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An diesen Stellen rund um Mindelheim könnten Windräder und PV-Anlagen entstehen

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An diesen Stellen rund um Mindelheim könnten Windräder und PV-Anlagen entstehen

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    Weil Windräder in Mindelheim wegen eines Korridors für Tiefflüge kaum zu realisieren sind, gewinnt der Ausbau von Freiflächen-Photovoltaikanlagen an Bedeutung.
    Weil Windräder in Mindelheim wegen eines Korridors für Tiefflüge kaum zu realisieren sind, gewinnt der Ausbau von Freiflächen-Photovoltaikanlagen an Bedeutung. Foto: Matthias Becker (Archivbild)

    Wo könnten in Mindelheim weitere Photovoltaik-Anlagen entstehen? Wo wären Windräder denkbar? Und wo könnten Geothermieanlagen entstehen? Antworten auf diese Fragen liefert der Energienutzungsplan der Stadt Mindelheim, der jetzt überarbeitet und im Stadtrat vorgestellt wurde.

    Er soll der Stadt dabei helfen, die Energiewende vor Ort voranzutreiben und ist als Planungsinstrument gedacht: Melden sich Investoren, genügt vereinfacht gesagt ein Blick auf den Energienutzungsplan, um abschätzen zu können, wo ein Vorhaben Aussicht auf Erfolg hat und wo eher nicht. Zudem fließt der Energienutzungsplan auch in die Fortschreibung von Flächennutzungsplänen ein.

    Besonders fruchtbare landwirtschaftliche Flächen sollen nicht für PV-Anlagen genutzt werden

    Erstellt hat den Plan das Augsburger Büro für Ortsplanung und Stadtentwicklung Opla. Auf einer Karte des Mindelheimer Stadtgebiets inklusive seiner Ortsteile hat es eingetragen, auf welchen Flächen bereits erneuerbare Energie erzeugt wird. Im zweiten Schritt wurden sogenannte Raumwiderstände eingezeichnet. Dabei handelt es sich um Flächen, auf denen es aus unterschiedlichen Gründen schwierig werden könnte, ein Vorhaben zu realisieren.

    Als Beispiel für Raumwiderstände bei PV-Anlagen nannte Luise Skirde von Opla unter anderem bebaute und genutzte Flächen, Schutzgebiete und Biotope, Wasser- und Waldflächen, landschaftsbestimmende Hänge, aber auch besonders fruchtbare landwirtschaftliche Flächen. Wie Skirdes Kollege Werner Dehm betonte, gilt Letzteres aber nur für klassische PV-Anlagen. Für sogenannte Agri-PV-Anlagen, bei denen die Flächen zwischen den senkrecht angebrachten Modulen weiterhin landwirtschaftlich genutzt werden können, gilt diese Einschränkung nicht.

    Tiefflugstrecken und gefährdete Vögel schränken den Bau von Windrädern ein

    Bei Windrädern gehören unter anderem die vorgeschriebenen Abstände zu Siedlungen zu den Raumwiderständen, aber auch militärische Belange: Weil über Mindelheim ein Korridor für Tiefflugstrecken verläuft, bleiben nur noch wenige Standorte für Windräder übrig. Nicht von ungefähr wird aus dem Regionalplan Donau-Iller voraussichtlich ein bisheriges Vorranggebiet für Windkraft in Mindelheim gestrichen.

    Und auch der Artenschutz spielt eine Rolle: Im Mindelheimer Norden gibt es Vorkommen von gefährdeten Kiebitzen, Feldlerchen und Wachteln, die dort den Bau von PV-Anlagen erschweren könnten. Außerdem siedeln laut Skirde rund ein Viertel der bayerischen Rotmilan-Brutpaare im Mindelheimer Stadtgebiet. Weil sie ebenso wie der Weißstorch als „kollisionsgefährdet“ gelten, macht das den Bau von Windrädern ebenfalls schwierig. Auch Wildtierkorridore, etwa für Rotwild, müssen berücksichtigt werden: Zäune um Freiflächen-PV-Anlagen behindern die Wanderung der Tiere.

    Potenzial besteht vor allem entlang der Autobahn und im Mindelheimer Westen

    Weil den Talräumen der Mindel und anderer Bäche eine besondere Bedeutung für die Ökologie sowie das Orts- und Landschaftsbild zukommt, sollen laut dem Energieplan auch diese Flächen von Bebauung freigehalten werden. Gleiches gilt laut Skirde für landschaftsbestimmende Hänge, die deshalb ebenfalls nicht als Potenzialflächen in die Karte aufgenommen wurden. Diese zeigt auch, wo Tiefen-Geothermie in Betracht kommt. Die Nutzungsgebiete basieren dabei auf Temperaturkarten. Ob eine hydrothermale Wärmegewinnung tatsächlich möglich ist, müssten Detailuntersuchungen zeigen. Zu guter Letzt wurden auch Potenzialflächen für Batterie-Energiespeichersysteme ausgewiesen.

    „Es ist nicht allzu viel, was wir in Mindelheim an Potenzialflächen haben“, fasste Bürgermeister Michael Schindler abschließend zusammen. Diese konzentrieren sich vor allem entlang der Autobahn und im Mindelheimer Westen. Wie er auf Nachfrage von Wolfgang Streitel (CSU) betonte, entsteht durch den Energieplan noch kein Baurecht, es handelt sich lediglich um ein Planungsinstrument, dem der Stadtrat geschlossen zustimmte.

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