Startseite
Icon Pfeil nach unten
Mindelheim
Icon Pfeil nach unten
Bad Wörishofen
Icon Pfeil nach unten

Finanznot bei bekanntem Essenslieferant: Wie wirkt sich die Vitadora-Insolvenz auf Schulen und Kitas aus?

Bad Wörishofen

Finanznot bei Essenslieferant: Wie wirkt sich die Vitadora-Insolvenz auf Schulen und Kitas aus?

  • |
  • |
  • |
  • |
    Der wohl bekannteste Essenslieferant für Kitas und Schulen im Unter- und Ostallgäu hat einen Insolvenzantrag gestellt.
    Der wohl bekannteste Essenslieferant für Kitas und Schulen im Unter- und Ostallgäu hat einen Insolvenzantrag gestellt. Foto: Julian Stratenschulte, dpa (Symbolbild)

    Einer der bekanntesten Essenslieferanten für Kitas und Schulen in Bad Wörishofen und vielen anderen Gemeinden steckt in finanziellen Schwierigkeiten. Die Vitadora GmbH hat ein Insolvenzverfahren beantragt. Rechtsanwalt Dr. Paul Abel erläutert, was dies für die Beschäftigten und für alle von Vitadora belieferten Einrichtungen bedeutet.

    Die 2011 gegründete Vitadora GmbH stand erst jüngst im Fokus, als Eltern sich über eine kurzfristige Preiserhöhung für die Mittagessen ihrer Kinder beklagt hatten. Zum 16. März sollten die höheren Preise gelten, begründet unter anderem mit den finanziellen Auswirkungen des Kriegs im Iran. Energie beispielsweise wurde deshalb bekanntlich kurzfristig deutlich teurer. Auch bei der Stadt zeigte man sich damals irritiert. „Von der Kurzfristigkeit sowie der Form der Kommunikation waren wir sehr überrascht“, teilte Bürgermeister Stefan Welzel (BWB) damals mit. Weil die Stadt der Preiserhöhung mit Verweis auf den geltenden Vertrag widersprach, wurde die Erhöhung von Vitadora zurückgenommen. Ein paar Wochen später hat sich die Lage um Vitadora allerdings zugespitzt.

    „Die Vitadora Mindelheim GmbH hat wegen drohender Zahlungsunfähigkeit Insolvenzantrag in Eigenverwaltung gestellt“, schildert Anwalt Abel von der Kanzlei Wellensiek, der zum Generalbevollmächtigten bestellt wurde. Das Amtsgericht Memmingen habe am 16. April die vorläufige Eigenverwaltung angeordnet und den Rechtsanwalt Dr. Mattäus Rösch zum vorläufigen Sachwalter bestellt, so Abel. „Krisenursachen sind Altverbindlichkeiten, die in Folge der Coronakrise entstanden sind, sowie die gestiegenen Energie-, Lebensmittel- und zuletzt Spritpreise“, erläutert Abel.

    Während des Eröffnungsverfahrens bis voraussichtlich zum 1. Juli 2026 sei die vollumfassende Fortführung über eine Insolvenzgeldvorfinanzierung gesichert. „Zudem haben bereits zwei mögliche Investoren Kontakt mit der Geschäftsführung aufgenommen“, berichtet der Anwalt. Man werde zudem einen Investorenprozess in die Wege leiten, über den weitere potenzielle Investoren angesprochen werden. „Der Investorenprozess soll in den nächsten zweieinhalb Monaten abgeschlossen werden“, kündigt Abel an.

    Die Vitadora Mindelheim GmbH beschäftigt nach Auskunft des Generalbevollmächtigten derzeit rund 60 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die Kunden seien über die Lage informiert. „Mit einer reibungslosen Fortsetzung der Belieferung kann gerechnet werden“, sagt Abel. „Die Schulen und Kitas müssen daher derzeit für das laufende Schuljahr nicht nach neuen Anbietern suchen.“

    Die Vitadora GmbH beliefert nach eigenen Angaben Schulen und Kitas in Bad Wörishofen, Mindelheim, Buchloe, Kaufbeuren, Memmingen und Landsberg, zudem beispielsweise in Türkheim. Am Türkheimer Gymnasium waren die Essenspreise gestiegen, nun aber teilte die Schule mit, dass die Erhöhung zurückgenommen wurde, es gebe eine Rückerstattung.

    Diskutieren Sie mit
    XXX 0 Kommentare
    hier kommen komentare rein

    Um kommentieren zu können, müssen Sie angemeldet sein.

    Anmelden

    Sie haben noch kein Konto? Kostenfrei registrieren