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Mindelheim: Mindelheim setzt ein Zeichen für Windkraft

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Mindelheim setzt ein Zeichen für Windkraft

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    Die Stadt Mindelheim kämpft um ihr Vorranggebiet für Windkraft, das der Regionalverband Donau-Iller im vergangenen Jahr überraschend aus seiner Planung gestrichen hat.
    Die Stadt Mindelheim kämpft um ihr Vorranggebiet für Windkraft, das der Regionalverband Donau-Iller im vergangenen Jahr überraschend aus seiner Planung gestrichen hat. Foto: dpa (Symbolbild)

    Es ist schon paradox: In den wenigen Gemeinden im Unterallgäu, in denen Windkraft überhaupt möglich ist, formiert sich teils erbitterter Widerstand. Andere – darunter Mindelheim und Bad Wörishofen – hatten dagegen bereits große Pläne, um in Sachen erneuerbare Energien voranzukommen, stehen inzwischen aber ohne Vorranggebiet da. Die erhofften Windräder sind für sie damit vom Tisch. Der Mindelheimer Stadtrat hofft jedoch, dass sich das noch ändern könnte – und hat deshalb in seiner jüngsten Sitzung ein Zeichen gesetzt.

    Er hat einstimmig beschlossen, beim Regionalverband Donau-Iller die Wiederfestlegung eines Vorranggebiets für Standorte regionalbedeutsamer Windkraftanlagen in Mindelheim zu beantragen, und die Verwaltung beauftragt, eine entsprechende Stellungnahme beim Regionalverband einzureichen. „Wir sind absolut dafür, unser Windvorranggebiet zu erhalten“, sagte Bürgermeister Stephan Winter. Allerdings könne die Stadt derzeit nicht mehr tun, als ein Zeichen zu setzen, dass ihr das Vorranggebiet wichtig ist.

    2015 waren die Windräder noch nicht so hoch wie heute

    Denn in Mindelheim gab es für die Windkraft bereits konkrete Pläne: 2015 hatte der Planungsverband Donau-Iller ein rund 65 Hektar großes Gebiet im Mindelheimer Stadtwald östlich von Mindelheim bei St. Anna als Vorranggebiet ausgewiesen. Darauf hätten zwischen vier und sechs Windkraftanlagen gebaut werden können. Mehrere Investoren hatten bereits Interesse bekundet, darunter auch der frühere Chef der Firma Tricor aus Bad Wörishofen, Martin Müller. Ziel war es, mit dem dort erzeugten Strom die Energiekosten von Mindelheimer Industriebetrieben zu senken. Sogar ein Vogelgutachten hatte Müller auf eigene Kosten bereits anfertigen lassen, als sich die Pläne im vergangenen Jahr überraschend zerschlugen: Der Planungsverband hatte das Vorranggebiet aus seiner Planung gestrichen.

    Hintergrund ist die Höhe der Windräder: Als das Mindelheimer Vorranggebiet 2015 in die Planung aufgenommen worden war, waren sie üblicherweise maximal 170 Meter hoch. Inzwischen gelten Anlagen in Süddeutschland aber nur dann als wirtschaftlich betreibbar, wenn sie mindestens 200 oder noch besser 250 Meter hoch sind. Damit kommen sie in Mindelheim aber der Bundeswehr in die Quere.

    In Mindelheim kommen die Windräder der Bundeswehr in die Quere

    Zum einen geht es dabei um die sogenannte Mindestradarführungshöhe: Um das Radar nicht zu stören, dürfen die Windräder im Raum Mindelheim nicht über eine Höhe von 836 Metern über Normalnull herausragen. Weil das Mindelheimer Vorranggebiet aber bereits auf einer Höhe von 640 bis 645 Meter liegt, dürften die Windräder hier maximal 196 oder 191 Meter hoch sein – und wären damit nicht mehr wirtschaftlich. Und zum anderen hat die Bundeswehr Teile des Mindelheimer Stadtgebiets als Tiefflugübungsareal für Hubschrauber ausgewiesen. Auch hier wären die bis zu 250 Meter hohen Windräder im Weg.

    Die Hoffnung, dass die Mindestradarführungshöhe angehoben und das Tiefflugübungsareal aufgehoben wird, ist zwar gering, komplett aufgeben will sie die Stadt aber nicht. Sollten sich die jetzigen Hindernisse auflösen, will sie auf jeden Fall mit einem Vorranggebiet darauf vorbereitet sein. Für dessen Wiederaufnahme in die Planung verweist die Stadt auf die Interessenten und darauf, dass die fraglichen Grundstücke der Stadt gehören. Diese wolle die Realisierung von Windkraftanlagen gezielt fördern und nicht wie viele andere verhindern, so Bürgermeister Winter. Der Antrag zur Wiederaufnahme sei „ein wichtiges politisches Zeichen: Mindelheim will Windkraft.“

    „Was passiert, wenn das Vorranggebiet nicht ausgewiesen wird?“, fragte Maximilian Heim (Freie Wähler). „Im Grunde nichts“, lautete Winters Antwort. Ohne das Vorranggebiet seien lediglich „Windrädchen“ möglich, mit denen sich der Energiehunger der Betriebe wohl kaum stillen lässt. Josef Doll (Grüne) bedankte sich dafür, dass Mindelheim so ein starkes Signal sendet und bekräftigte: „Wir brauchen Windkraft in Mindelheim.“ Sei das Vorranggebiet erst einmal weg, bekomme es die Stadt nicht wieder zurück.

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