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Eishockey

09.02.2019

Der Blick der Türkheimer geht Richtung Play-offs

Kurzfristig hat Bernd Schönhaar (rechts) die erste Mannschaft seines Heimatvereins ESV Türkheim vor der Saison übernommen. Nun schickt er sich an, die Türkheimer in die Play-offs zu führen. „Unser Ziel ist es, gegen jede Top-Mannschaft wenigstens einmal zu gewinnen.“
Bild: Andreas Lenuweit

Am Sonntag kommt es in Türkheim zum Spitzenspiel der Bezirksligagruppe 4. Das liegt auch am Trainer. Im Interview erklärt Bernd Schönhaar, welche Ziele er erreichen will.

Der ESV Türkheim hat eine erstaunliche Wandlung hinter sich: 2013 wurde erstmals wieder eine erste Eishockey-Mannschaft in den Spielbetrieb gemeldet, nun spielen die Türkheimer um den möglichen Aufstieg in die Landesliga. Seit Saisonbeginn ist der Türkheimer Bernd Schönhaar als Trainer für das Team verantwortlich. Vor dem letzten Heimspiel am Sonntag (16 Uhr) gegen Tabellenführer SG Lindenberg spricht der 51-Jährige im Interview über die Play-off-Chancen seines Teams.

Bernd Schönhaar, Hand aufs Herz: Hätten Sie damit gerechnet, dass der ESV Türkheim drei Spieltage vor Saisonende einen Play-off-Platz in der Bezirksliga belegt?

Bernd Schönhaar: Nein, nicht wirklich. Ich wusste zwar, dass die Mannschaft besser ist als vergangene Saison und sich gefestigt hat. Aber dass wir sogar gegen Topteams wie Memmingen oder Lechbruck gewinnen – das war nicht zu erwarten.

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Nun stehen Sie mit Ihrer Mannschaft auf dem zweiten Platz, der zu den Play-offs berechtigt.

Schönhaar: Den wollen wir auch behalten. Wir können das aus eigener Kraft schaffen – und werden alles daran setzen, in die Play-offs zu kommen.

In den Play-offs geht es ja um den möglichen Aufstieg in die Landesliga. Träumt man in Türkheim schon von Duellen gegen Kempten, Buchloe oder Bad Wörishofen?

Schönhaar: Naja, der Aufstieg ist schon ein zweischneidiges Schwert. Wenn man sieht, welche Möglichkeiten Vereine wie Burgau oder Ulm haben, da sind wir schon weit entfernt. Man muss ja auch mal sehen, wo wir herkommen: Vor drei Jahren haben wir in der Bezirksliga kein einziges Spiel gewonnen.

Heißt: Play-offs ja, aber Aufstieg eher nicht?

Schönhaar: Wenn die Chance auf die Landesliga da ist, dann sollte man sie auch nutzen. Das wäre für die Spieler schon eine tolle Sache. Aber das bedeutet dann auch einen größeren Aufwand. Zwei Spiele pro Wochenende, weitere Fahrten – die Landesliga ist eine andere Hausnummer. Wir wollen einfach zehn, elf Heimspiele in der Saison haben. Das wäre für uns optimal.

Aktuell gibt die Bezirksligagruppe 4, in der Türkheim angesiedelt ist, nur sieben Heimspiele her.

Schönhaar: Deswegen haben wir uns die Play-offs als Ziel gesetzt. Um mehr Spiele zu haben.

Bis vor zwei Wochen hat Ihre Mannschaft noch kein Spiel in der regulären Spielzeit verloren. Dann setzte es in Memmingen gegen den HC Maustadt/Memmingen mit 4:11 eine echte Klatsche. Kam diese Niederlage zur richtigen Zeit?

Schönhaar: Grundsätzlich sind Niederlagen nie gut. Aber es stimmt: Vielleicht hat der eine oder andere gesehen, dass es eben doch nicht alles von alleine geht. Man muss aber auch sagen, dass Memmingen eine sehr gute Mannschaft ist.

Am Sonntag kommt nun, zum krönenden Abschluss, zum letzten Heimspiel der Saison der Tabellenführer SG Lindenberg nach Türkheim. Wie stehen die Chancen?

Schönhaar: Ich habe vor der Saison als Ziel ausgegeben, dass wir gegen jedes Topteam mindestens ein Spiel gewinnen wollen. Das hat gegen Memmingen und Lechbruck schon geklappt. Warum nicht auch gegen Lindenberg? Es ist ein Heimspiel und wir werden das Bestmögliche geben. Aber eines ist auch klar: Wenn die Lindenberger mit dem kompletten Kader kommen, dann sind sie der klare Favorit in diesem Spiel.

Haben Sie den kompletten Kader für das Topspiel zur Verfügung?

Schönhaar: Das entscheidet sich kurzfristig. Momentan kränkeln ein paar Spieler. Aber wir haben einen großen Kader, ich bringe immer 14, 15 Mann zusammen.

Bliebe dieser Kader auch für die kommende Saison zusammen?

Schönhaar: Das ist unser Ziel. Wenn wir das Team zusammenhalten können, wäre das ein großer Schritt. Aber es kommt darauf an, was die jungen Spieler vorhaben: Gehen sie zum Studieren, treten sie eine Ausbildungsstelle an? Wie sieht dann die Zeit aus?

Ihre eigene Zukunft ist bereits geklärt: Sie hören nach dieser Saison auf.

Schönhaar: Es war von vornherein so gedacht, dass ich nur aushilfsweise dieses Jahr überbrücke.

Nachdem der bisherige Trainer Gert Woll kurz vor Saisonbeginn den Verein verlassen hat.

Schönhaar: Ja, deshalb bin ich eingesprungen. Aber nach dieser Saison ist Schluss. Unser Spieler und Co-Trainer Michael Fischer wird dann das Traineramt übernehmen.

Sie lassen sich also ein mögliches Derby gegen den Nachbarn EV Bad Wörishofen entgehen – egal, ob in der Landesliga oder Bezirksliga. Fiebern Sie mit den Wölfen mit bei deren Kampf gegen den Landesligaabstieg?

Schönhaar: Natürlich drücke ich den Wörishofern die Daumen, dass sie es schaffen. Es wäre sicher ein cooles Derby, aber es täte mir leid für den Verein. Die machen auch eine tolle Jugendarbeit. Ich wünsche ihnen den Ligaerhalt.

Interview: Axel Schmidt

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