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Mindelheim: Bürger wehren sich gegen 5G-Mobilfunk in Mindelheim

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Bürger wehren sich gegen 5G-Mobilfunk in Mindelheim

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    Der Mobilfunkstandard 5G kommt auch im Unterallgäu. Einige Bürger machen sich deswegen Sorgen.
    Der Mobilfunkstandard 5G kommt auch im Unterallgäu. Einige Bürger machen sich deswegen Sorgen. Foto: dpa

    Im Unterallgäu hat sich eine neue Bürgerinitiative gegründet, die sich für eine sichere und gesundheitsverträgliche digitale Datenversorgung einsetzt. Bei der Gründungsveranstaltung in der Gaststätte Drei König sprach Birgitta Müller-Auerbacher über den aktuellen Stand des 5G-Ausbaus in Deutschland und der Region.

    Drei Themen bewegten die Anwesenden besonders:

    • Wie können Kinder geschützt werden, insbesondere vor dem Hintergrund der Digitalisierung in Schulen und Kindergärten?
    • Wieso sind die Grenzwerte in Deutschland so viel höher als in vielen anderen Ländern?
    • Weshalb haften nicht die Eigentümer der Funkmasten für Schäden an der Gesundheit, sondern die Grundstückseigentümer?

    Die Mobilfunkstrahlung könne Tumore auslösen, kritisiert die Mindelheimer Bürgerinitiative

    Für Kinder und Jugendliche sei es besonders wichtig, dass die Zellteilung ungestört stattfinden kann, berichtet Susanne Streitel im Namen der Bürgerinitiative. Das sei relevant für gesundes Wachstum und Entwicklung. Elektromagnetische, hochfrequente, gepulste Mobilfunkstrahlung des 5G-Netzes, 24 Stunden täglich, das ganze Jahr über, störe empfindlich und langfristig die Zellteilungsprozesse aller Lebewesen. Das könne Tumore auslösen.

    Auch für WLAN werde empfohlen, es nur bei Bedarf anzuschalten und nicht in unmittelbarer Nähe zu Schlaf- und Wohnräumen aufzustellen. Darauf werde auch in Bedienungsanleitungen hingewiesen. Handys sollen nicht in Hosentaschen getragen werden beziehungsweise nur, wenn der Flugmodus aktiviert ist.

    Bürgerinitiative: Warum ist der Grenzwert in Deutschland höher als in anderen Ländern?

    Diskutiert wurde, warum der Grenzwert in Deutschland höher ist als in anderen Ländern: 40 V/m (bei 800/900 MHz) im Vergleich zu 4 V/m in der Schweiz oder 6 V/m in Frankreich oder Russland. Vom BUND und dem Bundesverband Elektrosmog wird ein Wert von 0,02 V/m gefordert. Hintergrund ist, dass die Grenzwerte von einem privaten Verein (ICNIRP) mit Nähe zur Mobilfunkindustrie vorgeschlagen werden, auf dessen Aussagen sich die Bundesregierung bezieht. Viele Verantwortliche wiegten sich nach Ansicht der Bürgerinitiative in falscher Sicherheit, da bei Messungen die viel zu hoch veranschlagten Grenzwerte natürlich deutlich unterschritten werden.

    „In Deutschland gibt es keine Versicherung, die Schäden durch Funkstrahlung versichert“. Funkstrahlung sei somit in die höchste Risikostufe eingestuft, so Birgitta Müller-Auerbacher in ihrem Vortrag. Die Mobilfunkanbieter hätten sich deshalb für ihre Sendemasten eine „besondere Finesse“ einfallen lassen: Eigens dafür gegründete GmbHs stellten Funkmasten auf und hafteten bei gesundheitlichen Schäden nach GmbH-Gesetz nur mit bis zu 25.000 Euro. Alles, was darüber hinaus geht, sei das Risiko der jeweiligen Grundstückseigentümer.

    Es gebe Alternativen zu 5G, erklärt die Mindelheimer Bürgerinitiative

    Die Bürgerinitiative weist auf Alternativen zu 5G hin, etwa Glasfaser oder die Lichttechnik. Auch über diese möchte die Bürgerinitiative informieren. Das nächste Treffen findet am Freitag, 16. Oktober um 19 Uhr im Restaurant Drei König in Mindelheim statt. Wer möchte, kann den Newsletter der Bürgerinitiative anfordern, per E-Mail an aufklaerung5Gmindelheim@online.de. (mz)

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