Fußball

25.11.2015

Damit es spannend weiter geht

Der TSV Kammlach um Peter Müller (links) und Christoph Theis (rechts) hat sich nach einem schwachen Saisonstart schnell aufgerappelt und steht zur Winterpause als bester Aufsteiger in der Kreisliga Mitte auf Rang zwölf.

Der Winter hält Einzug im Unterallgäu. Grund genug, um eine kurze Zwischenbilanz der bisherigen Saison zu ziehen. Wir lassen einige Protagonisten zu Wort kommen.

Nun ist er da, der Winter. Und beschert den Unterallgäuer Fußballern eine Pause bis März. Die Saison bisher lieferte schon den einen oder anderen Aufreger. Wir haben einige Protagonisten gefragt. Das sagen:

der Spielleiter

Polykarp Platzer hat einen bewegenden Herbst hinter sich. Der Unterallgäuer Spielgruppenleiter ist gleichzeitig Vorsitzender des FC 98 Auerbach/Stetten – und musste in dieser Funktion den Tod eines jungen Fußballers aus dem Verein erleben. Beim Training war Anfang November ein Spieler des FC 98 Auerbach/Stetten zusammengebrochen und gestorben. Die noch ausstehenden zwei Partien des FC 98 wurden abgesagt. „Keiner der Spieler ist in der Lage, nach dieser Sache wieder auf den Fußballplatz zu gehen“, sagte Platzer damals.

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Einen kuriosen Fall gab es außerdem: In der B-Klasse Allgäu 2 legte der SV Bedernau nach der 1:2-Niederlage beim SV Tussenhausen Protest gegen die Wertung des Spiels ein, da der Schiedsrichter fälschlicherweise einen Bedernauer vom Platz gestellt haben soll. Das Sportgericht erkennt den Einspruch zunächst an und lässt ein Wiederholungsspiel ansetzen. Das wiederum sorgte beim SV Tussenhausen für Unmut, der Einspruch einlegte – und Recht bekam. So blieb es letztlich beim ursprünglichen Ergebnis. Der SV Bedernau zeigte sich in der Folge kämpferisch, gewann fünf der sieben Spiele vor der Winterpause und liegt nun mit nur einem Punkt Rückstand hinter dem FC Loppenhausen auf Rang zwei.

der Aufsteiger

Es war ja eigentlich ein kleines Fußballwunder, das der TSV Kammlach da im Sommer geschafft hatte: Als Aufsteiger in die Kreisklasse marschierte die Mannschaft von Trainer Markus Grützner einfach durch und stieg als Meister der Kreisklasse Allgäu 1 erstmals in der Vereinsgeschichte in die Kreisliga auf. Und dort behaupten sich die Kammlacher bislang ordentlich. „Am Anfang hatte die Mannschaft Respekt vor dieser Aufgabe. Schließlich wusste ja keiner so recht, was ihn erwartet“, sagt Grützner.

Aber nach und nach haben sich die Mannen um Torjäger Reinhold Haar an die Liga gewöhnt. Als dann auch noch der „goldene Oktober“ mit vier Siegen in Serie folgte, war allen klar: „Wir können hier mithalten.“ Das sieht auch Markus Grützner: „Das Auftreten ist nun ganz anders. Die Mannschaft ist an der Kreisliga gewachsen.“ Aktuell belegen die Kammlacher mit 19 Punkten Rang zwölf. „Ich bin eigentlich ganz zufrieden, wie es bisher gelaufen ist“, sagt Grützner. Der Klassenerhalt ist nun natürlich das große Ziel – und den Kammlachern auch voll und ganz zuzutrauen.

der Aussteiger

Kurz vor der Winterpause zog Türkiyemspor Mindelheim die Konsequenzen. Das ambitionierte Ziel, mit der zweiten Mannschaft in der B-Klasse Allgäu 2 anzutreten, war gescheitert. Nicht nur, dass die Mindelheimer aufgrund von personellen Engpässen viele Spiele absagen mussten. Die, die sie dann gespielt hatten, gingen meist deutlich verloren. Deswegen meldete der Verein die zweite Mannschaft vom Spielbetrieb ab. „Wenn seitens der Spieler wieder Interesse an einer zweiten Mannschaft da ist, dann melden wir in der nächsten Saison eine Reservemannschaft an“, sagte Gökay Zengin. Er ist einer von zwei Sportlichen Leitern bei Türkiyemspor Mindelheim und musste im Herbst gleich mehrere Hiobsbotschaften verkraften.

Da war zum einen die schwere Knieverletzung von Spielertrainer Taner Coskun, die letztlich ein Mitgrund für die Trennung war. Zum anderen schmiss Vorsitzender Ahmet Coskun nach internen Querelen die Brocken hin. Und schließlich ist da ja auch noch die erste Mannschaft, die mit nur sechs Punkten den letzten Platz in der Kreisklasse belegt.

„Wir werden wohl absteigen, aber wir sehen das nicht so dramatisch“, sagt Zengin. Eher soll es eine Chance zum Wiederaufbau sein. „In der A-Klasse gewinnen wir dann vielleicht auch mal wieder ein Spiel – und die Spieler finden wieder Spaß am Fußball.“

der Schiedsrichter

„Es hat scheinbar geholfen, dass wir vor der Saison auf den Tisch gehauen haben“, sagt Kreis-Obmann Jürgen Warnck. Er hatte auf den Spielgruppentagungen rechtliche Konsequenzen für diejenigen angedroht, die weiterhin Schiedsrichter beschimpfen oder gar tätlich angehen. „Es gibt im Unterallgäu wenig Probleme mit Zuschauern und Funktionären“,sagt Warnck.

Ein weit größeres Problem ist der fehlende Nachwuchs in der Schiedsrichtergruppe Südschwaben. Hier seien die Vereine in der Bringschuld. „Wenn uns die Vereine keine Kandidaten schicken, dann werden Jugend- und Reservespiele weiter unbesetzt bleiben. Und für die kommende Saison müssen wir dann wohl auch über die B-Klassen reden“, sagt Warnck.

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