Im September hatte Dr. Berndt Linker noch seinen 85. Geburtstag gefeiert. Jetzt ist der Mann, dem die Stadt Mindelheim viel zu verdanken hat, gestorben.
Als Siebenjähriger ist er 1947 zusammen mit seiner Mutter vom Erzgebirge über Eisenburg bei Memmingen in die Kreisstadt gekommen, wo die beiden bei einer Mindelheimerin zwangsweise einquartiert wurden. Obwohl der Start hier sicherlich alles andere als einfach war und er viel Ablehnung erfahren hat, wurde ihm Mindelheim so wichtig, dass er der Stadt etwas Besonderes vermachte: Auf 650 Seiten hat der Vater zweier Töchter die Geschichte Mindelheims im 20. Jahrhundert nachgezeichnet und sich darin auch mit der Nazi-Vergangenheit Mindelheims beschäftigt.
Dr. Berndt Linker wurde mit der Verdienstmedaille der Stadt Mindelheim ausgezeichnet
Für das viel beachtete Standardwerk hat er mehrere Jahre lang Gespräche mit alten Mindelheimerinnen und Mindelheimern geführt und in den Archiven unzählige Urkunden, Dokumente, historische Fotos, Spruchkammerakten und Zeitungsartikel gesichtet. Dieses außergewöhnliche Engagement würdigte die Stadt, indem sie ihm 2016 die erste Verdienstmedaille im Bereich Kultur verlieh. Der Freundeskreis Alt-Mindelheim zeichnete ihn ein Jahr später mit der goldenen Ehrennadel aus.
Dr. Berndt Linker hatte bis zu seiner Pensionierung am Mindelheimer Maristenkolleg und 30 Jahre lang am Joseph-Bernhart-Gymnasium in Türkheim Englisch, Geschichte und Sozialkunde unterrichtet und zahlreiche Schülerinnen und Schüler erfolgreich zum Abitur geführt. Der Kapitänleutnant der Reserve war außerdem seit 1977 Mitglied des Veteranen- und Soldatenvereins Mindelheim, den er zwei Jahre als Vorsitzender führte, und engagierte sich auch dort für die Geschichte des Vereins.
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