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Buchloe
12.01.2022

Am Krankenhausstandort Buchloe wird nicht gerüttelt

Auch das Buchloer Krankenhaus St. Josef gehört zum Kommunalunternehmen Kliniken Ostallgäu-Kaufbeuren. Der Erhalt des Standorts war eine der Bedingungen für den neuen Vertrag.
Foto: Matthias Kleber (Archivbild)

Die Kliniken Ostallgäu-Kaufbeuren schließen Drei-Jahres-Vertrag mit dem Gesundheitsdienstleister Sana AG. Er übernimmt das Management und stellt den neuen Krankenhaus-Chef. Dafür gab es aber auch Bedingungen.

Der Gesundheitsdienstleister Sana Kliniken AG übernimmt das Management der Kliniken Ostallgäu-Kaufbeuren. Der Verwaltungsrat des Kommunalunternehmens (KU) hat am Montag in Marktoberdorf einem zunächst auf drei Jahre ausgelegten Vertrag zugestimmt. Ab 17. Januar leitet der neue Alleinvorstand Andreas Kutschker das KU mit seinen drei Häusern in Kaufbeuren, Füssen und Buchloe.

Der Verwaltungsrat steht hinter dem Vertrag mit der Sana AG

„Die Anforderungen an das Krankenhaus-Management sind mittlerweile enorm anspruchsvoll und komplex“, sagte der Kaufbeurer Oberbürgermeister Stefan Bosse, seit 1. Januar turnusgemäß wieder Vorsitzender des Verwaltungsrates der Kliniken. Daher hatte das Gremium bereits im vergangenen Frühjahr beschlossen, eine Managementgesellschaft mit der Geschäftsführung der Kliniken zu beauftragen.

Der Vertrag mit Vorständin Ute Sperling wurde nicht verlängert. Nach einem „aufwendigen und intensiven Verfahren“ mit drei Bewerbern fiel die Wahl auf die Sana Kliniken AG, einem der größten Klinikbetreiber in Deutschland. Der Verwaltungsrat habe dem Vorschlag mit „großer Mehrheit“ zugestimmt, sagte Bosse.

Sana betreibt 60 eigene Krankenhausstandorte und betreut 18 Kliniken im Fremdmanagement – unter anderem im Oberallgäu, Kempten und Unterallgäu. Den Kliniken Ostallgäu-Kaufbeuren stehe somit „das gesamte Expertenwissen einer der größten Krankenhausgruppen Deutschlands zur Verfügung“, sagte Dr. Andreas Hartung, Generalbevollmächtigter bei Sana. Man wolle die Kliniken „medizinisch-pflegerisch weiterentwickeln und zukunftssicher aufstellen“, sagte Hartung. Das Ziel sei eine dauerhafte Zusammenarbeit. Der mit dem KU zunächst auf drei Jahre geschlossene Vertrag beinhaltet eine Verlängerungsoption für weitere zwei Jahre. In den nächsten sieben Monaten soll Sana ein Entwicklungskonzept für die drei Klinik-Standorte erarbeiten.

A. Kutschker
Dr. A. Hartung

Der neue Alleinvorstand Andreas Kutschker baut ebenso auf die Expertise des Gesundheitsdienstleisters. „Krankenhäuser stehen heute vor vielfältigen wirtschaftlichen und strukturellen Herausforderungen.“ Daher seien kluge Planung und innovative Ansätze gefragt. Er sehe Sana in der Verantwortung, die Kliniken Ostallgäu-Kaufbeuren dabei zu unterstützen, „auch weiterhin eine hochwertige medizinische und pflegerische Versorgung anbieten zu können“, sagte Kutschker. Der 41-jährige Familienvater blickt auf 16 Jahre Berufserfahrung im Gesundheitswesen zurück. Bevor der Diplom-Gesundheitsökonom zu Sana wechselte, war er Klinikleiter bei den Schön Kliniken und Geschäftsführer der Klinik Bad Trissl GmbH. Am nächsten Montag bezieht Kutschker sein Büro im Klinikum Kaufbeuren.

Die Kliniken leiden nicht nur unter dem Fachkräftemagel

Kutschker übernimmt die Leitung der Kliniken zu einem schwierigen Zeitpunkt. Die Corona-Pandemie hat den Fachkräftemangel in der Pflege verschärft und dem KU ein kräftiges Defizit beschert. Dies fällt jedoch vermutlich nicht so hoch aus, wie befürchtet. Aufgrund von Corona-Ausgleichszahlungen beläuft sich das Defizit statt der veranschlagten 3,9 Millionen Euro wohl nur auf 2,5 Millionen Euro, sagte Bosse nach der Sitzung des Verwaltungsrates. In den nächsten fünf Jahren sollen die Kliniken die schwarze Null erreichen. Doch sei dies nicht die alleinige Priorität. „Wir müssen auch vernünftige Rahmenbedingungen für unsere Mitarbeiter schaffen“, sagte Bosse. Und er stellte ebenfalls klar: „Auch mit Managementvertrag – Eigentümer der Kliniken bleiben der Landkreis Ostallgäu und die Stadt Kaufbeuren. Eine Fusion mit anderen Kliniken ist nicht beabsichtigt.“ Der Erhalt aller drei Klinikstandorte ist Vorgabe an das neue Management.

Die Ostallgäuer Landrätin Maria Rita Zinnecker bezeichnete den Vertrag mit Sana als „gute Weichenstellung“. Die Herausforderungen an Krankenhäuser würden immer größer. Zinnecker kündigte daher ein Strategiekonzept an. Gemeinsam mit Mitarbeitern und Verwaltungsrat soll in den nächsten Jahren die stationäre Medizin in der Region gestärkt werden. Ein weiteres Ziel sei die engere Vernetzung von ambulanter sowie stationärer Medizin.

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