Fußball, Bezirksoberliga

09.05.2011

Bissig zum Spitzenspiel

„Das wird keine Kaffeefahrt nach Aichach. Wir werden denen Feuer machen.“Mindelheim-Trainer Marcus Eder

Bei der Auswärtspartie gegen den Tabellenführer aus Aichach spricht vieles für den Gastgeber. TSV-Trainer Marcus Eder hat damit kein Problem

Mindelheim Glücklicherweise läuft nicht immer alles wie geplant. Denn wenn es so wäre, dürfte der tabellenzweite TSV Mindelheim beim Tabellenführer aus Aichach (Sonntag, 17 Uhr) eigentlich nicht viel holen dürfen. Auch Mindelheims Trainer Marcus Eder schiebt der Truppe aus Altbayern die Favoritenrolle zu: „Wir sind klarer Außenseiter und müssen einen Supertag erwischen, damit wir sie schlagen können.“ Aber es läuft eben nicht immer nach Plan – siehe das Hinspiel zwischen den beiden Mannschaften in Mindelheim. In der Vorrunde setzte sich die junge Mannschaft des TSV mit 3:2 gegen die Beinahe-Profi-Truppe aus Aichach durch.

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Tatsächlich weht eine Prise Profi-Fußball bei einem Blick auf den BCA-Kader mit: Mit Patrick Würll (Kickers Offenbach, Dynamo Dresden), Marco Küntzel (FC Augsburg, Bielefeld, Gladbach) oder Herbert Obele (Jahn Regensburg, FC Ingolstadt) standen – um nur drei Namen herauszugreifen – bereits mehrere Spieler der Aichacher im Kader von namhaften Vereinen. „Bei Aichach hat fast jeder Spieler schon mindestens in der Landesliga gespielt, bei uns trifft das auf keinen einzigen Spieler zu“, sagt Marcus Eder vor der Partie.

Also doch eine klare Sache? Mitnichten, wenn es nach dem Mindelheimer Übungsleiter geht. „Das wird keine Kaffeefahrt nach Aichach. Wir werden denen Feuer machen.“ Schließlich habe der BCA ein Problem mit Spitzenmannschaften – in den bisherigen fünf Spielen gegen Mindelheim, Durach und Sonthofen gab es mit dem 2:0 gegen Sonthofen gerade mal einen Sieg – drei Mal verließ der Klassenprimus in den Topspielen den Platz sogar als Verlierer.

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Und einmal eben auch beim TSV Mindelheim, der die Aichacher im Oktober mit 3:2 niedergerungen hatte. Eine Serie, „die an Aichach nagt“, wie Eder vermutet. Und damit das wieder klappt, was schon einmal geklappt hat, hat der Trainer seiner Mannschaft ein genauso einfaches wie erfolgsversprechendes Konzept verordnet: Kämpfen, Kämpfen, Kämpfen. „Wir müssen Aichach bearbeiten und ihnen das Leben so schwer wie möglich machen. Dann haben sie auch Probleme.“ Auch ein eventuell möglicher früher Rückstand soll nicht zu einem Tiefschlag werden. „Das heißt gar nichts, dann müssen wir zurückkommen. Wir wollen ihnen ein Bein stellen.“

Tatsächlich könnte ein Punktgewinn angesichts der engen Situation in der Spitzengruppe der BOL Gold wert sein: Nach dem Spitzenreiter Aichach, der acht Punkte Vorsprung hat, folgt Mindelheim auf dem Relegationsplatz mit 51 Punkten. Dahinter folgen, mit jeweils 50 Punkten, die Verfolger aus Durach und Sonthofen. Bei einer TSV-Niederlage könnte der BCA wohl auch faktisch den Meistertitel feiern und Mindelheim auf Platz vier abstürzen. Eder nimmt für diesen Fall den Druck von seiner Mannschaft: „Auch wenn wir Vierter werden, ist das vollkommen ok. Vor der Saison war Platz fünf das Ziel.“

Speziell Sonthofen, das bislang eine überragende Rückrunde spielt, schätzt Eder aber als extrem stark ein. „Sie haben kaum Punkte abgegeben und spielen einen tollen Fußball, das muss man anerkennen.“ Für seine eigene Truppe stellt der Trainer ein gutes Zeugnis aus – egal, was in den verbleibenden vier Spielen passieren wird. „Wir sind durch Hochs und Tiefs gegangen. Und solange die Hochs höher sind als die Tiefs, ist das alles in Ordnung.“

Unterstützung erhofft sich Eder vor dem Spitzenspiel aber auch vom Mindelheimer Publikum. „Wir freuen uns über jeden, der am Sonntag mit nach Aichach fährt und uns dort unterstützt. So weit ist der Weg ja auch nicht.“ Das Ergebnis ist schließlich offen – es läuft eben nicht immer alles wie geplant.

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