Es war sicher kein leichtes Leben, das Wilhelm Reh beschieden war. Doch jetzt konnte er in Frieden seinen 90. Geburtstag in der Kneippstadt feiern. Als Russlanddeutsche verlebte die Familie einst schlimme Tage in der heutigen Ukraine und hatte damals noch unter der Regentschaft von Josef Stalin zu leiden.
Deutsche waren dort damals keineswegs willkommen, wurden verfolgt und auch getötet. So wurde die Familie schließlich vertrieben und landete in Sibirien. In der Schule fand ab 1944, also schon gegen Kriegsende, kein Unterricht mehr statt. Deutsch durfte dort natürlich nicht gesprochen werden und obwohl Vater und Mutter dies sprachen, wuchs Wilhelm Reh bereits russischsprachig auf. Nach der Schule arbeitete er zunächst für sechs Jahre als Traktorfahrer im ländlichen Bereich, danach 33 Jahre als Lagerist. 1956 lernte er bei einer Hochzeit seine Frau Maria kennen und zwei Jahre später fand die eigene Hochzeit statt. Zwei Jahre diente Wilhelm Reh in der russischen Armee. Neben dem Beruf habe er auch immer im Dorf nebenzu gearbeitet und somit etwas dazuverdient.
Der Entschluss, nach Deutschland zu gehen, fiel erst recht spät
Dem Paar waren drei Kinder beschieden. Als Wilhelm Reh schon in Rente war, führte letztendlich ein privates Erlebnis endgültig zu dem Entschluss, Sibirien zu verlassen und als Russlanddeutsche nach Deutschland auszureisen.
So kamen Wilhelm und Maria Reh im Jahre 2000 zusammen mit der jüngsten Tochter in die Kneippstadt, wo sie heute glücklich und in einer großen Familie leben.
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