. Dabei sei es eher Zufall gewesen, dass der gebürtige Apfeltracher die Ortschronik übernahm. 1969 kam er als Lehrer an die Dirlewanger Schule. Tagelang saß Walter beim damaligen Ortschronisten Josef Striebel, der die Häusergeschichten in Dirlewang erforscht hat. „Das Wissen von Josef Striebel ist meine heutige Grundlage“, erzählt der 80-Jährige. Vieles wird künftig auf den Infotafeln im Heimathaus zu lesen sein.

Die Renovierung des Museums geht gut voran und alle Vereinsmitglieder tragen ihren Teil dazu bei. „Im Arbeitskreis arbeiten wir alle zusammen, sonst würde das Großprojekt nicht funktionieren“, sagt Josef Kößler in die Runde. Der Heimatdienst freut sich sehr, zwei so engagierte „Museumsgeister“ zu haben, die tagtäglich im Museum zugegen sind. „Das ist nicht selbstverständlich und einfach nur großartig, wie unglaublich stark sie sich für das Museum einsetzen.“ Als zweite Heimat könne man die Taverne für sie schon bezeichnen. Alfred Walter erzählt mit einem Schmunzeln: „Meine Frau sagte erst neulich zu mir, dass sie mir hier ein Bett reinstellen wird.“ Und Karl Dechmann fügt hinzu: „Man kann uns mit unseren 80 Jahren, wahrlich schon als Museumsgeister bezeichnen.“

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren