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Bezirksliga

21.10.2013

Blutleerer Abschied von Interims-Spielertrainer Thamm

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2 Bilder
Geschlagen: Haunstetten feiert seinen Siegtreffer, die Mindelheimer Benedikt Deigendesch, Patrick Eckers und Holger Thamm (von links) sind fassungslos

Der neue Trainer Christian Maier sieht beim dritten und letzten Spiel unter Holger Thamm eine schwache Leistung und eine verdiente 2:3-Niederlage gegen Haunstetten

Ruhig und mit verschränkten Armen verfolgte der neue Cheftrainer Christian Maier in dunkler Jeans und weißem Pullover die Partie seines TSV Mindelheim, den er ab Dienstag übernimmt. Erst in einer hektischen Schlussphase genehmigte er sich eine Zigarette. Interimstrainer Holger Thamm hatte bis Samstag ganze Arbeit geleistet und in zwei Spielen sechs Punkte geholt. Mit dem anvisierten Dreier gegen den TSV Haunstetten wurde es nichts.

Trotz zwischenzeitlicher 2:1-Führung unterlag der TSV Mindelheim nach einer blutleeren zweiten Halbzeit mit 2:3. Frust und Enttäuschung waren Holger Thamm ins Gesicht geschrieben. „Es hat einzig an der Einstellung gelegen, den Gegner haben wir nicht unterschätzt. Wir haben alle schlecht gespielt, nach der Halbzeit sah es eher so aus, als ob wir 4:0 hinten liegen und nicht führen würden. Wir haben unsere Konter einfach ganz schlecht ausgespielt. Ich bin enttäuscht, kann mir diese Leistung nicht erklären“, analysierte Thamm.

Zum Abschluss seiner Trainertätigkeit sahen die 150 Zuschauer eine schwache erste Halbzeit, gefolgt von einer leidenschaftslosen zweiten Hälfte. Nichts hatte das mit dem Fußball Marke TSV Mindelheim zu tun, der mittlerweile in der Region einen guten Klang hat. Statt Leidenschaft, Powerplay und begeisternder Kombination war es viel Gemecker, schlampige Abspiele und lustloses Laufspiel.

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Dabei war der Anfang noch recht ordentlich. Beide Teams begannen engagiert, kamen zu ersten Chancen. Bei Mindelheim hatte Lukas Ploß gegen die Schüsschen keine Probleme, sein Gegenüber Sebastian Pütz musste sich bei den Versuchen von Philipp Siegwart und Co. schon mehr strecken. Nach einer Unachtsamkeit waren es dennoch die Gäste, die in Führung gingen (16.). Aber Daniel Siegwart brauchte nicht lange, um diese wieder zu egalisieren und vollendete gekonnt einen von zahlreichen schnellen Zuspielen in die Spitze.

Kurz darauf hatte Bruder Daniel die Chance auf die schnelle Führung, scheiterte aber an Pütz. Es entwickelte sich eine muntere Partie mit dominanten und optisch überlegenen Gastgebern gegen quirlig konternde Gäste. Gerade als es ein wenig ruhiger zu werden schien, heizte ein Handspiel von Torhüter Pütz außerhalb des Strafraums die Gemüter wieder auf. Zwar brachte der folgerichtige Freistoß nichts ein, beide Teams und Zuschauer agierten aber nun wieder lebhafter.

Das führte aber erst nach der Pause zu weiteren Abschlüssen. Haunstetten scheiterte in Person von Torschütze Greimel zweimal denkbar knapp. Aber die Hausherren machten das Tor. Der eben erst eingewechselte Gottfried Wesseli vollendete ein feines Dribbling von Florian Siegwart. Die Gäste brauchten, um den Rückstand zu verdauen, das flüssige und schnelle Spiel stockte.

Ein erster Warnschuss war schließlich Beute von Lukas Ploß, Haunstetten wurde wieder stärker. Mindelheim versäumte es durch viele Ungenauigkeiten, gefährliche Konter auch abzuschließen und stellte die Rückwärtsbewegung beinahe gänzlich ein. So blieb der vermeintliche Außenseiter am Drücker und kam verdient zum Ausgleich nach einer scharfen Hereingabe (77.). Die Partie wurde wieder hitziger, Mindelheim fokussierte sich mehr auf Schiedsrichtergespann, Zuschauerränge und das Trainerteam der Gäste aus Dennis und Patrick Gilg, statt auf den Platz.

So nutzte Haunstetten die größer werdenden Räume zum Siegtreffer. Einen Diagonalball schoss Sebastian Thürrigl mit links wuchtig und unhaltbar zum 2:3 ins Netz. Florian Siegwart hatte auf der Gegenseite die prompte Chance zum Ausgleich, zielte aber vorbei.

So stand am Ende lediglich eine sechs anstatt der neun Punkte in der Drei-Spiele-Amtszeit von Holger Thamm. „Ich bin froh, dass die Doppelbelastung für mich zu Ende ist. Das war schon sehr stressig. Mit dem Kapitänsamt kann man das nicht vergleichen. Zum neuen Trainer kann ich nicht viel sagen: Er ist fachlich gut, das Menschliche werden wir kennenlernen. Vielleicht ist es aber ganz gut, wenn ein Außenstehender kommt und sich über alles seine eigene Meinung bildet“, sagte Thamm.

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