Startseite
Icon Pfeil nach unten
Mindelheim
Icon Pfeil nach unten
Bad Wörishofen
Icon Pfeil nach unten

Bad Wörishofen zwischen Sparkurs und Rosenglanz: So lief das Tourismusjahr 2025

Bad Wörishofen

Kneippstadt zwischen Sparkurs und Rosenglanz: So lief das Tourismusjahr 2025 in Bad Wörishofen

  • |
  • |
  • |
  • |
    Der Kurpark von Bad Wörishofen beherbergt ein weithin einmaliges Rosarium. 2026 will Bad Wörishofen Rosenstadt werden.
    Der Kurpark von Bad Wörishofen beherbergt ein weithin einmaliges Rosarium. 2026 will Bad Wörishofen Rosenstadt werden. Foto: Kur- und Tourismusbetrieb (Archivbild)

    Die Kneippstadt Bad Wörishofen musste 2025 touristisch ein wenig Federn lassen. Kurdirektorin Cathrin Herd hat in den Zahlen aber einen positiven Trend entdeckt. Zudem gibt es 2026 gleich mehrere Gelegenheiten, um zusätzliche Gäste nach Bad Wörishofen zu locken. Allerdings steht auch eine große Herausforderung bevor.

    Bad Wörishofen hat mit der Kneipptherapie ein Angebot, das immer aktueller erscheint. „Moderne Begriffe wie Resilienz oder Work-Life-Balance sind allgegenwärtig. Pfarrer Sebastian Kneipp war sich der Bedeutung bereits vor Jahrhunderten bewusst“, heißt es entsprechend auch im Selbstporträt der Stadt. Wenngleich die Zahlen zwar längst nicht mehr an die goldenen Zeiten der Kur heranreichen, bleibt Bad Wörishofen das Top-Ziel im Unterallgäu und einer der bekanntesten Urlaubsorte im Allgäu.

    Das Jahr 2025 hätte allerdings besser laufen können, wie sich jetzt zeigt. „Wir liegen mit unseren Zahlen etwas unter dem Niveau von 2024“, teilt Kurdirektorin Cathrin Herd mit. Insgesamt wurden rund 564.000 Übernachtungen gezählt. Dazu kamen rund 137.000 Ankünfte von Gästen, die mindestens eine Nacht geblieben sind. Die unzähligen Tagesgäste Bad Wörishofens werden in dieser Statistik nicht erfasst.

    Der Winter war auch diesmal eine starke Zeit in Bad Wörishofen

    „Zugelegt hatten wir in den Monaten Januar, April und Dezember“, verdeutlicht Herd. Der Winter bleibt also eine interessante Zeit in Bad Wörishofen. Sebastian Kneipp selbst schwor ja auf die Winterkur. Die macht heute praktisch niemand mehr, aber dafür konnte Bad Wörishofen zuletzt in der Weihnachtszeit mit einem umfangreichen und attraktiven Veranstaltungsprogramm punkten. Im Sommer gab es dagegen wenig Bewegung, allerdings auch keine schlechten Nachrichten. „Der Juni war nahezu identisch zum Vorjahr“, berichtet Herd.

    Für das Jahr 2026 will der Kur- und Tourismusbetrieb „die Veranstaltungen und Veranstaltungsstätten optimieren“, kündigt Herd an. Dazu gehört beispielsweise der Ausbau der Kleinkunsttage, die vom Start weg beliebt waren und wo Veranstaltungsleiter Leopold Michl heuer noch viele weitere Akzente setzt und teils sehr bekannte Künstlerinnen und Künstler nach Bad Wörishofen holt. Bei der Veranstaltungsorten steht das Guggerhaus im Fokus, denn dort darf jetzt offiziell standesamtlich geheiratet werden. Beide Maßnahmen sollen mehr Einnahmen bringen, so Herd. Mit dem Guggerhaus hat Bad Wörishofen tatsächlich eine Hochzeitslocation, die mindestens ungewöhnlich ist und die es so längst nicht in jeder Gemeinde gibt.

    2026 wird es zudem einem zentralen Punkt ernst. „Das Jahr ist für uns wichtig, da wir die Vorbereitungen für die Rezertifizierung zum Kneippheilbad abgeschlossen haben und jetzt der Antrag gestellt wird“, so Herd. Damit verbunden seien Gutachten und andere aufwendig umzusetzende Pflichtaufgaben. Regelmäßig alle paar Jahre muss Bad Wörishofen nachweisen, dass die Stadt den Titel Kneippheilbad noch verdient. Staatliches Kneippheilbad, das ist so etwas wie die Champions League. Die Hürden sind enorm hoch, bislang gab es nur fünf staatliche Kneippheilbäder in Bayern, das an Kurorten ansonsten ja nicht arm ist. 2025 kam erstmals nach 20 Jahren wieder ein neues Kneippheilbad hinzu: Füssen.

    „Unsere Heilbäder und Kurorte sind für die Gesundheit unserer Bürgerinnen und Bürger von unschätzbarem Wert. Patienten werden mit hoher Kompetenz in einem qualitativ exzellenten Umfeld behandelt. Sie sind außerdem eine wichtige Säule der touristischen Infrastruktur. Wir setzen deshalb alles daran, diesen hohen bayerischen Standard zu erhalten und zu schützen“, betonte damals Bayerns Innenminister Joachim Herrmann. .

    So steht es um die Rezertifizierung als Kneippheilbad

    Kneipp wird 2026 auch aus anderem Grund wieder im Mittelpunkt stehen. „Unser Museum wird 40 Jahre, das wollen und werden wir natürlich feiern“, kündigt Herd an. Der Haupt-Festtag soll der 8. August werden. Das Kneipp-Museum ist im Kloster von Bad Wörishofen untergebracht, wo Kneipp als Priester wirkte.

    Ein weiteres Hauptaugenmerk gilt 2026 der Königin der Blumen, der Rose. Hier glänzt Bad Wörishofen seit Jahren mit einem weithin einmaligen Rosarium im Kurpark. Aus diesem Schatz will der Kur- und Tourismusbetrieb heuer mehr Kapital schlagen. Bad Wörishofen will Rosenstadt werden. „Da kann jeder mithelfen und unterstützen“, appelliert Herd. „Während des Rosenkongresses brauchen wir die Sichtbarkeit und die Rosen werden in die Kneippstraße einziehen.“ Dort wird es Beete geben, die Rosenpracht auch außerhalb des Kurparks zeigen. Im Gegenzug fällt aber der beliebte Tulpenpfad aus. In Zeiten der Haushaltssperre konnten die Blumenzwiebeln nicht bestellt werden.

    Dass die schwierige Haushaltslage auch das Tourismusjahr begleiten werde, macht Herd ebenfalls deutlich. Bad Wörishofen muss sparen. Zuletzt war von 1,7 Millionen Euro die Rede, die allein heuer noch dem Rotstift zum Opfer fallen müssen. Der Kur- und Tourismusbetrieb ist da jedesmal Ziel von Sparvorschlägen. Das dürfte 2026 nicht anders sein. „Wir tun unser Bestes, um den Ort so liebenswert zu erhalten, wie er ist. Im Sinne von Kneipp und auch der Nachhaltigkeit“, sagt Herd.

    Diskutieren Sie mit
    XXX 0 Kommentare
    hier kommen komentare rein

    Um kommentieren zu können, müssen Sie angemeldet sein.

    Anmelden

    Sie haben noch kein Konto? Kostenfrei registrieren