Newsticker
RKI registriert 74.405 Neuinfektionen – Inzidenz steigt auf 553,2
  1. Startseite
  2. Mindelheim
  3. Buchloe: Schlachthof Vion in Buchloe setzt virtuelle Kuhbrille ein

Buchloe
12.01.2022

Schlachthof Vion in Buchloe setzt virtuelle Kuhbrille ein

Kuhaugen können nur die zehn Prozent ihres Sichtfeldes scharf abbilden, die frontal vor ihnen liegen.
Foto: Rally/Vion

Diese Entwicklung soll dem Tierwohl dienen und bei der Planung neuer Schlachthöfe helfen.

In der Fortbildung seiner Mitarbeiter und Tierschutzbeauftragten und bei der Planung neuer Schlachthofställe setzt Vion als erstes Unternehmen der Branche eine virtuelle Kuhbrille ein. Dies teilte das Unternehmen am Schlachthof-Standort Buchloe mit.

Der Herdentrieb der Kühe soll durch die Brille bei Vion in Buchloe genutzt werden

Bevor am Vion-Standort im thüringischen Altenburg unlängst eine neue hochmoderne Rinderschlachtlinie installiert wurde, hat das Unternehmen nach eigenen Angaben sämtliche Bereiche, in denen mit lebenden Tieren gearbeitet wird, erst einmal umfassend umgebaut. So sei unter Einhaltung neuester Tierschutzerkenntnisse etwa der Zutrieb zur Betäubung neu gestaltet worden. „Konkret soll dieser Schritt dazu beitragen, das selbstständige Vorwärtsgehen in der Gruppe zu unterstützen und den Herdentrieb der Tiere zu nutzen“, sagt Tierärztin Dr. Veronika Weber von der Vion-Gruppe.

Um dabei den Sinn und Zweck der Baumaßnahmen buchstäblich immer im Blick zu behalten, setzte Vion erstmals eine virtuelle Kuhbrille ein, eine Entwicklung des Landwirtschaftlichen Bildungszentrums (LBZ) im niedersächsischen Echem. Dabei wird die Leistungsfähigkeit von Rinderaugen für Anwender der Kuhbrille über eine Software-Entwicklung simuliert, die die Augenfunktionsweisen von Rindern auf den Gläsern der Kuhbrille abbildet und so den Anwendern die visuelle Wahrnehmung der Tierumgebung erlebbar macht.

„Kuhaugen haben eine nahezu 330-Grad-Rundumsicht, können jedoch nur die zehn Prozent ihres Sichtfeldes scharf abbilden, die frontal vor ihnen liegen“, sagt Weber. „Außerhalb dieses Bereiches beträgt die Sehschärfe nur etwa 30 Prozent der des menschlichen Auges.“ Zudem nehmen Kühe Kontraste viel extremer wahr und brauchen deutlich länger als Menschen, um sich an Helligkeitswechsel zu gewöhnen.

Vion in Buchloe will die Brille auch zur Fortbildung der Mitarbeiter einsetzen

Der Einsatz der Brille trage dazu bei, dass bei der Planung und Neugestaltung von Schlachthöfen das Tierwohl im Vordergrund steht, sagt Projektleiter Benito Weise vom LBZ Echem, der die Virtual-Reality-Brille zusammen mit einem Spezialisten-Team entwickelt hat. „Tatsächlich bringen die baulichen Veränderungen in Altenburg für die Kühe, Bullen und Rinder heute signifikant mehr Ruhe in die Abläufe“, sagt Tierärztin Weber. „Der Einsatz der Kuhbrille verfolgt kurz gesagt den Zweck: Weniger Stress, mehr Tierwohl“, sagt Geschäftsführer David De Camp. Vion will die Brille nun auch zur Fortbildung der Mitarbeiter und Tierschutzbeauftragten einsetzen.

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.