Radsport

26.09.2017

Das Lächeln des Siegers

Der RSC Kempten stellt auch in diesem Jahr den Sieger des Mindelheimer Altstadtkriteriums. Allerdings ist es nicht Seriensieger Jonas Schmeiser, sondern der gebürtige Dirlewanger Rainer Rettner, der sich den Sieg holte. Er fuhr vor einigen Jahren noch im Trikot des VC Mindelheim und genoss seinen „Heimsieg“.
Bild: Axel Schmidt

Beim 27. Mindelheimer Altstadtkriterium haben die Fahrer des Gastgebers zwar nichts mit dem Sieg zu tun. Dennoch steht der Erfolg Rainer Rettners unter dem Titel „Heimsieg“.

Das Grinsen konnte Rainer Rettner gar nicht mehr abstellen. Am Sonntag nämlich hat der Fahrer des RSC Kempten das 27. Mindelheimer Altstadtkriterium gewonnen und stand bei der Siegerehrung ganz oben. Für Rettner fühlte es sich an, wie ein Heimsieg. Denn der 28-Jährige stammt aus Dirlewang, hat seine ersten Fahrversuche im Trikot des Velo Club Mindelheim unternommen. „Das ist schon etwas Besonderes für mich“, sagte Rettner nach dem Rennen.

Auch Rennleiter Josef Hämmerle „freute sich unbandig“, dass sein ehemaliger Schützling die Nachfolge von Jonas Schmeiser (RSC Kempten) als Sieger des Altstadtkriteriums angetreten hat. Schmeiser war diesmal nicht angetreten. Der Sieger der vergangenen drei Jahre gewann stattdessen am Wochenende beide Rennen im österreichischen Braunau. Auch Rettner war klar, dass er im Prinzip nur gewonnen hatte, weil sein Teamkollege in Österreich an den Start ging. „Mit ihm wäre es schon schwer geworden.“

Als sich dann die Kemptener Fahrer zu dritt vom Feld absetzen konnten, sei ihm klar gewesen, dass diesmal etwas geht. „Wir haben ein starkes Team, in dem jeder fähig ist, zu gewinnen. Ich habe mich sehr gut gefühlt“, sagte Rettner. So tauschte er sich dann mit seinem Teamkollegen Tim Schlichenmaier während des Rennens aus – und die beiden einigten sich darauf, dass Rettner bei seinem „Heimrennen“ den Sieg einfahren sollte. Diese Strategie ging letztlich auf – und bescherte Rainer Rettner die Siegerschleife. Matthias Jessenberger, der erstmals im Trikot des VC Mindelheim teilnahm, wurde am Ende Sechster.

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Kurioses Ende beim Seniorenrennen

Das Rennen der A-/B-/C-Klasse war der Höhepunkt eines Radsporttages, der einmal mehr Wetterglück hatte und ohne schwere Stürze und Unfälle auskam. Allerdings sorgte der bewährte Rennkommentator Thomas Georg zwischenzeitlich für Kopfschütteln. „Man kann natürlich blöd fahren, man kann aber auch richtig blöd fahren“, sagte der Rennkommentator Thomas Georg beim Rennen der Seniorenklasse 2. Was war geschehen? Der alleine führende Markus Köcknitz (RV Sturmvogel München) hat das Fahrerfeld in der Schlussrunde praktisch überrundet – und fuhr unmittelbar nach der Ziellinie wieder ins Feld hinein. Das bedeutete, dass ihm der Sieg dieser Runde aberkannt wurde. Am Ende durfte sich Köcknitz dennoch als Sieger feiern lassen – und führte folgende Erklärung an. „Das Feld hat offenbar taktiert und sich für den Schlusssprint vorbereitet. Deshalb ist es recht langsam geworden.“

Es sei nicht geplant gewesen, ins Feld hineinzufahren, aber das Tempo herausnehmen ging eben auch nicht. Entsprechend entschuldigte sich Georg bei der Siegerehrung bei Köcknitz für seine Wortwahl. „Es war also nicht die Schuld von Markus Köcknitz, sondern das Feld war zu langsam. Das hätte bedeutet, dass er hätte bremsen müssen. Und das kann man von einem Rennfahrer nicht verlangen.“

Special Olympics machen dem Veranstalter Freude

Das Altstadtkriterium hatte mit den Nachwuchsfahrern begonnen. Oder besser: dem Nachwuchsfahrer. Denn mit Mateo Grünwald (RC Kaufbeuren) war nur ein Schülerfahrer gemeldet. So wurde dieser kurzerhand in das Fahrerfeld der Special Olympics (Dreirad) eingefügt. „Damit er nicht alleine fahren musste“, erklärte Rennleiter Josef Hämmerle.

Es folgten weitere Rennen der geistig behinderten Sportler – und für den Ausrichter, den Velo Club Mindelheim, gab es hier die ersten und einzigen Podestplätze an diesem Tag. Im Rennen über zehn Runden (11 km) in der Leistungsgruppe 1 war es einmal mehr zum Zweikampf zwischen David Pancke (FVSO Hochrhein) und Matthias Dangl (VC Mindelheim) gekommen. Der Erisrieder Dangl musste sich bei seinem Heimrennen mit Platz zwei zufriedengeben. Pancke war schlicht zu stark und hatte teilweise einen Rundendurchschnitt von 39,7 km/h. Damit hätte er gefahrlos bei den anschließend startenden Senioren mithalten können. In der Leistungsgruppe 2 landete Erhard Fischer auf Rang drei, in der Leistungsgruppe 3 siegte Alexander Dell. Über die halbe Distanz (5,5 km) sorgten Anton Schuster und Frank Gelhardt in der Leistungsgruppe 1 für einen Mindelheimer Doppelsieg. In der Leistungsgruppe 2 belegten die VC-Fahrer Dominic Schwayer Platz zwei und Alexander Frick Rang drei. Überhaupt war es eine Freude, wie sehr sich die geistig behinderten Teilnehmer über ihre Platzierungen, Medaillen und Pokale freuten – unabhängig davon, ob es der erste oder schon zehnte Erfolg war.

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