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Bad Wörishofen: „Frisch gestrichen“ sorgt für Überraschungen in Bad Wörishofen

Bad Wörishofen

„Frisch gestrichen“ sorgt für Überraschungen in Bad Wörishofen

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    Mit 30 Musikern fing Nils Schad einst an. Jetzt ist das Orchester auf 60 Musikerinnen und Musiker angewachsen.
    Mit 30 Musikern fing Nils Schad einst an. Jetzt ist das Orchester auf 60 Musikerinnen und Musiker angewachsen. Foto: Wilhelm Unfried

    Es bedarf schon einer großen Persönlichkeit, eine Musikgruppe über Jahrzehnte zusammenzuhalten. Nils Schad ist dieses Kunststück geglückt. Nun gaben die rund 60 Vollblutmusikerinnen und -musiker sich ihr eigenes Geburtstagskonzert im voll besetzten Kursaal von Bad Wörishofen. Die Akteure selbst hatten das Programm zusammengestellt, das wieder einmal allen Ansprüchen gerecht wurde: vom Musical wie Phantom der Oper, wie über Filmmusik, und Ohrwürmern von Abba und Beatles. Standing Ovations waren der Dank des Publikums für einen Abend, der musikalische Hochgenüsse bot und bei den Besuchern sicher nicht so schnell vergessen wird.

    Nils Schad stammt aus einer klassikinteressierten Familie, mit zehn Jahren beschloss er Orchestermusiker zu werden und ist heute bei den Münchner Philharmonikern. Als er das Orchester „Frisch gestrichen“ vor 30 Jahren gründete, war er gerade 32 Jahre. Aus der Anfangszeit 1994/95 spielen noch mit: Beate Schad, Monika Ternick (geb. Mayrock), Christiane Schulte (Welser), Johannes Högel, Ulrich Epple, Anita Melzer (Müller), Clara Steber, Angela Börner, Sabine Loos, Markus Mayrock, Lisa Großmann, Karina Welser sowie Nicola Lerche (Pointner). Die Musiker sind zwischen 15 und 70 Jahre alt, also ein Mehrgenerationenprojekt. Frisch gestrichen ist also das Hobby von Nils Schad, das allerdings einen ganz schönen Zeitaufwand erfordert. Denn an jedem freien Wochenende ist Nils Schad damit beschäftigt, neue Stücke zu finden, umzuschreiben und zu arrangieren.

    Die Leistung des Dirigenten kann man erst dann einschätzen, wenn man weiß, dass die Musiker über alle Winde zerstreut leben. Geprobt wird intensiv an einem Wochenende im Jahr, dazwischen treffen sich Musiker und Musikerinnen ein paar Mal zu mehrstündigen Proben. Das muss genügen, geht aber nur, wenn man hochprofessionelle Musiker zur Seite hat. Für neue Stücke hat Schad ein Muster: „Die Stücke müssen eine eingängige Melodie haben, über interessante harmonische Verläufe verfügen und auch pfiffige Rhythmen haben.“

    Um den Fortbestand des Orchesters braucht es einem nicht bang zu werden: Die Jüngsten zogen mit Nils Schad pompös auf die Bühne. 
    Um den Fortbestand des Orchesters braucht es einem nicht bang zu werden: Die Jüngsten zogen mit Nils Schad pompös auf die Bühne.  Foto: Wilhelm Unfried

    Die Musik hat auch in der Familie von Nils Schad einen hohen Stellenwert. Alle fünf Kinder von Beate und Nils haben ein klassisches Musikinstrument erlernt. Und bei der Vorstellung in Bad Wörishofen konnte Vater Nils seinem Sohn Julian zum „Master of Arts-Perfomance“ in London gratulieren.

    Der Abend begann mit einem Evergreen, nämlich Tonight von Bernstein. Es folgte das bekannteste Stück aus dem Phantom der Oper. Überrascht wurden die Besucher auch von zwei tänzerischen Einlagen. Die Balletttänzerin Laura Engels schwebte im wahrsten Sinne des Wortes federleicht über die Bühne. Ein netter Gag begeisterte dann das Publikum nach der Pause: Die Musiker aus der nächsten Generation, nämlich die Kinder einiger Akteure, zogen unter den Klängen von „Pomp and Circumstances“ auf die Bühne und verbreiteten königlichen (englischen) Glanz. Ein Teil des Erlöses des Abends geht an die Hochwassergeschädigten in Dirlewang. Und die andere Hälfte an das Projekt Wünschewagen.

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