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Organspende steht im Zentrum einer innovativen Projektwoche am Maristenkolleg in Mindelheim

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Zwischen Abschied und Neuanfang: Wie Schüler das Tabuthema Organspende beleuchten

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    Im Rahmen einer Projektwoche befassten sich die Elftklässler des Maristenkollegs intensiv mit dem Thema Organspende. Zum Abschluss gab es eine große Podiumsdiskussion.
    Im Rahmen einer Projektwoche befassten sich die Elftklässler des Maristenkollegs intensiv mit dem Thema Organspende. Zum Abschluss gab es eine große Podiumsdiskussion. Foto: Marcus Barnstorf

    „Leben weitergeben“ – unter diesem Titel kamen über 400 Besucherinnen und Besucher auf Einladung des Rotary Clubs Mindelheim und des Gymnasiums am Maristenkolleg zu einem Infoabend zum Thema Organspende zusammen. Zuvor wurde eine Ausstellung der 11. Klassen des Maristenkollegs im Foyer eröffnet. Im Rahmen der Wissenschaftswoche hatten sich die Schülerinnen und Schüler in Projektarbeiten dem sensiblen Thema genähert – künstlerisch, religiös, biologisch, historisch, rechtlich und volkswirtschaftlich.

    Höhepunkt des Abends, der von der Big Band des Maristenkollegs musikalisch umrahmt wurde, war eine Podiumsdiskussion. Souverän und einfühlsam moderiert von Anouschka Horn vom Rundschau-Magazin im Bayerischen Fernsehen, spannte sich der Bogen zwischen medizinischen Fakten, ethischen Fragestellungen und persönlichen Schicksalen. Organspende bewege sich im Spannungsfeld von Abschied und Hoffnung, von Verlust und Neubeginn – ein Handeln, bei dem man gibt, ohne selbst etwas zu verlieren. Diesen Gedanken griff Schulleiterin Karin Dobrindt auf: Die Auseinandersetzung mit diesem komplexen Thema sei gleichermaßen eine persönliche wie gesellschaftliche Aufgabe.

    Ein Organspendeausweis hilft auch den Angehörigen, eine klare Entscheidung zu treffen

    Transplantationskandidat Thomas Krauß aus Kammlach machte deutlich, was Organspende für Betroffene bedeutet: Hoffnung auf ein Weiterleben. „Es ist ethisch nicht vertretbar, ein Organ zu empfangen, ohne bereit zu sein, selbst zu spenden“, erklärte er. Ein Organspendeausweis helfe den Angehörigen, im Ernstfall eine klare Entscheidung treffen zu können.

    Aus medizinischer Sicht informierte der Augsburger Transplantationschirurg, Prof. Dr. Matthias Anthuber, in einem Impulsvortrag über Hirntod, Abläufe, Chancen und Herausforderungen der Organtransplantation. Es gebe weder eine Altersgrenze noch – mit Ausnahme einer HIV-Infektion – eine Todesursache, die eine Organspende ausschließe. Von der Veranstaltung zeigte sich Anthuber tief beeindruckt: „Der Ansatz, in Form einer Projektwoche dieses wichtige Thema zu beleuchten, muss zur Blaupause für alle Schulen werden, damit sich die nächste Generation frühzeitig mit dem Thema befasst.“

    Drei Schüler gaben auch der jungen Generation eine Stimme

    Ergänzt wurde die Diskussion durch ethische Perspektiven, eingebracht vom Klinikseelsorger Michael Saurler. Die Widerspruchslösung sei aus seiner Sicht lediglich die zweitbeste Option; er plädierte für eine bewusste Entscheidung für oder gegen eine Organspende. Die rechtlichen Rahmenbedingungen erläuterte Notarin Marion Strümpell. Mit Frederik Wilhelm, Bernhard Drews und Lasse Heilmeier beteiligten sich drei Maristenschüler engagiert an der Diskussion und verliehen der jungen Generation eine differenzierte Stimme.

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