In Bad Wörishofen endet mit dem April auch eine Vereinbarung zwischen der Stadt und der Therme, die 22 Jahre Bestand hatte, seit der Eröffnung des Großbades. Die Stadt beteiligt sich nicht weiter an den Kosten für das Sportbad, das zur Therme gehört. Davon betroffen sind Schulschwimmen und die Schwimmzeiten für die Vereine. Zudem wurde nun bekannt, dass Thermen-Eigner Jörg Wund das Sportbad für längere Zeit schließt. Das Sportbad wird saniert. Es geht auch um die Frage, wie es künftig genutzt wird.
In dem damals geschlossenen Grundsatzvertrag zwischen der Stadt und der Therme Bad Wörishofen verpflichtete sich die Therme nach Eröffnung im Mai 2004 vertraglich, für 22 Jahre das Sportbad für die Stadt Bad Wörishofen zu betreiben und das Schul- und Vereinsschwimmen sicherzustellen. Daraufhin wurde das alte, sanierungsbedürftige Hallenbad in der Stadtmitte 2004 geschlossen, die Stadt sparte sich die Grundsanierung und erhielt innerstädtische Entwicklungsflächen. „Im Gegenzug leistet die Stadt eine jährliche Zahlung in Höhe von rund 460.000 Euro zuzüglich Mehrwertsteuer, der Zuschuss gleicht rund ein Drittel der heutigen Betriebs- und Investitionskosten aus“, schildern im vergangenen Jahr Wund und Bürgermeister Stefan Welzel in einer gemeinsamen Erklärung.
Vereine und auch die Schulen mussten sich nach dem Bekanntwerden des Vertragsendes nach anderen Möglichkeiten für Unterricht und Training umsehen. Die Stadt war nicht bereit, die drohenden Mehrkosten zu tragen. „Eine Vertragsfortsetzung hätte die jährliche Kostenschallmauer von einer Million Euro brutto durchbrochen“, hieß es in der damaligen Erklärung.
Nun wird das Sportbad sogar für eine ganze Weile geschlossen. Jörg Wund teilte auf Nachfrage mit, in den vergangenen Monaten seien im Sportbad immer wieder einzelne Anlagenteile ausgefallen, mussten repariert oder überbrückt werden. „Auch die Steuerung ist nach 22 Jahren nicht mehr aktuell, so dass nicht mehr für alle Komponenten Ersatzteile zu bekommen sind“, schildert der Unternehmer.
Es sei fraglich, ob noch alle Ersatzteile für das Sportbad erhältlich sind
Ab Montag, 4. Mai, geht das Sportbad deshalb in eine Revision. In der Südseetherme selbst läuft der Betrieb normal weiter. Im Sportbad werden laut Wund die Becken langsam entleert, um Fliesenabplatzungen zu vermeiden. Danach werden alle Anlagenteile und Technikkomponenten überprüft und die Schäden, der Zustand der Bausubstanz und der jeweilige Reparaturaufwand ermittelt. „Schon heute ist klar, dass die 23 Jahren alten Schaltschränke und die Schwimmbadsteuerung ersetzt werden müssen“, berichtet Wund.
Ziel sei es, bis Ende Juni Angebote der entsprechenden Fachfirmen vorliegen zu haben, um dann über das weitere Vorgehen zu entscheiden. „Bei einzelnen Ersatzteilen müssen wir mit monatelangen Lieferzeiten rechnen, andere Komponenten müssen extra angefertigt oder angepasst werden, damit sie auf das alte System passen“, verdeutlicht Wund die Problematik. „Deshalb rechne ich nicht damit, dass der Badebetrieb vor Herbst diesen Jahres wieder möglich ist.“ Bis zum 3. Mai sei es aber noch möglich, das Sportbad in der jetzigen Form zu nutzen.
Um kommentieren zu können, müssen Sie angemeldet sein.
AnmeldenSie haben noch kein Konto? Kostenfrei registrieren