Am Bahnhof Bad Wörishofen sollen künftig batteriebetriebene Züge einfahren. Doch bis dahin wird noch einige Zeit vergehen.Foto: Markus Heinrich
Wenn der Regionalexpress 73 im Bahnhof Bad Wörishofen einfährt, tut er dies mit Dieselantrieb. Das wird sich ändern. Die Staatsregierung hat nun die Weichen hin zu Zügen mit Batteriebetrieb gestellt. Allerdings brauchen Fahrgäste auf der Strecke zwischen Bad Wörishofen, Türkheim und Augsburg noch Geduld. Denn schnell gehen wird der Umstieg nicht, das steht fest. Eine bei Bahnkunden beliebte Technik wird zudem gänzlich an Bad Wörishofen vorbeigehen.
Die Staatsregierung hat das Ende des Dieselbetriebs in Schwaben beschlossen, auch das angrenzende Oberbayern soll elektrisch betriebenen Bahnverkehr bekommen. Dazu gibt es unterschiedliche Vorgehensweisen. Für Bad Wörishofen wird es der Akkubetrieb sein, das steht nun fest. Die Strecke zwischen Bad Wörishofen und Augsburg mit Halt in Türkheim gehört zu zwölf Diesellinien in Schwaben, die zwar auf Akku-Betrieb umgestellt werden, aber nicht die beliebten Neigetechnikzüge erhalten. In Bad Wörishofen halten also auch nach der großen Umstellung konventionelle Züge.
Dafür wird es in der Kneippstadt mit der Elektrifizierung deutlich schneller gehen, als auf anderen Strecken, wie aus dem Plan der Staatsregierung hervorgeht. Bad Wörishofen gehört zur Stufe ein, das heißt, die Planer sehen hier geringeren Anpassungsbedarf an der Infrastruktur als andernorts.
Bad Wörishofen bekommt die Züge schneller als andere
„Ab Mitte der 2030er Jahre sollen Akku-Züge auf den Linien mit geringem Anpassungsbedarf an der Infrastruktur fahren, Ende 2040 sollen die übrigen Linien folgen“, teilt Bayerns Bau- und Verkehrsministerium dazu mit. Es werden also noch einige Jahre vergehen, bis in Bad Wörishofen Akkuzüge halten. Zur Stufe eins gehört auch die Linie RB 78 Günzburg – Mindelheim, wo nun die gleichen Pläne und Zeitfenster gelten, wie für Bad Wörishofen, dort werden ebenfalls konventionelle Akkuzüge eingesetzt.
Um alle Vorhaben und damit die vollständige Elektrifizierung in Schwaben umsetzen zu können, müssen rund 100 Kilometer Schienenstrecken elektrifiziert und zwei Ladestationen neu gebaut werden. „Der Freistaat geht freiwillig in Vorleistung und investiert rund 60 Millionen Euro in die Planungen“, heißt es.
Die Akku-Züge sollen sich unterwegs aufladen können
Damit die Akku-Züge fahren können, nutzen sie elektrifizierte Abschnitte und Ladestationen in Bahnhöfen, um ihren Akku aufzuladen. Dazu sollen mehrere Dieselstrecken eine Oberleitung erhalten. Unter anderem gehört der Abschnitt zwischen Augsburg und Bobingen dazu. Bayerns DB-Konzernbevollmächtigter Heiko Büttner betont: „Wir erreichen nur dann unsere Klimaziele, wenn wir Güter und Menschen umweltfreundlich ans Ziel bringen. Genau das verspricht die Umstellung auf elektrischen Betrieb oder Akku-Züge.“
Die Entscheidung für die Elektrifizierung fußt auf einem Gutachten, das 2025 vorgestellt wurde. Dieses Gutachten ist ursächlich für die Abkehr vom lange favorisierten Wasserstoffantrieb.
Wie der Betrieb in Bad Wörishofen konkret ablaufen wird, hat unsere Redaktion bereits 2025 vom Verkehrsministerium erfahren. „Züge der Linie RE 73, die zwischen Bad Wörishofen und Augsburg verkehren, sollen auf dem bereits heute elektrifizierten Abschnitt zwischen Türkheim und Buchloe sowie auf dem dann elektrifizierten Abschnitt zwischen Bobingen und Augsburg Hauptbahnhof aufgeladen werden.“ Zwischen Türkheim und Bad Wörishofen fahren die Züge dann ausschließlich im Akku-Betrieb.
Um kommentieren zu können, müssen Sie angemeldet sein.
AnmeldenSie haben noch kein Konto? Kostenfrei registrieren