Volleyball

27.09.2019

Acht Mann, ein Ziel

Bereit für die Regionalliga: Die Mannschaft des SVS Türkheim um (von links) Johannes Ackermann, Fabian Birkholz, Vinzenz Ackermann, Robert Frey, Fabian Scherer, David Scherer, Sebastian Schorer und Daniel Schneider startet am Wochenende in die Saison.
Bild: Axel Schmidt

Mit einem Mini-Kader geht der SV Salamander Türkheim in das Abenteuer Regionalliga. Verletzungen oder Ausfälle wären für das Team von Robert Frey fatal

Von allzu großer Anspannung ist an diesem Trainingsabend noch nichts zu merken. Die Volleyballer des SV Salamander Türkheim gehen pragmatisch an die neue, große Herausforderung heran. Die da heißt: Regionalliga.

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Ähnlich wie im Fußball ist es auch im Volleyball die vierthöchste Liga Deutschlands. Allerdings längst nicht mit den finanziellen Rahmenbedingungen gleichzusetzen. Während im Fußballbereich schon in der Regionalliga teilweise unter Profibedingungen trainiert (und honoriert) wird, bleibt in Türkheim nahezu alles beim Alten. So bleibt der Trainer der gleiche (Robert Frey) und mit David Scherer gibt es nur einen „Neuzugang“ – und selbst der entstammt der eigenen zweiten Mannschaft. Dagegen mussten die Türkheimer nach der vergangenen Saison mit Georg Holand einen starken Mittelblocker ziehen lassen. Philipp Holzhey, Paul Barth und Paul Schilling gehen in die zweite Mannschaft und spielen dort in der Bezirksliga – drei Ligen tiefer. Das macht in der Summe einen Regionalligakader von gerade einmal acht Spielern.

„Da darf nicht viel passieren“, sagt Spielertrainer Robert Frey. „Mindestens zwei Spieler wären nicht schlecht“, sagt Frey, der hofft, dass Daniel Schneider seine Schulterverletzung bald komplett auskuriert haben wird. Ein Kern aus zehn Spielern, dazu noch ein, zwei Nachwuchsspieler – das wäre sein Wunsch. Einer, der für Türkheim jedoch kaum realisierbar sein dürfte. Weder gibt es in der Nähe eine Hochschule mit sportlichen Studenten, noch ist der SV Salamander Türkheim in der Lage oder willens, für Spieler Geld auf den Tisch zu legen. Der Kader wird auf Kante genäht sein. „Für den Notfall lasse ich schon eingermaßen variabel trainieren“, sagt Frey. Jeder Spieler soll auf möglichst vielen Positionen einsetzbar sein.

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Als Spielertrainer will Frey selbst noch einmal Regionalligaluft schnuppern. Er ist der Einzige im Team, der schon vor 18 Jahren dabei war, als die Türkheimer erstmals in die Regionalliga aufgestiegen waren – und nach nur einer Saison auch wieder absteigen mussten. Dieses Schicksal wollen sie in diesem Jahr umgehen, auch wenn sie mit einem Mini-Kader in die Saison gehen, die für alle ein großes Abenteuer wird.

So sind die Mannschaften zum Großteil unbekannt. „Wir kennen eigentlich nur das Team aus Regenstauf, das mit uns in der Relegation gespielt hat“, sagt Frey. Deshalb seien die Liga allgemein und die Aussichten Türkheims im Speziellen schwer einzuschätzen. Trotzdem: Diese Regionalligasaison will sich keiner der Spieler entgehen lassen. „Das ist das Größte in meiner Karriere“, sagt Kapitän Fabian Scherer. Mit einem Lachen zitiert er seinen Vater: „Der sagt immer: ’Der Bayernliga-Erhalt ist sicher’.“ Er freut sich jedenfalls auf die neuen Gegner, die neuen Hallen und vor allem die Heimspiele. „Wir hatten im vergangenen Jahr immer zwischen 100 und 150 Zuschauer bei unseren Spielen. Ich hoffe, dass wir diesen Schnitt halten können“, sagt Scherer. „Es kommt natürlich darauf an, wie wir uns in der Regionalliga präsentieren.“

Denn im Vergleich zur Bayernliga wird sich natürlich die Spielstärke der Konkurrenz ändern. Und die Wege. Statt in den Münchner und Augsburger Raum geht es nun nach Bayreuth, Regenstauf und Marktredwitz. Das erste Saisonspiel führt die Türkheimer am Sonntag, 29. September, gleich nach Amberg in die Oberpfalz. Anreise: rund 260 Kilometer einfach. „Die sind mit uns aufgestiegen und haben sich mit einigen Neuzugängen verstärkt“, weiß Robert Frey. Entsprechend nimmt er im Duell der Aufsteiger die Außenseiterrolle gerne an. Beim eigenen Vorbereitungsturnier belegten die Türkheimer kürzlich den zweiten Platz. Zwei Siege gegen Reutte und den ASV Dachau sowie eine knappe Niederlage gegen Ligarivale ASV Regenstauf ließen die Türkheimer ins Finale kommen, wo erneut Regenstauf wartete – und erneut knapp gewann.

Ein weiterer Lichtblick: Mittelblocker Michael Ebel aus der zweiten Mannschaft hat einen derart guten Eindruck hinterlassen, dass er nun fest in der ersten Mannschaft gemeldet ist und damit neben David Scherer ein zweiter „Neuzugang“ für das Türkheimer Abenteuer Regionalliga ist.

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