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Breitenbrunn: Windkraft in Breitenbrunn? Nein, danke!

Breitenbrunn

Windkraft in Breitenbrunn? Nein, danke!

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    Bei Breitenbrunn hat der Regionalverband Donau-Iller schon vor Jahren eines von fünf Vorranggebieten für Windkraft im Unterallgäu ausgewiesen. Die Gemeinde hat allerdings kein Interesse daran, dass dort Windräder errichtet werden.
    Bei Breitenbrunn hat der Regionalverband Donau-Iller schon vor Jahren eines von fünf Vorranggebieten für Windkraft im Unterallgäu ausgewiesen. Die Gemeinde hat allerdings kein Interesse daran, dass dort Windräder errichtet werden. Foto: Annemarie Rencken (Symbolbild)

    Im Wald zwischen Breitenbrunn, Loppenhausen und Halden hat der Regionalverband Donau-Iller schon vor Jahren eines von insgesamt fünf Vorranggebieten für Windkraft im Unterallgäu ausgewiesen. Doch während in Amberg, Mindelheim und Mattsies nach der Abschwächung der 10H-Regel Aufbruchstimmung herrscht, ist in Breitenbrunn das Gegenteil der Fall. Und das, obwohl die Gemeinde in Sachen regenerativer Energie durchaus aktiv ist.

    Dank eines kleinen Wasserkraftwerks, einer Biogasanlage und vor allem vieler Photovoltaik-Anlagen erzeugt die Gemeinde schon jetzt 20 Prozent mehr Strom, als sie selbst verbraucht, erklärt Bürgermeister Jürgen Tempel. Doch während sie den Ausbau von PV-Anlagen auf Dächern als flächenschonende Energiequelle weiter ausbauen will, stünden die Bürger und damit auch der Gemeinderat Windrädern überaus skeptisch gegenüber.

    Nabenhöhen von bis zu 240 Metern sind für den Breitenbrunner Bürgermeister Jürgen Tempel Irrsinn

    „Das ist ein ganz kritisches Thema bei uns in der Gemeinde“, sagt Tempel. Schon 2015 habe sich der Gemeinderat intensiv mit dem Thema befasst. Dieser hatte zwar nichts dagegen, dass die inzwischen aufgelöste Projektentwicklungsgesellschaft Windkraft Unterallgäu das Gebiet erkundet, stellte aber klar, dass am Mindestabstand von 10H nicht zu rütteln ist. Die Gemeinde wollte damit Prozessen vorbeugen – und Ärger mit ihren Bürgern. Denn schon damals lagen Einwendungen gegen mögliche Windkraftanlagen vor.

    „Für uns hat sich nichts geändert“, sagt Tempel, der Nabenhöhen von bis zu 240 Metern als Irrsinn bezeichnet. „Und drunter müssen Sie gar nicht drüber nachdenken, weil der Wind sonst nicht reicht.“ Die Windräder würden zwar im Wald stehen, „aber ein durchschnittlicher Baum ist 30 Meter hoch. Das ist ein Wahnsinn.“

    Tempel sieht nicht ein, warum bei der Energiewende nur das Land belastet werden soll

    Dass etwaige Windräder weithin sichtbar wären, ist das eine. Was Tempel noch viel mehr ärgert, ist aber die Anspruchshaltung, die mit dem Thema verknüpft sei: „Warum soll das Land Energie produzieren und in der Stadt passiert nichts?“, fragt er. In seinen Augen wäre die Energiewende nur dann fair, wenn alle Kommunen verpflichtet würden, hundert Prozent des dort benötigten Stroms selbst zu produzieren. So aber werde nur das Land belastet. „Ich kenne keine einzige Stadt, in der ein Windrad steht“, sagt Tempel.

    Seine Gemeinde sieht er auf einem guten Weg: Um Strom zu sparen, wurde die Straßenbeleuchtung mit LED-Lampen ausgestattet und wenn das Rathaus saniert werde, komme mit Sicherheit auch eine PV-Anlage aufs Dach. Das ist auch für das Hackschnitzellager geplant, das an der Therme in Bedernau entstehen soll. „Ich denke, wir leisten unseren Beitrag“, sagt er. „Die Frage ist, ob man mit aller Gewalt ein Windrad braucht.“ Wie viele davon in dem 55 Hektar großen Vorranggebiet errichtet werden könnten, ist ohnehin unklar. Der Regionalverband geht – Stand 2015 – von vier bis sechs Anlagen aus. Doch selbst wenn der Mindestabstand zur Wohnbebauung nun auf 1000 Meter schrumpfe, könne dieser bei Fürbuch, Kaisersmoos und Steinbach nicht eingehalten werden, so der Bürgermeister.

    Ihm liegt bislang keine Anfrage zum Bau einer Windkraftanlage in dem Vorranggebiet vor. „Und wir sind auch nicht entzückt, wenn eine kommt. Entsprechend wäre unsere Unterstützung“, stellt er klar. „Die Bürger wollen’s nicht. Und ich vertrete meine Bürger – und nicht Herrn Söder.“

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